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Nordfriesland Tageblatt

24. August 2017 | 12:46 Uhr

60 Jahre Eheglück im Koog

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Brunhilde und Ludolf Nissen, Erstbesiedler des Lübke-Koogs, feiern heute ihre diamantene Hochzeit

Der Landwirt und Schäfermeister Ludolf Nissen und seine Frau Brunhilde, geborene Stedtfeld, feiern heute das Fest der diamantenen Hochzeit. Am 18. Dezember 1957 bezogen sie als erste Siedler im damals gerade erst eingedeichten Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog ihren Hof am Klanxbüller Weg 11. „Wir haben hart gearbeitet und uns eine schöne Existenz aufgebaut“, erinnern sich die Jubilare an zunächst entbehrungs reiche Jahre, aber auch an ein Leben, das ihnen gesunde und erfolgreiche Kinder schenkte.

Ludolf Nissen wurde am 28. Mai 1927 auf einer kleinen Landstelle am Kleiseerkoogsdeich geboren, besuchte die Schule im Koog, wurde 1942 in der Dagebüller Kirche konfirmiert, lief zwei Jahre als Aufsichtsmann über Fennen und Felder und wurde 1944 noch Soldat und kam in Ostpreußen an die Front. Das Kriegsende erlebte er in Holland und hatte das Glück, Ende Mai 1945 wieder daheim im Koog zu sein. Er arbeitete zunächst auf der elterlichen Landstelle und besuchte die Landwirtschaftsschule Niebüll.

Im Koog lernte er seine Frau kennen, die in der Nachbarschaft als Hausgehilfin tätig war. Brunhilde Nissen wurde am 20. April als Tochter eines Viehhändlers in Albersdorf geboren. Nach Schule und Konfirmation (1949) arbeitete sie in Dithmarschen und Nordfriesland in der Hauswirtschaft. Nach einem Erntefest auf Blocksberg dauerte es nicht lange bis zur Verlobung. Am 18. Oktober 1953 wurde geheiratet.

Angesichts vager Zukunftsaussichten entschlossen sich beide auszuwandern. In den Widerstreit, ob es Kanada oder Australien sein sollte, platzten das Programm Nord und die Besiedlung des Lübke-Kooges. Die jungen Leute bewarben sich bei der Landgesellschaft – und gehörten unter den 2000 Bewerbern zu den 41 Glücklichen mit einer 22,6 Hektar großen Landstelle.

Aller Anfang war schwer. Der wirtschaftliche Start erfolgte mit 27 Schafen, vier Kühen, zwei Starken, fünf Kälbern und einem „Flock“ Hühnern. im Frühjahr 1958 wurde gepflügt und das erste Sommergetreide gesät, das mithilfe eines Selbstbinders geerntet, dann eingefahren und später von einer Kolonne in der Scheune gedroschen wurde.

Ludolf Nissen erweiterte seine Landwirtschaft nach und nach, vergrößerte den Betrieb durch Zukauf und Pacht auf insgesamt bewirtschaftete 90 Hektar, auf denen sowohl Acker- als auch Weidewirtschaft die Schwerpunkte bildeten. Als Schafhalter vergrößerte er seine Herde auf bis zu 500 Schafe, die im Sommer am Außendeich und im Winter auf der Binnenweide liefen. 1979 legte er die Prüfung zum Schäfermeister ab und konnte danach auch Lehrlinge ausbilden.

1991 übergab er den Hof seinem Sohn Christian, half aber noch bis 2007 mit, um sich dann mit seiner Frau nach Niebüll zurückzuziehen und das Rentnerdasein in einer Eigentumswohnung an der Brandkuhle zu genießen.

Aus der Ehe der Jubilare gingen drei Söhne und eine Tochter hervor, „die alle etwas geworden sind“, wie Brunhilde Nissen stolz berichtet: ein promovierter Physiker, zwei Diplomagrarier und ein Pädagoge, denen sieben Enkel folgten, von denen die meisten bereits erfolgreich das Abitur ansteuern.

„Als einfacher Bauer aus dem Koog hätte ich es mir nie träumen lassen, dass mein Leben und das meiner Kinder einmal so einen wunderbaren Weg nehmen würde“, sagt Ludolf Nissen. „Ich auch nicht“, pflichtet ihm seine Frau bei. Grund für beide, den Ehrentag im Kreise von Familie, Nachbarn aus dem Lübke-Koog und Freunden in vollen Zügen zu genießen.

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erstellt am 17.Okt.2013 | 00:32 Uhr

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