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Streit um Kleingärten in Itzehoe : Zwischen Räumung und neuen Ideen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Eichtal-Initiative und Stadt diskutieren über Zukunft des Kleingartengeländes im Kratt in Itzehoe.

von
erstellt am 18.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Die Bagger haben gut zu tun in der früheren Kleingartenanlage Eichtal im Kratt. Die Fläche wird geräumt, um für Verkehrssicherheit zu sorgen – so die Argumentation der Stadt, die seit Anfang Oktober wieder für das Areal verantwortlich ist. Naturfreunde beäugen das Vorgehen misstrauisch, und dabei wird es bleiben. Immerhin haben sich Vertreter der Eichtal-Initiative im Rathaus mit Verantwortlichen der Stadt getroffen. „Durchaus konstruktiv“ nennt Robert Neuhaus von der Initiative das fast zweistündige Gespräch. Jetzt soll die Initiative ihre Vorschläge konkretisieren, die Arbeiten aber laufen weiter.

Das Treffen war am Ende einer aufgeregten Einwohnerfragestunde in der September-Ratsversammlung vereinbart worden. Es verlief „natürlich zum Anfang etwas emotional“, sagt Bürgermeister Andreas Koeppen, der begleitet wurde von Bauamtsleiterin Bettina Bühse, Marc Springer als Leiter der Stadtplanung, Heinz-Rüdiger George als Leiter der Umweltabteilung und Sönke Doll, dem Vorsitzenden des Stadtentwicklungsausschusses. Die Initiative war vertreten durch Neuhaus, Klaudia Bahr, Florian Heinze und Ilga Jansen sowie Rainer Guschel vom Bund für Umwelt- und Naturschutz und Kalle Bahr vom Naturschutzbund. Anfängliche Skepsis und Misstrauen sah auch Neuhaus: Auf beiden Seiten gebe es viele Ängste unterschiedlicher Art. „Aber es wurde auch ein Punkt erreicht, wo sich die Runde entspannte und ein normales Gesprächsniveau herrschte.“

Der größte Aufreger ist die aktuelle Räumung. Guschel ist nach wie vor der Ansicht, dass mehr getan werde, als es das Minimierungsgebot verlange. Dagegen stellt Koeppen fest: „Wir haben ganz gut erklären können, was wir da machen.“ George habe verdeutlicht, dass nicht alles kurz und klein geschlagen werde, doch es gehe eben nicht nach dem Motto „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“. Die entstehenden Spuren werde die Natur schnell beseitigen, und die Firma sei klar angewiesen, was zu tun sei. Mit Fotos von maroden Gartenlauben, Asbestplatten und Behältern unklaren Inhalts wurde dokumentiert, wie es auf dem Gelände aussah und noch aussieht. Koeppen nimmt es als Bestätigung für die Räumung: „Man weiß gar nicht, was da noch alles liegt.“

In dem Gespräch sei mehrfach noch einmal versichert worden, dass nicht das Baufeld für das geplante Neubaugebiet vorbereitet werde. „Das dürfen wir gar nicht, wir haben keinen Bebauungsplan.“ Es gebe aber viele Menschen, die auf einen Bauplatz in Itzehoe warteten – aus Koeppens Sicht die schweigende Mehrheit in der Diskussion um das Eichtal. Auch nach einer nichtöffentlichen Diskussion im jüngsten Stadtentwicklungsausschuss bleibe es bei der Tendenz, dass die Stadt das Gebiet selbst entwickelt, nachdem kein Investor gefunden werden konnte. Er sei zuversichtlich, dass dies gemeinsam mit der Naturschutzbehörde gelinge, so der Bürgermeister.

Die Karten für das Baugebiet seien schon weitgehend gemischt, die Initiative habe aber im B-Plan-Verfahren noch die Gelegenheit zu „beträchtlicher Einflussnahme“, so das Fazit von Robert Neuhaus. Allerdings müsse die Stadt erst untersuchen, wie und zu welchen Bedingungen das Gelände zu erschließen sei, meint Guschel. In jedem Fall sieht die Initiative nach dem Gespräch Chancen für ihre ökologischen Ansätze. Eine Reihe von Vorschlägen wurde vorgetragen von abfallfreien Kreisläufen über einen Naturkindergarten bis zu solidarischer Landwirtschaft.

„Erste Gedankengänge“, so kam das bei Koeppen an. „Erst einmal ist es eine Ideensammlung“, bestätigt Neuhaus. Diese soll jetzt zu einem Konzept entwickelt werden – und die Stadtvertreter hätten zugesichert, dass sie sich „selbstverständlich“ damit befassen werden, sagt Koeppen. „Das Ganze muss konkreter werden, damit man drüber reden kann“, so Neuhaus. „Das hat die Initiative als Hausaufgabe mitgenommen.“

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