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Kreis Nordfriesland : 55 Schafe von Weide geklaut

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Unbekannte haben in Galmsbüll Muttertiere und Lämmer im Wert von mehreren tausend Euro gestohlen.

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2017 | 11:00 Uhr

Galmsbüll | Unbekannte haben in Galmsbüll (Kreis Nordfriesland) 55 Schafe von einer Koppel gestohlen: Die 35 Muttertiere und 20 Lämmer hatten die Diebe vermutlich am Dienstag von einer Weidefläche am Außendeich im Westerweg, zwischen Dagebüll und Emmelsbüll, mitgenommen, sagt der Sprecher der Polizeidirektion in Flensburg, Christian Kartheus. Gering ist der Schaden nicht: In diesem Fall entstand den Besitzern der Schafe nach eigenen Angaben ein Verlust von mehreren tausend Euro. Die Tiere – die eine grüne Markierung im Nacken tragen – wurden vermutlich von Profis in einem größeren Fahrzeug oder Anhänger abtransportiert. Hinweise auf die Täter gibt es laut Polizei bisher nicht.

„Der Diebstahl muss geplant gewesen sein“, sagt Schäferin Nicole Ingwersen. Ein Drittel ihrer Schafherde ist ihr und ihrem Mann Jörn (43) gestohlen worden. Das stets verriegelte Schloss, dass das Gatter zum Deich versperrt, sei komplett unbeschädigt und nicht aufgebrochen worden – die Täter müssen demnach einen Schlüssel besessen haben, vermutet die 41-Jährige. Zudem geht die Landwirtin davon aus, dass Hunde im Einsatz waren, da „das die einzige Methode ist, um Schafe schnell zusammenzutreiben“. Futterspuren, mit denen die Tiere hätten angelockt werden können, hatte sie nicht entdeckt.

Schafe waren nicht versichert

Einem befreundeten Schäfer waren bei der Aufsicht vor drei Tagen Fahrzeugspuren auf der Wiese am Deich, die rund eine halbe Stunde vom Haus des Paares entfernt liegt, aufgefallen. Als klar wurde, dass die Landwirte selbst zuletzt keine Schafe abtransportiert hatten, zählten sie die Herde und stellten den gewaltigen Verlust fest. Ob die Diebe im Laufe des Tages unterwegs waren oder bereits in der Nacht zum Dienstag, lässt sich bisher nicht rekonstruieren. Das Geld für die gestohlenen Schafe zahlt den Landwirten keiner zurück. Gegen Diebstahl waren die Tiere nicht versichert. „Aber das war ja bisher auch nicht nötig“, sagt Nicole Ingwersen, noch immer sichtlich bestürzt, angesichts des Verlustes. Befreundete Landwirte seien bereits mehrfach Opfer von Schafdieben geworden. Durch regelmäßige Präsenz – auch zu verschiedenen Uhrzeiten – wollen sie weiteren Taten jetzt vorbeugen.

Dass Schafe oder Lämmer von Weideflächen gestohlen werden, ist keine Seltenheit. „Fast immer schlagen die Diebe aber eher in der Nacht zu“, sagt Christian Kartheus. „Nachts, wenn es dunkel ist, kann es ja relativ schnell gehen“, vermutet er. Menschen, die die Diebe beim Einladen der Schafe beobachteten, gingen zunächst nicht unbedingt davon aus, dass es sich um einen Diebstahl handelt, sondern eher dass der Landwirt bei den Tieren unterwegs ist. Zuletzt waren Ende Juli 13 Schafe an der Reußenköge, bei Bredstedt verschwunden. Im Juni waren es zehn Lämmer, die über Nacht in Nordstrand unauffindbar waren. Gefasst wurden die Täter in beiden Fällen bisher nicht. Unklar ist auch, ob es sich um organisierte Banden oder Einzeltäter handelt.

Dass die Täter meist nicht erwischt werden, bestätigt auch eine Sprecherin des Landesverband Schleswig-Holsteinischer Schafzüchter mit Sitz in Kiel. Ob die Zahl der Schafdiebstähle in den vergangenen Jahren zugenommen hat ist unklar. „Es gibt keine Statistik darüber“, sagt sie. Die Häufigkeit sei unter anderem deshalb schwer zu erfassen, da nicht alle Diebstähle auch gemeldet werden.

Die Polizei sucht jetzt nach Zeugen: Hinweise bitte an das Polizeirevier Niebüll ist unter 04661-40110.

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