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Schwimmkurs : Zwischen Sicherheit und Seepferdchen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mehr als 100 Kinder lernen pro Sommer im Kellinghusener Freibad das Schwimmen – und das ist wichtig, denn die Zahl der Nichtschwimmer nimmt Besorgnis erregend zu.

Wer macht solche Beinbewegungen? „Der Frosch.“ Als diese Antwort aus Kinderkehlen tönt, kann Schwimmmeister Michael Mitterer entspannen. Der vielstimmige Chor signalisiert, dass seine 14 Schwimmschüler die Befangenheit der ersten Schwimmstunde überwunden haben.

Noch sitzen alle auf den Fliesen vor dem Nichtschwimmerbecken und proben beim Trockenschwimmen die korrekten Beinbewegungen. Ein kleines Abenteuer bestanden die Mädchen und Jungen im Alter zwischen sechs und acht Jahre schon zuvor: Die Gruppe stattete dem sonst streng verschlossenen Badmagazin einen Besuch ab. Zwischen bunten Wassernudeln, Schwimmringen und Bällen grüßte dort tatsächlich der Wassergott Neptun von einem Bild herab. Für langes Schauen blieb jedoch keine Zeit, schließlich standen 45 Minuten Schwimmunterricht auf dem Ferien-Stundenplan.

Ausgestattet mit den leichten blauen Schwimmbrettern ging es ins Sonnen beschienene Nass. In bunter Reihe hockten sich die Kids auf die Stufen des Nichtschwimmerbeckens. Einmal ordentlich mit den Füßen strampeln – dann wurde es ernst: „Bitte mit vorgestreckten Armen nacheinander durchs Wasser gleiten lassen.“ Mit Hilfestellung von Mitterer bemerkten auch kleine Zauderer schnell, dass der Schwebezustand dank des Schwimmbretts ganz leicht gelang.

Die Mütter und Väter beobachteten den Nachwuchs stolz von der Freibadterrasse aus. Daniela Bengsch will sicher sein, dass die Tochter Merissa (6) schwimmen kann, wenn sie sich im kommenden Jahr als Schulkind mit ihren Freundinnen im Freibad vergnügt. Sicherheit steht auch für Yvonne Bewernick und Jessica Ahmling ganz oben.

Während sie noch über die Gefahren an den öffentlichen Gewässern sprechen, schlüpfen die Töchterchen Summer (5) und Emily (6) schon ganz selbstständig in ihre bunten Badanzüge. Sicherheitsgründe führen auch die anderen Eltern ins Freibad: Tom-Luis (6), Marc-Luca (8), Julius (6), Smilla (6) und Tjark (6) sollen keine Angst vorm nassen Element haben und lernen, es bereits in jungen Jahren in Grundzügen zu beherrschen. Nach und nach trudelt der Rest der angemeldeten Kinder ein.

Während der Sommerferien wird Michael Mitterer im Rahmen von insgesamt neun Kursen rund 100 Kindern erste Schwimmfertigkeiten vermitteln. Ein weiteres Angebot wendet sich außerdem an fortgeschrittene Schwimmer. Im Prinzip könnten auch erwachsene Nichtschwimmer an den Anfängerkursen teilnehmen, sagt er. Doch da sei die Hemmschwelle hoch. „Viele genieren sich, nur wenige haben sich angemeldet.“ Der Schwimmmeister erwägt daher, im kommenden Jahr einen Extrakurs um 20 Uhr anzubieten. Hinsichtlich der allgemeinen Schwimmfertigkeiten bestätigt der Fachmann die alarmierende Zahlen aus den Medien: Die Nichtschwimmerquote habe Besorgnis erregend zugenommen.

Dabei geht es im Schwimmkurs für die Jüngsten ganz locker los. Nach einer Woche schwimmen die meisten schon so gut, dass die Gruppe den Gang zum Schwimmerbecken antritt. Wer mag, kann am Ende vom Startblock springen, 25 Meter schwimmen und einen Ring aus schultertiefen Wasser heraufholen. Als Belohnung dafür gibt es das Frühschwimmerabzeichen „Seepferdchen“. Aus Erfahrung weiß Mitterer, daß viele Kinder den Ehrgeiz haben, das Abzeichen zu erlangen. Schön fände er, wenn der Eifer konstant bliebe und in einigen Jahren die Jugendschwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold folgten.

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