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Auszubildende im ISIT : Zwischen Volleyball und Hightech

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Technik im Team kennen lernen: Wie die Auszubildenden im ISIT heimisch werden

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2014 | 11:45 Uhr

Naturwissenschaft und Technik. Dafür interessiert sich Laura Gersmeier besonders, konnte sich aber nicht für einen Studiengang entscheiden. Also eine Ausbildung. Die Berufsberatung brachte sie auf das Feld Mikrotechnologie. Doch zu Hause in Gelsenkirchen habe es vor allem Firmen aus der Auto- und Stahlbranche gegeben, sagt die 18-Jährige. Sie stieß auf das Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie (ISIT), und das passte: „Ich wollte einen noch umfangreicheren Überblick haben und mich nicht gleich spezialisieren.“

Alexander Barnbrock besuchte das Regionale Berufsbildungszentrum in der Fachrichtung Elektrotechnik. Auf der Ausbildungsmesse AzubIZ lernte er das ISIT kennen, informierte sich weiter, war Teilnehmer bei der Summer School des Innovationszentrums IZET. „Das hat mir alles sehr gut gefallen“, sagt der 19-Jährige aus Kremperheide. Eine Informationsveranstaltung im ISIT war der letzte Anstoß, noch am selben Tag gab er seine Bewerbung ab. Denn: Es habe ihn immer begeistert, wie kleinste Bauteile ihre Funktionalität und Wirkung in alltäglichen Gegenständen entfalten.

Das lernen die beiden angehenden Mikrotechnologen nun von Grund auf kennen. Markus Schröder dagegen hat die drei Jahre gerade hinter sich. „Eigentlich geht man durch alle Bereiche“, erklärt der 20-Jährige aus Nortorf bei Wilster. Großes Knowhow werde vermittelt – das setzt er nun als Halbtagskraft ein und holt parallel sein Abitur nach, um danach studieren zu können. Ihm gefiel es, sofort fest eingebunden zu sein in die ISIT-Prozesse: „Man steigt fast direkt ein, lernt Verantwortung und übernimmt Verantwortung.“

So wie jetzt Laura Gersmeier und Alexander Barnbrock. Rundgang, Sicherheitsbestimmungen und das Erklären von Geräten standen am Anfang, doch schon nach kurzer Zeit waren sie in der Metallographie für Material- und Qualitätsproben zuständig. Elektronische Bauteile, eingebettet in Kunstharz, müssen so geschliffen und poliert werden, dass sie unterm Mikroskop fotografiert werden können. So werde für den Bericht an den Kunden erkennbar, ob die Teile richtig gelötet wurden, erklärt Laura Gersmeier. Ergebnisse müssten schnell da sein: „Die Konkurrenz schläft nicht.“ Sie wüssten bei den Proben nur teilweise, wofür die Teile seien, sagt Alexander Barnbrock. Aber erste Schritte zum Verständnis der Funktionen seien gemacht.

Als Auszubildende seien sie Teil eines größeren Projekts, erkärt Laura Gersmeier. Zunächst gehe es darum, die Hightech-Geräte und naturwissenschaftliche Hintergründe kennen zu lernen – und das werde von den Kollegen im Zweifel auch mehrfach erklärt. „Das Arbeitsklima ist sehr gut hier“, sagt die 18-Jährige, auch ihr Azubi-Kollege lobt die „super Atmosphäre“ im ISIT. Das merkten beide schon beim ersten Besuch: Umfangreich sei geschildert worden, was im Institut gemacht werde, in anderen Firmen gehe es viel kühler zu, so Alexander Barnbrock. Zudem seien Forschung und Entwicklung interessanter, weil sie deutlich mehr Abwechslung böten.

Der positive erste Eindruck habe sich bestätigt, erklärt Laura Gersmeier. Den Umzug in die Fremde bedauert sie nicht, ihr Ausbilder half ihr dabei, ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft in Oldendorf zu finden. Einsamkeit kommt nicht auf, denn das Team treibt auch gemeinsam Sport – Volleyball statt Hightech.


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