Telekom-Ärger : Zwei Wochen ohne Telefon

Die Telekom buddelt im Memeler Weg in Rethwisch.
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Die Telekom buddelt im Memeler Weg in Rethwisch.

Ein gebrochenes Erdkabel sorgte in Rethwisch für den Ausfall der Telekommunikation. Mehr als zwei Wochen gab es für viele Bürger kein Telefon und kein Internet.

shz.de von
07. Januar 2015, 17:04 Uhr

Wenn Wolfgang Lüdke heute wieder zum Telefon greift, könnte es sein, dass er ein vertrautes Geräusch hört, ein Freizeichen. Das war in den vergangenen zwei Wochen anders. Seit dem 22. Dezember war in Teilen der Gemeinde Rethwisch das Telefon ausgefallen. Der Memeler Weg und der Ernst-Behrens-Weg waren komplett von der elektronischen Kommunikation abgeschnitten.

„Gerade in den Straßenzügen wohnen viele ältere Menschen. Die meisten haben möglicherweise kein Handy. Ohne Telefon sind die völlig hilflos, gerade im Notfall“, sagt Bürgermeister Michael Nagel, der sich vor allem über die Ignoranz der Telekom ärgert. Er habe von mehreren Bürgern gehört, die immer wieder bei der Servicehotline des Unternehmens angerufen hätten. „Die Telefonieren seit der Störung hinterher, aber die Telekom rührt sich nicht.“

Davon kann auch Wolfgang Lüdke ein Lied singen. „Beim ersten Anruf hieß es, ein Mitarbeiter werde am 30. Dezember vor Ort die Störung beheben. „Aber es kam niemand.“ Stattdessen wurde er am Telefon erneut vertröstet und mit einer Wartezeit von mehr als 30 Minuten endgültig abgeschreckt. Inzwischen hat er eine Rufumleitung beantragt, damit er wenigstens erreichbar ist, denn als Ein-Mann-Betrieb übernimmt er Service-Leistungen aller Art. Aufträge werden „ohne Liefertermin“ ausgeführt – aber ohne Telefon und Internet gebe es auch keine Aufträge, so Lüdke. „Wir sind so ein reiches Land, so toll organisiert und dann dauert es mehr als 14 Tage, um das Telefon zu reparieren. Wenn ich so gearbeitet hätte, wie die Telekom...was meinen Sie, was denn passiert wäre?“, lässt der 64-jährige Rethwischer seinem Ärger freien Lauf.

Zwischenzeitlich, so berichtet Bürgermeister Michael Nagel, hieß es von Seiten der Telekom, es handele sich um einen Kabelbruch und man müsse zunächst eine Baugenehmigung beantragen. „Das ist natürlich Quatsch. Wenn es um die Reparatur von Kabel und Leitungen geht, reicht eine Information über die Arbeiten“, so Nagel.

Das hat inzwischen anscheinend auch die Telekom bemerkt. Im Memeler Weg sind Bauarbeiter angerückt. Schräg gegenüber der Gastwirtschaft wurde der Gehweg aufgerissen. Deutlich ist ein gelbes Flatterband der Telekom zu erkennen, das auf verlegte Kommunikationskabel hinweist. Und seit gestern sind die ersten Bürger auch wieder zu erreichen. „Ich habe gerade mit meinen Schwiegereltern telefoniert, die in der Gegend wohnen. Das Telefon funktioniert wieder“, berichtete Nagel am frühen Nachmittag.

Von der Telekom lag gestern bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme vor.

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