zur Navigation springen

Musikwettbewerb in Hamburg : 16-Jährige aus Niebüll sitzt heute Abend am Klavier

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Im Finale eines Musikwettbewerbs spielt Hjördis Karlsson zum ersten Mal vor einem großen Publikum.

shz.de von
erstellt am 13.Apr.2017 | 10:19 Uhr

Klavier spielt sie, seit sie drei Jahre alt ist. Ihre Künste hat Hjördis Karlsson bisher allerdings eher einem kleinem Publikum präsentiert. Heute Abend wird das anders, denn dann tritt die 16-Jährige vor rund 200 Menschen in Hamburg auf. Bereits im Juli hatte sie den sogenannten Talented-Wettbewerb in Niebüll gewonnen und sich damit für das Finale in der Hansestadt qualifiziert. An ihrer Schule – der Friedrich-Paulsen-Schule (FPS) – wurde die Niebüllerin von einer Jury ausgesucht. Die Gewinner der norddeutschen Lokalwettbewerbe messen sich heute Abend in der Hamburger Markthalle. Mit professionelle Studioaufnahmen, Stimmcoachings sowie Konzertauftritten werden die Gewinner belohnt. Der Musikwettbewerb findet an Schulen statt. Veranstalter ist der Hamburger Verein Talented.


In zehn Minuten muss sie die Jury überzeugen

„Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, ins Finale zu kommen“, sagt Hjördis. Für sie sei es vor allem wichtig, von jemandem, der Ahnung hat, Kritik zu bekommen, um sich zu verbessern. „Das ist eine tolle Chance.“

Zehn Minuten hat sie Zeit, um die Jury mit ihren zwei Stücken zu überzeugen – darunter auch eine Eigenkomposition. „Es ist ein melancholisches Lied, ich bin nicht so der Typ für fröhliche Musik“, sagt sie und lächelt. Einer bestimmen Stilrichtung möchte sie ihre Musik nicht zuordnen. „Einige meiner Freunde sagen, es klingt wie Ludovico Einaudi [italienischer Komponist und Pianist, Anm. d. Red.]“, sagt die Nordfriesin. Sie wolle etwas spielen, das „von seiner Dynamik anspruchsvoll und vielfältig ist“, sagt sie.


Freunde kommen mit nach Hamburg


Bis zu vier Mal die Woche hat sie für ihren großen Auftritt geprobt. Wie lange sie am Klavier sitzt, hängt dabei ganz davon ab, wie motiviert sie ist: Manchmal übt sie zwei Stunden, an anderen Tagen aber auch nur fünf Minuten.

Beim Talented-Wettbewerb in Niebüll qualifizierte Hjördis sich für das Finale.

Beim Talented-Wettbewerb in Niebüll qualifizierte Hjördis sich für das Finale.

Foto: Nikolas Wagenführer/Talented
 

Bei Vorspielabenden ihres Klavierlehrers sowie Auftritten mit einem Orchester, konnte sie bereits erleben, wie es sich anfühlt, auf einer Bühne zu stehen.

Aufgeregt sei sie angesichts der neuen Herausforderung nicht, sagt Hjördis. Das könne aber noch kurz vor dem Auftritt kommen. „Ich freue mich aber auf den Auftritt – und das Feedback der Jury.“ Rund 13 Freunde und Verwandte sind heute Abend in Hamburg dabei, um beim großen Auftritt der jungen Pianistin dabei zu sein. Ob sie dann gewinnt oder nicht, sei ihr eher gleichgültig, sagt die Gymnasiastin. Auch wenn die Preise „schon verlockend sind“.

Zusammen mit acht weiteren Finalisten – die sich zuvor in Flensburg, Kiel, Hamburg und Westerstede (Niedersachsen) qualifiziert hatten – wird Hjördis heute Abend ab 17 Uhr um die Wette musizieren. Im Rahmenprogramm werden die Band „Roast Apple“ und der Künstler „Phasenkind“ (beide aus Niebüll) auftreten. Erstere war 2014 Talented-Bundessieger geworden, Letzterer belegte beim Finale der letzten Staffel den zweiten Platz.

Malte Kosub, Gründer und CEO von Talented, liegt nicht nur die Musik am Herzen: „Sowohl die Talentförderung als auch die Förderung der Schülervertretungen an Schulen kommt in Deutschland zu kurz“, sagt er. Genau dieses Problemen würde mit dem Projekt gelöst: Denn so würden Talente in Schulen gefördert, Schüler von der Musik begeistert und Schülervertretungen in ihrer Arbeit unterstützt.

In der sechsten Staffel, die zwischen Anfang 2016 und Anfang 2017 ausgetragen wurde, haben in fünf Lokalentscheiden in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen rund 100 verschiedene Künstler und Bands ihr musikalisches Talent präsentiert.

Der Wettbewerb Talented richtet sich ausschließlich an Schüler (siehe Infokasten). Die Nachwuchsmusiker dürfen nicht nur ihr Können auf der Bühne unter Beweis stellen, sie sind auch aktiv in die Organisation der Lokalwettbewerbe eingebunden. Unterstützer sind unter anderem das Ministerium für Schule und Berufsbildung in Schleswig-Holstein sowie die Hamburger Schulbehörde.

Infos zum Wettbewerb auf www.talented.de und bei Facebook (Talented Musikwettbewerb)

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen