Ferienspass : Zwischen Tonis und Tauchen

Planschen unter dem Sonnensegel (v.l.): Hannah (10), Antonia (10), Maria (10), Selin (10), Lisa (12) und Lasse (10) haben jede Menge Spaß im Itze-Cool-Camp.
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Planschen unter dem Sonnensegel (v.l.): Hannah (10), Antonia (10), Maria (10), Selin (10), Lisa (12) und Lasse (10) haben jede Menge Spaß im Itze-Cool-Camp.

Itze-Cool-Camp im Hüttendorf im Itzehoer Freibad: Ferienspaß für 90 Kinder mit Arbeit und viel Vergnügen.

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24. Juli 2014, 16:45 Uhr

Viele Gleichaltrige, ein riesiges Beschäftigungsangebot und das Schwimmbad direkt vor der Tür – wie kann man sich die Sommerferien schöner vorstellen? Für zwei Wochen hat das Itze-Cool-Camp das Hüttendorf im Freibad bezogen und bietet dort wöchentlich 90 Plätze für Kinder zwischen 6 und 13 Jahren. Betreut werden sie von Carsten Roeder, Leiter des Kinder- und Jugendbüros der Stadt, und einem 25-köpfigen Team. Beim Anmeldestart im Januar war das Ferienangebot innerhalb von zwei Stunden ausverkauft.

Kein Wunder, denn das Camp hat eine langjährige Tradition. Allerdings an anderer Stelle: Bis zum vergangenen Jahr war es unter dem Namen Ton-Cool-Camp an der kleinen Tonkuhle auf dem Gelände der Arbeiterwohlfahrt (AWO) beheimatet. Doch weil die AWO das Gelände gerade selbst nutzt, musste für die Stadt eine Alternative her. „Mit unserem Personal bekommen wir das Camp nur in den ersten Ferienwochen organisiert“, so Roeder.

Schnell kam die Idee auf, ins Schwimmbad umzuziehen. Dort sei mehr Platz, sodass pro Woche 20 Kinder mehr als im Vorjahr aufgenommen werden konnten. Allerdings insgesamt nur für zwei Wochen, denn das Camp im Freibad ist mit Mehrkosten verbunden: „Drei Wochen sind deshalb finanziell nicht drin“, bedauert er.

Die Kinder sind geteilter Meinung: „Hier find’ ich es besser“, sagt Johanna (8). „Im alten Camp hatte man mehr Möglichkeiten“, findet die neben ihr trommelnde Johanna (12). Andererseits könne man hier „schnell den Badeanzug anziehen und ins Wasser springen“, erklärt Antonia (10). Außerdem sind laut Marit (12) die Toiletten besser. Katarina (10) meint: „An der Tonkuhle war es ziemlich cool mit den Kanus und der Veranda.“ Das findet auch Katja (9) und vermisst „bessere Jobs“. Trotzdem meint sie: „Keins ist besser, beides ist richtig cool!“ Wo das Camp im nächsten Jahr aufgeschlagen wird, steht laut Roeder noch nicht fest.

Die Idee ist geblieben: Es existiert ein eigenes Wirtschaftssystem mit „Tonis“ als Währung. Um sie zu verdienen, gibt es kleine Jobs vom Müllsammler bis zum Sheriff. Mit den Tonis können später Naschtüten gekauft, Spiele ausgeliehen, Fotoshootings gebucht oder Aufführungen besucht werden. Oft stehen Theater oder Musik sowie Wettbewerbe auf dem Programm. All das organisieren die Kinder meist selbst. Aus gutem Grund: „Die Kinder werden hier ganz intensiv zur Selbstständigkeit gefördert“, erklärt Betreuer Manfred Jauß.

Der neunköpfige Camprat „bespricht Probleme, um sie zu lösen“, so Antonia (10). Zwei Mal täglich treffen sich alle zur Versammlung und diskutieren über Schwimmzeiten oder den Umgang mit zu vielen Tonis. Beschlüsse werden an einer Tafel veröffentlicht.

Bastian (12) und Constantin (8), die gerade den Floßwettbewerb gewonnen haben, tragen einen prall gefüllten Tonibeutel vor der Brust: „Die ganze erste Woche hab ich gearbeitet“, erklärt Bastian. „Jetzt will ich es mir gut gehen lassen.“

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