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Muscheltage in Dagebüll : 600 Kilometer für die Miesmuscheln

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Muscheltage locken Tausende Besucher nach Dagebüll. Paar reist für die Köstlichkeiten aus dem Meer extra aus Bayern an.

Dagebüll | Gute Laune trotz schlechtem Wetter zum Auftakt der 19.Muscheltage in Dagebüll: Der Flohmarkt am Sonnabend musste wetterbedingt ausfallen, doch im Mittelpunkt des Geschehens standen ohnehin die Muscheln, die sich auch bequem im Trockenen verspeisen ließen. „Aus Erfahrung wissen wir, dass die Leute immer kommen. Mit Tausenden Besuchern rechnen wir jedes Jahr, da sie ihren Urlaub oft auf Termine wie die Muscheltage legen“, sagte der Veranstalter Klaus Schmidt vom Fremdenverkehrsverein Dagebüll. Und wirklich: Das ehemalige Parkhaus Schmidt, wo der Hauptteil des Festes stattfand, füllte sich im Laufe des Nachmittags rasch und die Besucher ließen sich die Muscheln in allen Variationen – ob gekocht oder gebraten – schmecken. Im Mittelpunkt stand dabei die Miesmuschel, an der sich die Besucher gleich mehrere Male mit großen Tellern bedienten.


Es gab Muscheln in allen Variationen


„Gestern frisch gefangen und beste Nordseequalität“, beteuerte Klaus Schmidt. Für diese Qualität nahmen einige Besucher eine lange Reise auf sich: Darunter auch Stefan und Julia Barthelmes (Foto), die aus Ostheim vor der Röhn (Bayern) über 600 Kilometer angereist waren. Es war ihr erstes Mal bei den Muscheltagen und auch das erste Mal allgemein im hohen Norden und sie zeigten sich positiv überrascht. −„So etwas sehe ich zum ersten Mal, wirklich interessant“, sagte Stefan, während die Wiedingharder Trachtengruppe von Christl Ipsen ihre traditionell friesischen Tänze aufführte. Ihre langjährigen Freunde, Marita und Peter Läuschel aus Aventoft, die sie auf die Idee gebracht hatten, sind schon seit Jahren treue Besucher der Muscheltage und sind jedes Jahr aufs Neue begeistert. „Das schlechte Wetter ist nicht weiter tragisch, wir kommen wegen der Muscheln. Die gibt es hier ja in aller Form. Und natürlich wegen der schönen Atmosphäre,“ so Marita Läuschel. Und auch den Besuchern aus Bayern hat es sichtbar gemundet. „Ich bin auf jeden Fall satt“, sagte Stefan, vor ihm ein großer Teller leerer Muscheln.

„Wunderbar“, sagten auch Silvia und Jens, die zwar nicht aus Bayern, aber immerhin aus Rendsburg am Morgen angereist waren. Allein eine bessere Wegbeschreibung zum Fest hätten sie sich gewünscht. „Als Besucher von außerhalb mussten wir wirklich lange suchen, denn es war nichts ausgeschildert“, sagen die Muschelfans. Wer keine Miesmuscheln aß, bediente sich am restlichen kulinarischen Angebot, das von Fischbrötchen und Scampi bis hin zu deftigen Torten reichte. Die Kinder freuten sich über ein Spielmobil, in dem sie unter anderem basteln konnten. Für Stimmung sorgten – neben der Wiedingharder Trachtengruppe und den „Blauen Jungs“ – auch die Pass Brass Band, welche die Besucher vor allem mit Evergreens aus den 1970er Jahren für sich gewann. Beim traditionellen Schippermützenfest am Abend verwöhnte der Niebüller Shanty Chor seine Besucher mit Liedern von de Waterkant – im Anschluss lud ein DJ mit lauten Platteneinlagen zur Muschelparty ein. Zur späten Stunde konnte bei trockenem Wetter das große Feuerwerk „Föhr on Fire“ der Insel Föhr von weitem aus betrachtet werden.

Zum zweiten Festtag zeigte sich der Wettergott gestern gnädig, die Regenwolken verschwanden nach und nach und immer wieder zeigte sich auch die Sonne, sodass die Veranstalter doch noch die Tore des Veranstaltungshauses öffnen konnten. Da der Deich momentan eine Baustelle ist, hielt sich das Angebot draußen allerdings in Grenzen. „Normalerweise haben wir, vor allem den Kindern, viel mehr zu bieten. Aber wir sind gespannt auf das nächste Jahr, wenn alles fertig gebaut ist und wir den Gästen wieder das volle Programm der Muscheltage bieten können“, so Klaus Schmidt.

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