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Bundesfreiwilligendienst : Zwischen Dorfschule und Eliteschule

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mareike Steiner aus Glückstadt hat neun Monate lang für die Stiftung Hope for Life in Thailand an zwei Schulen unterrichtet.

shz.de von
erstellt am 04.Aug.2014 | 05:00 Uhr

Auf einen besonderen Aufenthalt im Ausland blickt Mareike Steiner zurück. Sie hat neun Monate in Chiang Ri in Thailand gelebt. Dort arbeitete sie für die Stiftung „Hope for Life“. Ihr Freiwilligeneinsatz fernab vom Krisenherd Bangkok lief „recht gewöhnlich“ ab, erzählt die 21 Jahre alte Glückstädterin.

Sie hatte sich dafür entschieden, an zwei Schulen gleichzeitig Unterricht zu geben. „Die Schüler der Chiang Rai Municipality School 7 kommen aus wohlhabenden Familien, in den Pausen vertreiben sie sich ihre Zeit mit teuren Smartphones und Tablets“, erzählt die 21-jährige Glückstädterin. „Nach der Schule werden sie von ihren Eltern in teuren Autos heim gefahren. Auch die Kindergartenschüler fallen durch einen hochwertigen Kleidungsstil auf.“ Am Buddha-Day tragen alle weiße Kleidung, möglichst festlich, und es wird gemeinsam ein Tempel besucht, um den Mönchen Gaben zu überreichen und einem buddhistischen Gottesdienst beizuwohnen.

Ganz anders dagegen ihr zweiter Arbeitsplatz: „Das war eine Dorfschule, die Ban Payang-School, weit außerhalb der Stadt.“ Dort unterrichtete sie alle Jahrgänge, zusammengefasst in eine Kindergartenklasse und drei Grundschulklassen. „Hier wollen die Schüler wirklich lernen, zudem sind sie sehr höflich und respektvoll.“ Freundliches Grüßen gehört ebenso zum Alltag wie das „Good Morning, Teacher Mary“, mit dem sie täglich von den Klassen begrüßt wurde. „Mary deshalb, weil mein Name für Thailänder nicht auszusprechen ist. Ich erwiderte dann, dass es mir gut geht und fragte nach dem Wohlbefinden der Schüler.“ Danach begann der Unterricht. 90 Minuten war sie täglich unterwegs, um zur Arbeit zu kommen: mit einer Honda Wave 110.

Ihr neues Zuhause lag nah am Dschungel und den Bergen, aber die Hauptstraße verlief in der Nähe. Die Glückstädterin lebte ie mit 16 Freiwilligen aus ganz Deutschland zusammen. Mareike Steiner: „Wer nicht motorisiert ist, muss trampen.“ Das funktioniere tagsüber sogar in großen Gruppen gut.

Ende März waren Ferien, weil es sehr heiß war. Die Schule begann dann wieder im Mai. „Ich hatte mich für eine Rundreise entschieden, Campen im Kao Yao Nationalpark, es folgten weitere Städte und immer wieder Bangkok. Hier ist das Leben so, wie es die Medien berichten: Straßenzüge sind gesperrt, an manchen Stellen wurden Blockaden aufgebaut und Demonstranten versammelten sich. Es gab Lagerplätze, auf denen Zelte standen. Zur eigenen Sicherheit versuchten wir, all das umgehen und uns nach Einbruch der Dunkelheit nicht außerhalb der touristischen Bereiche aufzuhalten.“ Damit nicht genug: Es waren eine Ausgangssperre verhängt, Schulen geschlossen und Fernsehsender abgeschaltet worden. Mareike Steiner: „Nach etwa drei Wochen kehrte der Alltag zurück. “

Jetzt ist Mareike Steiner wieder gut in Glückstadt angekommen. Ihr Ziel: „Ich möchte jetzt Medizin studieren.“

>Info: www.hopeforlife.de

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