Autoantrieb per Wasserstoff : „100 Prozent erneuerbare Energie“

GP-Joule-Geschäftsführer und Unternehmensgründer Ove Petersen mit FDP-Kreischef Berthold Brodersen.
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GP-Joule-Geschäftsführer und Unternehmensgründer Ove Petersen mit FDP-Kreischef Berthold Brodersen.

Ove Petersen zu Gast beim liberalen Stammtisch zum Thema: Umwandlung von Strom in Wasserstoff.

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29. Dezember 2017, 03:04 Uhr

Niebüll | GP Joule-Chef Ove Petersen war zu Gast bei der Niebüller FDP in den BAW-Räumlichkeiten. „Unsere Vision bei GP Joule: 100 Prozent erneuerbare Energien. Die Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren ist für uns die Grundlage klimafreundlich, effizient und kostengünstig in den Energiebereichen Wärme, Mobilität und in der Industrie zu sein. Dafür bietet GP Joule Kommunen und Unternehmen Lösungen aus einer Hand“, so GP-Joule-Geschäftsführer und Unternehmensgründer Ove Petersen. Doch GP Joule möchte mehr: Autoantrieb per Wasserstoff. Mit einer Wasserstofftanksäule und einem Wasserstoffauto zeigte das Unternehmen seine Lösungen für die smarte Sektorkopplung am Beispiel der emissionsfreien Wasserstoffmobilität bereits auf Messen. Motto: „Wir sind soweit!“

Dank des unternehmenseigenen Wasserstoff-PEM-Elektrolyseurs erfolge die leistungsstarke, effiziente Umwandlung von Strom aus erneuerbaren Energien in Wasserstoff. Mit diesem Energieträger könnten durch vielfältige Anwendungen und Nachfrage nach dann „grünem Wasserstoff“ neue Märkte wie der Wärme-, Mobilitäts- und Industriemarkt erobert werden. „Dort, wo Elektromobilität in der Reichweite an Grenzen stößt, wird grüner Wasserstoff unverzichtbar für die Energiewende im Mobilitätssektor: Mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellenfahrzeuge können bereits heute große Lasten über weite Strecken von bis zu 800 Kilometern transportieren“, erklärte Ove Petersen. „Dies macht den Wasserstoff-Antrieb insbesondere für den Einsatz im öffentlichen Personennahverkehr und im Schwerlastverkehr zu einer günstigen und klimaneutralen Alternative.“

Er ist sich sicher, dass ab Ende 2018 die ersten Busse mit der Brennstoffzelle unterwegs sind. Die Power-to-Gas-Technologie kann Wind- oder Sonnenenergie nahezu verlustfrei in Wasserstoff umwandeln und speichern. Um die Erzeugung von grünem Wasserstoff hocheffizient zu gestalten, wird gleichzeitig die anfallende Prozesswärme mittels Wärmetauscher ausgekoppelt. Diese kann dann in vorhandenen Wärmesenken vor Ort für Fern- oder Nahwärmeanwendungen eingespeist werden.

Ove Petersen beruhigte die Anwesenden, dass die Sicherheit höchste Priorität hat und die technische Ausstattung dafür bereits vorhanden sei. „Alles kann jedoch scheitern, wenn die Behinderungen in der Gesetzgebung nicht erkannt und abgebaut werden“, so der Kreisvorsitzende Berthold Brodersen. Unter anderem plane die FDP Nordfriesland für Mai 2019 eine vierwöchige Teststrecke für Wasserstoff-Schienenfahrzeuge einzurichten.

Am Ende der Versammlung war man sich einig: „Wenn wir es nicht schaffen, den Strom in Nordfriesland zu veredeln und den Wegwerfstrom vor Ort zu nutzen, werden wir weitere Arbeitsplätze verlieren und keine Firmen ansiedeln können. Die Auswirkungen werden sich mit Auslaufen der Förderungen zur Erneuerbaren Energien dann durch Wegfall von Gewerbesteueraufkommen dramatisch für die Gemeinden entwickeln.“


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