Instagram-Star : 21-jähriger Nordfriese inspiriert Modemacher

Levin Lange postet gerne Fotos von seinen Outfits im Netz, um anderen zu inspirieren.
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Levin Lange postet gerne Fotos von seinen Outfits im Netz, um anderen zu inspirieren.

Mit Instagram-Account und Mode-Blog beeindruckt Levin Lange aus Risum-Lindholm auch bekannte Firmen.

shz.de von
28. Juni 2017, 11:32 Uhr

Mode ist schon seit jeher seine Leidenschaft: Der 21-Jährige Levin Lange aus Risum-Lindholm liebt es, Outfits zu kombinieren und Fotos davon in den sozialen Netzwerken zu teilen. Mit seinem Instagram-Account und einem Modeblog hat er sich dadurch mittlerweile einen Namen als „Influencer“ gemacht. Was für Menschen über 30 klingt wie eine Grippeerkrankung, ist eine Internet-Aktivität, die bestenfalls viel Geld einbringen kann. Die sogenannten Influencer (von englisch to influence: beeinflussen), auch Meinungsführer und Multiplikatoren, veröffentlichen Bilder von sich in sozialen Netzwerken, auf denen zudem Kleidung, Schmuck, Kosmetik und mehr zu sehen sind, die ihre Leser (Follower), dazu animieren sollen, diese Produkte zu kaufen.

Der 21-jährige Nordfriese hat es sich aber nicht zum Ziel gesetzt, Geld mit dem Bloggen zu verdienen, sondern andere Menschen mit seinen Looks zu inspirieren. „Ich hatte angefangen, Fotos von mir auf Instagram zu posten, worauf regelmäßig Fragen folgten, wo man mein T-Shirt oder meine Jacke kaufen kann“, berichtet Levin Lange. Anfangs noch ganz unprofessionell geknipst, direkt vor einer Wand, erinnert er sich. „Das würde ich heute natürlich nicht mehr so machen,“ sagt er. Zwei bis drei Stunden verbringt er täglich damit, seinen Blog und seinen Instagram-Account „levins_view“ auf dem Laufenden zu halten. Mittlerweile nehmen zwei professionelle Fotografen, mit denen er befreundet ist, die meisten Fotos von ihm auf. „Wenn ich unterwegs bin, nehme ich auch schon mal mein Handy, da ist die Qualität auch sehr gut“, fügt der sh:z-Azubi an.

Nach den vielen Anfragen bei Instagram zu seinen Styles – zur Zeit hat er 5450 Follower – verlinkte er als nächsten Schritt seine Posts mit den Modemarken, die er auf den Bildern trägt. „Auf Instagram kann man allerdings nicht viel erklären oder schreiben, deswegen habe ich vor anderthalb Jahren noch einen Blog gestartet“, berichtet der Nordfriese. Dort schreibt er über Dinge, die ihn inspirieren und ihm wichtig sind, vorrangig natürlich über Mode. Die Kommentare waren durchweg positiv, was Levin Lange dem Portal Instagram zuschreibt. „Hier gibt es keine Mobber oder Hater, wie man es von anderen Sozialen Netzwerken kennt, das ist wirklich schön.“

Schon bereits kurz nachdem sein Blog an den Start ging, fragten einige Firmen bei ihm an, ob er Lust hätte, eines ihrer Produkte zu testen und es auf seinem Blog und auf Instagram zu bewerben. „Das ist eine große Ehre für mich und freut mich wirklich sehr“, berichtet er, denn es sei schließlich nicht selbstverständlich, dass er von Firmen kostenlos Produkte zur Verfügung gestellt bekommt. Alles bewirbt er aber nicht, nur weil er es umsonst bekommt. „Es ist mir da ganz wichtig, zu selektieren, damit ich authentisch bleibe. Ich habe beispielsweise mal eine Anfrage abgelehnt, in der es um ein extrem teures Lederarmband ging.

Die Qualität war wirklich sehr schlecht und es hätte allenfalls ein paar Euro kosten dürfen. So etwas kann ich nicht bewerben, dahinter kann ich einfach nicht stehen.“ Seine Follower sollen wissen, dass es seine ehrliche Meinung ist, die sie da lesen. Einige Firmen bitten auch explizit um die ehrliche Meinung und schreiben nicht vor, was er sagen soll. Letztere Angebote würde Levin Lange aber auch nicht annehmen. Ebenso wenig wie Angebote, Medikamente zu testen oder Spiele-Apps zu beurteilen. „Seriöse Firmen wissen genau, wie sie Blogger ansprechen und wer zu ihrem Firmenbild passt.“

Die größte Ehre für ihn, so sagt er, war es, als die bekannte Marke Daniel Wellington auf ihn zukam und ihm eine Kooperation anbot. „Das war für mich wie ein Ritterschlag.“

Um, wie andere Influencer, Geld mit seinen Posts zu verdienen, müsste er das Ganze noch stärker verfolgen. Aber Levin Lange möchte keinen Druck bei der Sache aufbauen, sondern weiter in erster Linie Spaß daran haben. „Ein Job in der Modebranche wäre natürlich ein Traum, aber das ist eine sehr hart umkämpfte und auch überlaufene Branche, das habe ich unter anderem bei meinem Besuch bei der Fashion Week in Berlin gesehen.“ Aber die Medienwelt bietet ihm zahlreiche Möglichkeiten, seinem Traum nahe zu sein, weshalb sich Levin Lange für ein duales Studium entschieden hat: Er studiert BWL und macht parallel dazu eine Ausbildung zum Medienkaufmann. Und wer weiß, welche Jobangebote er nach erfolgreichem Abschluss erhält.

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