Itzehoe : Zwillinge heißen wie Kinohelden

Emilia Leia (l.) und Otis Luke in den Armen ihrer Eltern Stefanie und Manuel Tamm.
Emilia Leia (l.) und Otis Luke in den Armen ihrer Eltern Stefanie und Manuel Tamm.

Luke Skywalker und Prinzessin Leia: Familie Tamm benennt ihre Kinder nach Film-Figuren aus Star Wars. Die Namens-Hitliste des vergangenen Jahres führen allerdings Sophie und Luca an.

shz.de von
20. Januar 2015, 17:00 Uhr

Itzehoe | Erst zwei oder drei Wochen vor der Geburt kommt ihr der passende Name in den Kopf. Mitten in der Nacht steht für Stefanie Tamm aus Hohenlockstedt fest: Ihre Tochter soll Emilia heißen und nicht, wie zuerst überlegt, Emma. „Emma heißt heute fast jedes Kind“, findet die junge Mutter. Tatsächlich steht der Name Emma auf der Liste der beliebtesten Mädchennamen auf Platz drei. 18 mal ist dieser Name im Standesamt Itzehoe 2014 vergeben worden. Beliebter sind nur die Rufnamen Marie und Sophie. Doch auch Emilia liegt bereits auf Platz vier der beliebtesten Mädchennamen im Raum Itzehoe. Das besagt die neueste Statistik des Standesamtes.

Für die 22-jährige Hohenlockstedterin und ihren Freund Manuel (27) stellte sich die Namensfrage gleich doppelt. Denn Stefanie Tamm hat im Itzehoer Krankenhaus kürzlich Zwillinge auf die Welt gebracht. Zunächst gingen die jungen Eltern davon aus, dass sie zwei Jungen bekommen werden. Otis und Luke sollten sie heißen. „Otis stand schon fest, bevor ich schwanger war“, erzählt Stefanie Tamm. Der Name, eine abgewandelte Form von Otto, ist ihnen irgendwann zufällig untergekommen. Otis gefiel den beiden, weil der Name eher ungewöhnlich und dennoch einfach zu schreiben sei. Einen zweiten Namen suchten die Eltern im Internet. In den Listen beliebter Vornamen dürften die Namen Luca und Paul weit oben gestanden haben. Laut Statistik gehören sie zu den beliebtesten Jungennamen. Je 20 mal sind diese Namen im vergangenen Jahr allein im Standesamt Itzehoe vergeben worden.

Der Filmheld Luke Skywalker aus dem Kino-Epos Star Wars (Krieg der Sterne) inspirierte schließlich die Eltern der Tamm-Zwillinge. Doch als heraus kam, dass der zweite Zwilling kein Junge sondern ein Mädchen sein wird, mussten die Eltern umdenken. „Ich wollte unbedingt Zweitnamen“, erzählt Stefanie Tamm, die selbst gerne einen zweiten Namen gehabt hätte. So wird aus Otis kurzerhand Otis Luke und auch seine Schwester bekommt einen zweiten Namen. „Erst habe ich an Lilli oder Sophie gedacht“, so Stefanie Tamm. Jetzt sind die Eltern glücklich mit der Entscheidung, beide Kinder nach den Kino-Helden benannt zu haben. Denn praktischerweise hat Luke Skywalker in Starwars auch eine Zwillingsschwester, Prinzessin Leia. „Wer weiß, vielleicht gucken die beiden den Film später mal.“ Eine Pflicht zum Zweitnamen gibt es übrigens nicht. Selbst dann nicht, wenn ein Name nicht eindeutig als Mädchen oder Jungenname erkennbar ist. „Seit fünf Jahren braucht man keinen zweiten Namen mehr anzugeben. Wir empfehlen das immer, aber verlangen können wir es nicht“, so Birgit Dietz. Sie leitet in Itzehoe das Standesamt. Zweitnamen sind durchaus beliebt. 540 von 1459 Kindern im Raum Itzehoe haben 2014 Zweitnamen bekommen. Mehr wollen die Eltern wohl nicht: Vier oder mehr Vornamen bekamen nur drei Kinder.

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