Feuer in Glückstadt : Zwei Stunden Kampf gegen Hallenbrand

Weithin sichtbar war der Brand der Brennstofflagerhalle der Firma EBS. Während des Löscheinsatzes wurde niemand verletzt.
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Weithin sichtbar war der Brand der Brennstofflagerhalle der Firma EBS. Während des Löscheinsatzes wurde niemand verletzt.

Der Brand in der Papierfabrik Steinbeis verursacht hohen Schaden - und hielt die Feuerwehr zwei Stunden in Atem.

shz.de von
26. Mai 2018, 08:06 Uhr

Mindestens 100 000 Euro Schaden sind am Donnerstagabend bei einem Feuer auf dem Gelände der Firma Steinbeis-Papier entstanden. Dort brannte in unmittelbarer Nähe zum Kraftwerk die etwa 20 Meter hohe Brennstofflagerhalle der auf dem Betriebsgelände angesiedelten Firma EBS.

Dunkle Qualmwolken waren schon von weiten zu erkennen, als um 20.32 Uhr im Glückstädter Umland die Sirenen heulten. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Werkfeuerwehr der Firma Steinbeis sowie die Freiwillige Feuerwehr Glückstadt bereits im Einsatz.

Kurz nach 20 Uhr hatte eine interne Brandmeldeanlage auf das drohende Unheil aufmerksam gemacht. Als Mitarbeiter der Sache nachgingen, war aufgrund des Qualmes schnell klar: Es brennt! Sie lösten manuell vor Anschlagen der Brandmeldeanlage Alarm für die Werkfeuerwehr aus.

Parallel wurde wegen der unklaren Rauchentwicklung – vermeintlich im Kraftwerk – auch die Glückstädter Feuerwehr mit ihrer Drehleiter zur Unterstützung angefordert. Diese traf zuerst an der Herrendweide ein. „Der Vorplatz um das Kraftwerk herum war pechschwarz eingehüllt“, berichtete Wehrführer Ties Tießen.

Auch Firmenverantwortliche bekamen zunächst einen Schrecken. „Die Verrauchung war sehr schlimm. Man dachte, das ganze Gebäude mit dem Kraftwerk steht in Flammen“, bestätigte gestern EBS-Geschäftsführer Jörg Warnke.

Im weiteren Verlauf stellte sich dann aber schnell heraus, dass „nur“ der aus kunststoffhaltigem Hochleistungsbrennstoff bestehende Inhalt der Hochbunkeranlage brannte. Entsprechend dringend wurden an der Einsatzstelle Atemschutzgeräteträger benötigt und die Feuerwehren aus Kollmar-Bielenberg und der Blomeschen Wildnis nachalarmiert.

Mit massivem Wassereinsatz konnten die Brandbekämpfer bis 22.30 Uhr das Feuer mit seiner starken Hitzeentwicklung unter Kontrolle bringen. „Hierzu war keine große Löschkunst erforderlich. Wir haben die rund hundert Kubikmeter Kunststoffmüll in dem Bunker quasi wie bei der Flutung eines Mülleimers ersäuft“, umschrieb Tießen gestern den Löscheinsatz. Deshalb ist auch der gesamte Gebäudekomplex bis auf einen erheblichen Rußschaden unbeschädigt geblieben und der Brand hat keinerlei Auswirkungen auf Betriebsabläufe in der Papierfabrik.

„Gebrannt hat lediglich der technische Anlagenteil der Brennstofflagerhalle, wobei wir bei der Brandursache von einem technischen Defekt in der Brennstofffülleinrichtung ausgehen“, sagte EBS-Geschäftsführer Warnke. Das Wichtigste aber sei doch, dass bei dem Unfall weder Mitarbeiter noch eingesetzte Feuerwehrleute zu Schaden gekommen sind.

Die Werkfeuerwehr konnte gegen Mitternacht die Brandstelle verlassen. Jetzt will man sich seitens der Firma im Zusammenhang mit der ohnehin anstehenden Revision am Kessel Gedanken machen, „wie man alles wieder hübsch macht“.


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