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Gemeindevertretung Humptrup : 295 000 Euro für neue Wege

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Bauarbeiten an Straßen und Radwegen um 75 000 Euro teurer als gedacht. Erzürnte Anwohner starten Unterschriftenaktion.

Humptrup | Die geplante Erneuerung des Geh- und Radweges an der Hauptstraße innerhalb der Ortsdurchfahrt im Zuge der Sanierungs-Baumaßnahmen der Kreisstraße (KNF 85) schlägt in Humptrup insbesondere bei den Anliegern hohe Wellen. Das war nicht nur bei der Anliegerversammlung am 22. August so, sondern auch bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung. Dabei geht es nicht um die Baumaßnahme als solche, sondern darum dass 50 Prozent der Kosten hierfür gemäß Ausbaubeitragssatzung der Gemeinde von den Anliegern zu zahlen sind. Ging man in der ersten Planung von rund 220  000 Euro Baukosten aus, kostet die Maßnahme nach den Ausschreibungen nun 295  000 Euro, einschließlich der Planungskosten. „Es wird aber spitz abgerechnet“, so Bürgermeister Erich Johannsen, da hiervon noch „Drei Harden“ und die Telekommunikationsunternehmen für deren Leitungs-Arbeiten kleinere Anteile übernehmen.

Die Anwohner haben inzwischen eine Unterschriftenaktion gestartet und beim Land Schleswig-Holstein eingereicht, da die neue Landesregierung in Aussicht gestellt hat, den Gemeinden eventuell freie Hand zu lassen, ob sie Ausbaubeiträge erheben wollen. Sowohl der Bürgermeister wie auch der Finanzausschußvorsitzende Asmus Thomsen betonten aber, dass Humptrup eine Finanzbedarfsgemeinde ist und selbst bei der Verabschiedung eines solchen Gesetzes wohl nicht davon freigestellt werden kann Ausbaubeiträge zu erheben. Ein Zuhörer schlug vor, deshalb die verpachteten gemeindeeigenen Ländereien, die derzeit recht gut im Wert sind, zu veräußern. Noch wolle man das „Tafelsilber“ nicht verkaufen, so Bürgermeister Johannsen, zumal auch dann der Haushalt nicht ausgeglichen werden kann. „Humptrup ist nicht mehr existenzfähig!“, rief schließlich der Vorsitzende des Bau- und Wegeausschusses Karl-Heinz Peters aus. Als Gedankengang rät er der nächsten Gemeindevertretung sich der Gemeinde Süderlügum anzuschließen, „um die Bürger in Humptrup zu entlasten“.

Um die Finanzierung der Baumaßnahme Rad- und Gehweg zu sichern, wurde wegen der erhöhten Baukosten ein entsprechender Nachtragshaushalt für 2017 verabschiedet. Erfreulich hierbei, dass die gestiegenen Gewerbesteuereinnahmen mit einfließen. Die abschließende Beschlussfassung über das Bauprogramm für den Ausbau des Rad- und Gehweges musste aber schließlich von der Tagesordnung genommen werden. Grund waren die Befangenheit von Bürgermeister Johannsen und seines ersten Stellvertreters Asmus Thomsen sowie die Tatsache, dass die zweite stellvertretende Bürgermeisterin Aase Nissen nicht anwesend war.

Während der Einwohnerfragestunde wurde moniert, dass die Grandwege in der Gemeinde nicht ausreichend aufgefüllt und angewalzt worden sind. Auch wurde vorgeschlagen, die Straßen und Wege rechtzeitiger zu sanieren, um nicht im Zuge des Neubaus die Anlieger zu belasten. Wie Bürgermeister Johannsen mitteilte, ist der Rückbau des Hasberger Weges noch im Herbst vorgesehen - Kosten rund 10  000 Euro. Weiter sind die westlichen Banketten am Langweg aufgefüllt worden, von den Kosten in Höhe von rund 4  000 Euro hat der Kreis die Hälfte übernommen. Für den Spielplatz ist eine neue Doppelschaukel für 2  000 Euro angeschafft worden. Für das nächste Jahr ist die weitere Umrüstung von 24 Straßenlaternen auf LED angemeldet worden. An das Amt ist eine Unterschriftenliste für eine Tempo 30 Zone für die gesamte innerörtliche Hauptstraße eingereicht worden. Obwohl es sich um eine Kreisstraße handelt, hofft man dieses zumindest für unübersichtliche Teilbereiche zu bekommen.


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