Jubiläum in Leck : 250 Konzerte für die Region

Leidenschaftlich und virtuos: Das Kibardin-Quartett gestaltet das 250. Konzert der Musikfreunde Leck.
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Leidenschaftlich und virtuos: Das Kibardin-Quartett gestaltet das 250. Konzert der Musikfreunde Leck.

Musikfreunde Leck feiern Geburtstag – demnächst steht das 250. hochkarätig besetzte Kulturereignis auf dem Programm.

shz.de von
05. Januar 2018, 03:22 Uhr

Leck | Die Musikfreunde in Leck und Umgebung beginnen das Jahr 2018 mit einem Jubiläum. Zwar wird der Verein erst im Herbst sein 25jähriges Bestehen feiern, doch laden sie bereits am Montag, 15. Januar, zu ihrem mittlerweile 250. Konzert ein.

1993 wurde der Verein Musikfreunde in Leck gegründet – mit dem Ziel einmal im Monat „hochkarätige klassische Kammermusikkonzerte“ in Nordfriesland zu veranstalten, teilten die Verantwortlichen mit. Der Gründungsvorstand mit Dr. Burkhard Forbrich, Michael Hoppe und Peter Bocksch hatte die Organisation der Konzerte über zwei Jahrzehnte mit großer Hingabe übernommen und ungezählte, inzwischen teilweise weltberühmte Musiker nach Leck geholt.

Darunter der Bratschist Nils Mönkemeyer, die Geigerin Vilde Frang oder das Vlach Quartett aus Prag, das dem Verein durch die herzliche und liebevolle Betreuung durch das Ehepaar Forbrich auch persönlich sehr verbunden ist. Preisgekrönt bei internationalen Wettbewerben sind fast alle Künstler, die in der nordfriesischen Gemeinde auftreten, sodass das Niveau der Konzerte mit namhaften Festivals mithalten kann.

Organisiert werden die Konzerte – darunter auch das jetzige Neujahrskonzert im Rathaus – von Heidi Specht-Christel, Constance Vogel und Reinhard Kampmann. Schwungvoll wird es, mit Tango-Geschichten des Kibardin Quartetts (Foto), einem Quartett mit Violine, Bajan, Gitarre und Kontrabass. Im Quartett trifft südamerikanisches Temperament auf die russische Seele. „Die vier hervorragenden Musiker machen eine ganz andere Seite von Russland hörbar und tauchen in die Tango-Welt des Bajanvirtuosen und Komponisten Efim Jourist ein“, teilten die Veranstalter mit. Dieser schuf ausdrucksstarke Werke, getragen von melancholischen Melodien. Er bereicherte den Tango mit Gypsy-Jazz, Klassik und weiteren tänzerischen Einflüssen. Michael Kibardin (Violine), Jens-Uwe Popp (Gitarre) und Guido Jäger (Kontrabass) arbeiteten viele Jahre gemeinsam mit dem 2007 verstorbenen Efim Jourist. Nach einem Hommage-Konzert für den Grandseigneur des Bajans in den Hamburger Kammerspielen, gründeten sie das Kibardin-Quartett.

Den technisch anspruchsvollen Bajan-Part übernimmt der Preisträger des New Yorker Wettbewerbs „Golden Accordion“, Alexander Pankow. Er ist zudem als Solist und Bühnenmusiker gefragt und spielt in verschiedenen Weltmusik- und Tango-Bands. Michael Kibardin ist Namensgeber des Ensembles. Seine internationale solistische Laufbahn führte ihn unter anderem nach Spanien, Paloma da Musica Valencia, und Australien, Sydney Opera House. Kontrabassist und Komponist Guido Jäger, der in der Robert Wilson Produktion „Alice“ zu Musik von Tom Waits mitwirkte, und Gitarrist Jens Uwe Popp, Mitglied des David Orlowsky Trios, musizierten weltweit mehr als zehn Jahre im Giora Feidman Trio. Mit der aktuellen CD „Am Samowar – Tango-Geschichten aus Russland“ legt das Ensemble ein faszinierendes Portrait von Efim Jourist vor. Auf NDR Kultur lobt Musikredakteurin Petra Rieß: „Ich habe selten eine so gelungene Mischung aus Konzertmusik und Folklore gehört. Und das auf höchstem Niveau!“

„Nobel musiziert und mit sehr viel Geschmack“, findet Radio Stephansdom aus Wien und kürt das Album zur CD des Tages. Ob im Konzert- oder Theatersaal, das Kibardin-Quartett ist gern gesehener Gast bei renommierten Festivals. Das Ensemble Magazin für Kammermusik schrieb: „Die vier Musiker verbinden tiefe Leidenschaft mit sprühender Lebensfreude, melodischer Eleganz, rhythmischer Straffheit und jeder Menge Virtuosität.“

Das Konzert beginnt am Montag, 15. Januar, um 19.30 Uhr im Rathaus Leck. Der Eintritt ist frei, es wird um eine Spende zur Fortsetzung der Konzertreihe gebeten.




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