30 Dieselrösser am Start

Einsetzender Starkregen und ein Gewitter sorgt für einen vorzeitigen Abbruch des Trecker-Ringstechens

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27. Juli 2015, 10:47 Uhr

Dass die Oldtimer-Freunde hart im nehmen sind, bewiesen sie bei der vierten Auflage des Trecker-Ringstechens vom Ringreiterverein in Braderup auf dem idyllischen Dorfplatz. Denn obwohl es in der Nacht zuvor 30 Liter Regen pro Quadratmeter gegeben hatte und auch die weiteren Wetter-Prognosen für den Wettkampftag mit Niederschlägen, Gewitter und Sturm alles andere als gut waren, gingen immerhin 30 Teilnehmer mit ihren qualmenden Dieselrössern an den Start. Nur wenige der angemeldeten Starter waren witterungsbedingt nicht erschienen.

Das Kommando hatte Reitchef Horst Petersen mit der Startnummer eins, der dieses Mal seinen Fendt Trecker „gesattelt“ hatte – beide sind übrigens gleich alt, nämlich „Baujahr“ 1962, wie er erklärte. In einem Rundkurs über den Dorfplatz waren drei Galgen hintereinander aufgebaut, so dass ein jeder pro Runde bis zu drei Ringe erzielen konnte. Wie bei den Ringreitern üblich, mussten dieses Mal die drei Erstplatzierten des Vorjahres mit längeren Handicap-Lanzen stechen, zumal Holger Lassen in den beiden Vorjahren jeweils als Sieger hervorgegangen war.

Zahlreiche Zuschauer hatten sich eingefunden, die die oftmals fein herausgeputzten historischen Gefährte aller möglichen Marken und Modelle bestaunten. Darunter auch der nostalgische immerhin 22 PS starke „Allgeier“ des Lokalmatadoren und Mitorganisatoren Karl Knutzen. Das Gefährt von 1949 hatte sein Opa seinerseits als ersten Schlepper auf dem landwirtschaftlichen Hof gegen die Pferde eingetauscht, so Karl Knutzen: „Der Trecker hat immer noch den ersten Lack.“ Nur ein Jahr jünger war der ebenfalls 22 PS starke „Allgeier“, mit dem typischen Seiten-Schwungrad, von Peter Mommsen aus Humptrup, der mit 81 Jahren aber der älteste Teilnehmer auf dem Platz war. Mit seinem Trecker zusammen bildete er mit 146 Jahren natürlich auch das älteste Gespann. Dass es für die Trecker-Piloten keine Altersbeschränkungen gibt, zeigte auch der nur ein Jahr jüngere Hans-Werner Anthonisen aus Uphusum auf seinem 32 PS starken „Fendt Farmer 2“, Baujahr 1964.

Nachdem alle, bei noch allerbestem Wetter, fünf Runden absolviert hatten, ging es in die Kaffeepause. Horst Petersen und der Vorsitzende Peter N. Petersen blickten aber zunehmend skeptischer in die immer tiefer und dunkler werdenden Wolken. Deshalb verkürzten sie die Pause und riefen die Teilnehmer wieder an den Start. Zwei Runden sollte es noch gut gehen, aber dann setzte der heftige Gewitterregen ein. Obwohl überwiegend mit Regenzeug ausgestattet oder wie Alfred Petersen mit Regenschirm auf dem Trecker sitzend, wurden die Teilnehmer triefnass. Deshalb entschieden sich die Verantwortlichen zum vorzeitigen Abbruch.

Ein jeder hatte auch schon 23 Galgendurchfahrten gehabt, so dass es auch eine offizielle Wertung geben konnte. Knapper Sieger wurde dabei der Einheimische Kai Jacobsen mit 20 Ringen. Die Freude bei ihm war riesengroß, denn es war sein erster Titel. Um die Plätze zwei bis fünf wurde gelost, da man bei gleicher Ringzahl von 19 auf das Umstechen verzichtete. So wurde Kim Andresen (Risum-Lindholm) zweiter vor Peter N. Petersen, Horst Petersen und Christian Holdt (alle Braderup). Pünktlich zur Siegerehrung hatte sich das Gewitter verzogen und die Sonne versuchte erneut ihr Glück. So konnte der „harte Kern“ abschließend sogar noch eine kleine „Oldtimer-Party“ feiern.

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