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Nordfriesland Tageblatt

18. November 2017 | 09:28 Uhr

Jubiläumsfeier : 50 Jahre Martin-Luther Kirche

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Jubiläum wurde mit vielen Gästen gefeiert. 1967 wurde die Achtruper Kirche eingeweiht – 1993 folgte ein Anbau.

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2017 | 10:04 Uhr

Achtrup | Das große Banner am Turm der Martin-Luther-Kirche in Achtrup zeigt es schon seit Wochen an: Dieses Gotteshaus ist 50 Jahre jung. Kein hohes Alter wenn man auf die „Mutterkirche“ St. Willehad in Leck mit ihren über 800 Jahren blickt. Doch ein wichtiges Ereignis zum Martin-Luther-Jubiläum für die einzige Kirche mit diesem Namen. Festlich und fröhlich begingen nun ungezählte Menschen diesen Geburtstag in und um die Kirchenmauern herum.

„Wer war bei der Einweihung dabei?“, fragte Pastor Stefan Möbius. Vier, fünf Hände wurden gehoben. Darunter die von Martin Bruchwitz. Als junger Mann hatte er an der Orgel das Stück „Ciacona“ aus Präludium und Fuge von D. Buxtehude gespielt – und tat es am Sonntag zum krönenden Abschluss wieder. Doch zuvor füllte sich das Gotteshaus bis auf den letzten Platz. Pastor Stefan Möbius hielt die Predigt, die sich um den Zöllner Zachäus aus dem Lukas-Evangelium rankte. Um Anerkennung ging es, um das Dazugehören, die Gemeinschaft. Und es ging darum, den Glauben an die eigene Würde zurückzubekommen. „Diese Geschichte, Gottes Wort, muss auch heute noch erzählt werden in einem öffentlichen Raum wie in der Kirche in Achtrup“, sagte Möbius. Damit schlug er den Bogen zur Geschichte des Hauses, die Alexandra Holst präsentierte. Als der Kirchweg noch keine Kirche hatte, sah es relativ grün aus, nur ein Bauernhof stand dort, wo heute Gottes Wort verkündet wird. Schon vor dem 1. Weltkrieg hatten Gemeindemitglieder Geld für einen Neubau gesammelt. Die Inflation machte eine Realisierung zunichte. 1  400 Christen aus Achtrup, Sprakebüll und Lütjenhorn formulierten diesen Wunsch Anfang der 60er Jahre erneut. Veranschlagte Kosten: 187  000 DM, Einweihung: 8. Oktober 1967. Das Gotteshaus konnte oftmals die Kirchgänger nicht fassen, es war zu klein. 1993 löste ein Anbau für 360  000 DM das Problem. Als besondere Ereignisse wurden die Einweihung der drei Altarbilder (1993) und der Glasfenster (1997) sowie 1996 die große Aktion „Wetten Dass“ mit dem HGV aufgelistet.

„Das ist nicht nur eine Kirche, es ist ein Ort der Begegnung und aus unserer Gemeinde nicht mehr wegzudenken“, gratulierte Achtrups Bürgermeister Uwe Matthiesen und Karl-Richard Nissen, Bürgermeister aus Sprakebüll sagte: „Wir sind froh, dass diese Kirche auch unsere ist!“ Der stellvertretende Propst Holger Asmussen unterstrich: „Es ist wichtig, Kirchen dort zu bauen, wo Menschen wohnen. Das haben sie damals getan, denn der Weg nach Leck war lang in einer Zeit, in der nicht jeder ein Auto besaß.“ 2017 sei ein Jahr, in dem das Gebäude im Mittelpunkt stehe, sagte Asmussen. Neben dem gewohnten Kirchenleben habe es Asyl geboten und biete jetzt Unterschlupf auf Zeit für eine Kindergartengruppe.

„Vor einem halben Jahrhundert wurde 450 Jahre Reformation gefeiert. Vielleicht war das ausschlaggebend, Martin Luther als Schutzpatron für diese Kirche zu wählen“, überlegte Pastor Peter Janke. Als ein Haus des Lebens bezeichnete der Vorsitzende des Gemeinderates das Gotteshaus und zog schließlich Parallelen zur Mutterkirche in Leck. „Wir gehören zusammen, und damit schließe ich die Kirche in Stadum ein. Wir sind Eins als Kirchengemeinde.“

Das Wetter meinte es gut und schickte keinen frühzeitig nach Hause. Mit einem bunten Tücher-Tanz bedankten sich die Kindergartenknirpse für ihr vorübergehendes Zuhause in den kirchlichen Gemäuern, die Falken-Pfadfinder aus Leck lockten mit Stockbrotbacken über dem Feuer, Gegrilltes bot die Jugendfeuerwehr Achtrup, die Landfrauen hatten Leckeres für die Kaffeezeit aus dem Ofen gezogen und vieles mehr. Der Festausschuss hatte viele Akteure auf den Plan für ein gelungenes Fest gerufen: Das Pastoren-Dreiergespann wirkte mit, der Flötenkreis, der Martin-Luther-Bläserkreis, die Kantorei und die St.-Wills-Singers. „Lobe den Herrn, meine Seele“ sangen alle im Kanon, die Bläser intonierten „Dat du min Leevsten büst“ und es erklang das hebräische Volkslied „Hava Nagila“ – lasst uns glücklich sein. Diese Beispiele stehen für ein ungezwungenes, lockeres, und fröhliches Fest.









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