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Wildpark abzugeben : 14 Damtiere und ein Hahn suchen einen neuen Besitzer

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Der Betreiber des Tiergeheges im Langenberger Forst wünscht sich einen Nachfolger.

shz.de von
erstellt am 21.Apr.2017 | 11:59 Uhr

Peter M. Schütt erinnert sich noch genau an den Tag, an dem er unverhofft Herr über einen Wildtierpark wurde. „Der damalige Betreiber war verstorben. Sein Bruder, mit dem ich Viehhandel betrieb, saß eines Tages auf seinem Hof auf einem Stein und wartete.“ Und zwar auf den Schlachter, wie Schütt erfuhr: „Die Hirsche sollten weg.“ Der Landwirt und Pferdezüchter Schütt überlegte nicht lange und wies den Geschäftspartner an: „Sag’ dem Schlachter ab. Die Tiere bleiben am Leben. Ich kaufe sie dir ab.“

Das ist mittlerweile 16 Jahre her. Seitdem hat das Gehege ungezählte Besucher in den Langenberger Forst gelockt. Jeden Tag fährt Schütt aus Schardebüll in der Gemeinde Enge-Sande zum Gehege an der Lecker Chaussee, um das Wild zu füttern. Jetzt allerdings hat der 83-Jährige beschlossen: „Ich mag nicht mehr und möchte den Betrieb in jüngere Hände geben.“

Obwohl: So ganz jung sollte der ideale Kandidat für ihn auch nicht sein. „Die betreffende Person sollte genug Zeit haben. Gut wäre ein Pensionär, der in der Gegend wohnt. Einer, der sich mit Tieren auskennt.“ Es habe ihn vor einiger Zeit sogar einmal jemand angesprochen, der an der Übernahme des Betriebs interessiert gewesen sei. „Aber ich Dussel habe mir den Namen nicht gemerkt. Doch vielleicht meldet sich der Betreffende jetzt noch einmal bei mir.“

Peter M. Schütt erinnert sich noch genau an den Tag, an dem er unverhofft Herr über einen Wildtierpark wurde.

Peter M. Schütt erinnert sich noch genau an den Tag, an dem er unverhofft Herr über einen Wildtierpark wurde.

Foto: Arendt
 

Besonders beliebt ist der Wildtierpark bei den Jüngsten: „Manchmal kommen ganze Busladungen mit Kindern. Es geht einem wirklich das Herz auf, wenn die Kleinen regelrecht im Maschendrahtzaun hängen, um den Tieren ganz nah zu sein“, berichtet Schütt. Wenn dann sogar große Tierzungen kleine Kinderhände berührten, seien Überraschung und Freude immens und begeisterte Rufe wie „der Hirsch hat an meiner Hand geschleckt“ zu hören, berichtet Schütt schmunzelnd.

 Besucher kämen nicht nur aus den umliegenden Orten, sondern auch von weiter her. Auch für Enkel, die ihre Großeltern hier vor Ort besuchen, ist das Wildgehege dem Noch-Betreiber zufolge ein Muss auf der Ausflugsliste.

Das rund anderthalb Hektar große Gelände ist in Privatbesitz, Peter Schütt hat das Areal gepachtet. Dort laufen derzeit 14 Damtiere, 10 weibliche Tiere und 4 Hirsche. Und seit Januar dieses Jahres ist noch ein gefiederter Bewohner dazugekommen: „Eines schönen Tages war plötzlich ein Hahn im Gehege“, berichtet der 83-Jährige, der vermutet, dass jemand das Tier „einfach über den Zaun geschmissen“ habe. Ganz zerrupft, mager und scheu sei das Federvieh gewesen.

Doch ein wenig Zeit und Körnerfutter hätten aus dem zerzausten Findelhahn einen stattlichen und beinahe zahmen Gockel werden lassen. „Ein schönes Tier, für den hätte ich am liebsten noch ein paar Hennen. Vielleicht schaffen sie sogar, Küken auszubrüten und aufzuziehen.“

Noch bis Herbst läuft laut Schütt der aktuelle Pachtvertrag: „Wenn sich bis dahin keiner findet, muss das Wildgehege aufgegeben werden.“ Lecks Bürgermeister Andreas Deidert spricht sich ausdrücklich für den Erhalt des Wildgeheges aus. „Aus gutem Grund gibt die Gemeinde einen Futtermittelzuschuss.

Das Gehege ist eine Institution, zu der man gerne hingeht.“ So dicht könne man Wildtieren sonst nicht kommen. Auch viele Ältere verbänden damit Kindheitserinnerungen, immerhin gebe es das Gehege bereits seit Ende der 60er-Jahre. „Es wäre wirklich schön, wenn sich da jemand finden würde, der den Betrieb übernimmt.“


Kontakt zu Peter M. Schütt: Telefon 04662/5025

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