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Nordfriesland Tageblatt

16. Dezember 2017 | 18:18 Uhr

Hallenbad Leck : 40 Jahre Höhen und Tiefen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Vom Sportbad zum Erlebnisbad: Seit seiner Eröffnung im Jahr 1974 erlebte das Lecker Bad eine wechselvolle Geschichte

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2014 | 05:00 Uhr

Eine weise Entscheidung trafen die Gemeindevertreter Anfang der 70er Jahre: Das Hallenbad in Leck öffnete seine Türen für alle Menschen in der Region und weit darüber hinaus. Jetzt feiert die Einrichtung ihr 40-jähriges Bestehen.

Im Oktober 1974 wurde die Schwimmhalle Leck durch den einstigen Innenminister des Landes, Rudolf Titzck, im Rahmen einer Feierstunde eingeweiht und der Öffentlichkeit übergeben. Mit einer Sauna und einem Solarium war es nach modernsten Gesichtspunkten ausgestattet, selbst kostenlose Einwegschwämme gab es und auf den damals oft üblichen Badekappenzwang wurde verzichtet. Schon nach zehn Jahren zählte das Hallenbad 1,1 Millionen Besucher.

Doch kaum ein öffentliches Schwimmbad arbeitet kostendeckend und auch in Leck wurden seit Anfang an rote Zahlen geschrieben. Um es noch attraktiver zu gestalten, erfuhr es 1998 eine einschneidende Änderung. Die Umgestaltung zu einem „abgespeckten“ Erlebnisbad ließ das einstige Sportbad zu einem Spaßbad werden.

Ab 1989 brachen für die Badegäste ruhigere Zeiten an: Den Lärmpegel senkten Schallschutzdecke, wasserfeste Platten an den Wänden und neue Fenster. Um den sinkenden Besucherzahlen entgegen zu wirken, wurden in späteren Jahren die Öffnungszeiten erweitert, die Wassertemperatur erhöht, ein Extra-Eingang für Behinderte gebaut und um die Betriebskosten zu senken eine Photovoltaik-Anlage installiert. Das Bad kämpfte schon damals mit niedrigen Einnahmen: rund 400 000 Mark fehlten jährlich. Um Steuern zu sparen, übernahmen die Gemeindewerke Leck Ende 1994 die Bäderbetriebe (Hallenbad und Freibad). Steigende Betriebskosten und fast stagnierende Besucherzahlen (um die 100 000 zum Beispiel 1996) ließen die Jahresverluste der Bäderbetriebe jedoch weiter ansteigen. Der Ruf nach einer Verbesserung des Angebots wurde immer lauter – und endlich in Angriff genommen. 1998 war es soweit: Der Umbau zu einem Erlebnisbad für rund 5,4 Millionen Mark begann.

Ein 900 Quadratmeter großer Anbau mit Dampfbad, Whirlpool und ein Eltern-Kindbereich entstanden, die 90 Meter lange Rutsche erhielt ihren Platz, neu waren die Empore über dem Schwimmbecken und der Sonnenduschen-Bereich. Knapp zehn Monate später wartete das Erlebnisbad mit einer weiteren Attraktion auf: Die Blockhaus-Sauna im Außenbereich sollte weitere Badegäste anlocken.

Diese positiven Änderungen wurden im Juni 1999 überschattet von dem Aus für das Freibad, das sich auf dem Gelände des Erlebnisbades befand. Nach vierzig Jahren wurde es dem Erdboden in einer Nacht-und-Nebel-Aktion gleichgemacht. Die Renovierungskosten wären mit über einer Million Mark zu hoch und damit unwirtschaftlich gewesen, hieß es.

Unvorhergesehene Kosten bescherte dem Erlebnisbad im Oktober 2008 ein Feuer im Nebengebäude. Glücklicherweise konnte die Lecker Wehr aber ein Ausweiten und Übergreifen der Flammen auf das Bad verhindern.

Weniger Besucher, höhere Kosten – das machte dem Erlebnisbad zu schaffen. Das Defizit von nun jährlich 400 000 Euro schien nicht mehr tragbar, eine Schließung im Sommer 2011 drohte. Der Hilferuf der Gemeinde nach Unterstützung in der Region hatte gefruchtet. „Wenn alle Unterstützungs-Zusagen eingehalten werden, wird das Erlebnisbad weitere fünf Jahre Bestehen bleiben“, konnte Bürgervorsteher Andreas Deidert schließlich mitteilen. Das Aufatmen in Leck war fast zu hören, immerhin hatten sich 5000 Bürger mit ihrer Unterschrift für den Erhalt des Bades ausgesprochen.

Dafür kämpft auch der 2010 ins Leben gerufene Förderverein. Mit rund 170 Mitgliedern setzt er sich finanziell und ideell für ein attraktiveres Erlebnisbad ein, beschafft neue Spielgeräte und unterstützt personell Aktionen im Bad.

Mit neuen Ideen und einem neuen Slogan brachte ebenfalls der neue Badebetriebsleiter Thomas Neidt frischen Wind ins Bad. „Hier kannst du was(s)erleben“ wird um Badegäste geworben, denn eines ist klar: Das Erlebnisbad hat nur eine sichere Zukunft, wenn möglichst viele Gäste die Schranke am Eingang passieren.

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