Jubliäums-Konzert in Leck : 300 Gäste feiern mit Drones & Bellows

Halvor Bogh und Jörgen Ehlers von Drones & Bellows mit Weggefährten.
Halvor Bogh und Jörgen Ehlers von Drones & Bellows mit Weggefährten.

Die Band „Drones & Bellows“ gibt es seit 30 Jahren. Bei der „Folk night with guests“ in der Nordsee-Akademie machten sich die Musiker selbst zum Geschenk.

shz.de von
30. Januar 2018, 14:00 Uhr

Leck | Es war ein Abend der Fakten und der Musik: „Drones & Bellows“ feierte sein 30-jähriges Bestehen und machte sich sein Jubiläums-Konzert mit Weggefährten und Freunden selbst zum Geschenk. Über 300 Gäste durften an dieser „Folk night with guests“ in der Nordsee-Akademie teilhaben. Die Bühne im großen Festsaal der Bildungseinrichtung mutete an, als sei sie ein Musikladen voller Instrumente. Rund 60 Stück wollten bespielt werden. Fast beschlich einen die Sorge, die Musiker könnten zu wenig Platz haben. Doch das Quintett passte mit Leichtigkeit dorthin, beim Finale nach vier Stunden rückten gar 16 Musiker zusammen.

Wie hatte alles begonnen damals vor drei Jahrzehnten? Die Schottin Pamela Naylor und der Däne Halvor Bogh hatten „Drones & Bellows“ – was in deutscher Sprache die Bordunpfeifen und den Balg vom Akkordeon beschreibt – gegründet. „Nur zu zweit – das wurde langweilig“, zwinkerte Halvor Bogh den Zuhörern zu. Allen Buus und Michael Nielsen stiegen ein, wenig später Bassist Kenneth Reimer und kurz nach der Jahrtausendwende Bernd von Appen. Diese vier Musiker haben der Band längst den Rücken gekehrt. Inzwischen mischte Percussionist Anker Hintze mit, Thomas Wieder lässt seine Finger bei „Drones & Bellows“ seit 2000 über die Akkordeontasten gleiten und seit fünf Jahren komplettiert Jörgen Ehlers die deutsch-dänische Band. „Die Probezeit dauert zehn Jahre“, witzelte er in weiser Aussicht. Was all diese Musiker verbindet ist die Liebe zur irischen und schottischen Folkmusik. Und das stellten sie in drei Sets unter Beweis in nie dagewesenen Formationen: „Alte“ und neue Bandmitglieder verschmolzen zu einer homogenen Truppe.

Damit nicht genug, die Folk- und Soulband „Guitavio“, die im vorigen September im Leck-Huus gastierte, machte sich bereit und kamen auf die Bühne. Schließlich sangen und spielten auch die CD-Producer Rod Sinclair und Brian McNeill mit dem Jubiläums-Quintett. Es war eine große musikalische, nationenübergreifende Familie, die locker und fröhlich nach Old-School-Manier mit handgemachter Musik und launiger Moderation feierte. Der Funke zur Fangemeinde sprang schnell über, es wurde mitgeklatscht und einige mutige Zuhörer trauten sich zu tanzen.

Zugaben brauchten nicht eingefordert zu werden, das fulminante Finale mit allen Akteuren auf der Bühne diente als solche.

„Das ist genial. Diese Musik macht einfach nur Spaß“, applaudierten beispielsweise Gaby und Benedikt Laux. Das Ehepaar aus Bad Bramstedt war für dieses Konzert nach Leck gereist und bereute es nicht, den langen Weg auf sich genommen zu haben. Die „Geburtstagskinder“ ließen den Abend bei einer Aftershow-Party in der Akademie-Kellerbar „Ringelnatz“ ausklingen.

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