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Ringreiten : 46 Reiter gingen in Westre an den Start

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Alljährliches Ringreiten auf dem Festplatz am Westrer Waldkrug wurde bei strahlendem Sonnenschein gefeiert.

Eine laue Sommerbrise zieht durch die Hauptstraße Westres. Die Flaggen rund um das Feuerwehrgerätehaus des Dorfes tanzen im Wind. Von weitem erklingt das Getrappel der Pferdehufe unter Begleitung der taktvollen Klänge des Radetzky-Marsches, die aus den Autolautsprechern erklingen. Spätestens jetzt wird jedem klar, dass die Feststimmung, die in der Luft liegt, dem alljährlichen Ringreiten zuzuordnen ist. 23 Erwachsene und 23 Kinder, teils von ihren Eltern und Großeltern am Führzügel begleitet, reiten auf den Festplatz am Westrer Waldkrug ein.


Der Fokus liegt natürlich auf dem Galgen


Die Reiter in den grünen Jacken stellen sich auf mit Fokus auf den Galgen. Die Galgen-Crew bezieht ihren verantwortungsvollen Posten für die kommenden Stunden. So auch die Männer von Galgen eins: Bernhard Ohlsen nimmt in seinem Camping-Stuhl Platz. Er ist seit 1955 aktiv im Ringreiterverein. Zunächst als Reiter, später als „Schreiber. Er weiß um die Verantwortung, die er am Galgen eins trägt. „Was geschrieben ist, das stimmt“, so Ohlsen und klopft mit seinem Kuli auf das Klemmbrett auf seinem Schoss. Ohlsen ist selbst bis in die 2000er mitgeritten – in sieben Vereinen gleichzeitig.


In sieben Vereinen den Königstitel erstochen


„In jedem Verein wurde ich einmal König“, sagt er und richtet sich auf in seinem Stuhl. Was ihn am Ringreiten am meisten gefällt, ist das König abholen am Dienstag. Sonntags ist Proberingreiten, dienstags Königsringreiten. Alle Reiter – hoch zu Roß – holen den König vom Vorjahr zuhause ab. Es gibt etwas zu Essen, einen kleinen Cognac und jede Menge Reiterlieder. „Drei Lilien“, „Die Blauen Dragoner“, „Wohl auf Kameraden – aufs Pferd“ – Bernhard Ohlsen kann und möchte sich nicht entscheiden, welches sein Favorit ist. „Ich mag sie alle.“ Mit der Zeit habe die Textsicherheit der Reiter allerdings zunehmend abgenommen. Ohlsen und seine Reitkameraden des Ringreitervereins Westre reagierten also und luden zum wöchentlichen Gesangsunterricht. „Jetzt sitzt das wieder“, stellt er zufrieden fest.


Gelöste Stimmung mit Festplatzmusik


Die ersten 15 Durchgänge sind geritten, es folgt die Kaffeepause. Die Stimmung ist losgelöst, alle freuen sich, sich wiederzusehen. Dann geht es weiter – wieder 15 Durchgänge. Aus den Lautsprechern von „Rolfs Festplatzmusik“ ertönt ein Klassiker nach dem anderen. Der Gesang der Flippers rundet die Atmosphäre auf dem Festplatz ab. Dann kommt es zum Tageshöhepunkt: Die Siegerverkündung. Vorsitzender Aage Jensen greift zum Mikrofon und benennt die Sieger. Ein besonderer Dank gilt seinem langjährigen Vorgänger Siegfried Petersen, der für sein 40-jähriges Reiterjubiläum ausgezeichnet wurde. Um es mit Ohlsens Worten zu sagen: „Hier in Westre wird Kameradschaft gelebt.“


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erstellt am 16.Jul.2017 | 18:05 Uhr

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