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Heiligabend : Zwei Christkinder feiern Geburtstag

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Doris Vogt und Christiane Srugies sind am 24. Dezember geboren worden und erzählen, warum eine Party an Heiligabend nicht immer leicht ist

Ihren Geburtstag vergessen nur die wenigsten Freunde und Bekannte: Doris Vogt und Christiane Srugies feiern am 24. Dezember ihr Wiegenfest – und sind damit wahre Christkinder. Für die beiden ist das nicht immer leicht. „Ich kann das nicht mehr hören. Und dann heiße ich auch noch Christiane – ich glaube, dass mein Vater diesen Namen extra wegen meines Geburtstags ausgesucht hat“, sagt Srugies, die heute 59 Jahre alt wird. Und: „Mir ist Weihnachten als Fest eigentlich relativ schnurz.“

Was sich wie ein kleines Trauma anhört – darüber erzählen die beiden Frauen ganz locker und lachend. Auch wenn ihre Geburtstage nicht immer leicht gewesen seien als sie noch ein Kind war, sagt Christiane Srugies. „Bei mir war es so, wie es viele vermuten: Es gab nur einmal Geschenke. Irgendwann habe ich mich schon geärgert, dass andere zweimal im Jahr etwas bekommen haben.“ Allein von den Freunden habe es Geschenke gegeben – „allerdings in Weihnachtspapier“ – , weil die Geburtstagsparty immer am ersten Weihnachtstag stattgefunden habe.

„Das war bei mir anders“, sagt Doris Vogt, die heute 61 Jahre alt wird. „Morgens wurde Geburtstag gefeiert, am Nachmittag dann Weihnachten.“ Die eingeladenen Kinder seien morgens zu Besuch gekommen. „Meist waren die Eltern froh, sie für ein paar Stunden los zu sein.“ Allerdings verlief das für Doris Vogts Familie meist stressig. „Später als ich erwachsen war habe ich morgens immer einen Frühschoppen gemacht. Da kamen dann die Jäger und die Bläser, und die Bude war voll. Manchmal sind die Gäste aber so lange geblieben, dass sie den Verwandten, die nachmittags zur Weihnachtsfeier kamen, die Klinke in die Hand gegeben haben. Richtig zur Ruhe bin ich dann oft erst in der Mitternachtsmesse gekommen.“ Doch die Feier sei zum Ritual geworden, erst in diesem Jahr will Doris Vogt ganz in Ruhe nur mit ihrem Mann feiern – Geburtstag und Weihnachten.

Doch, dass die beiden Frauen auf ihr Geburtsdatum angesprochen werden – das wird wohl nie aufhören. „Man kann das Fest ja nicht wegtun“, sagt Christiane Srugies, die seit drei Jahren in Itzehoe in einer Wohnung von Doris Vogt lebt. So lernten die beiden Frauen sich kennen, und erkannten schnell ihre Gemeinsamkeit. „Wir leiden aber nicht unter unserem Geburtsdatum, wir kennen es schließlich nicht anders“, sagt Doris Vogt. Und auch wenn sie ein anderes wählen könnten, würden sie ihr Geburtsdatum behalten.

Allerdings hat Christiane Srugies schon einige Feier-Experimente hinter sich. „Als ich noch jünger war habe ich mit Freunden auf einer Hütte in Norwegen eine richtige Geburtstagssession gefeiert, so ganz ohne Weihnachten, dafür aber mit Topfschlagen.“ Doch seit einigen Jahren genießt sie das Fest lieber besinnlich mit ihrem Freund und ihren Kindern bei einem guten Essen. „Das ist mir wichtig.“

Allerdings vermisst Christiane Srugies das Feiern bei gutem Wetter – und hat sich deshalb für kommendes Jahr etwas Besonderes vorgenommen. „Da feiere ich im Sommer ein richtiges Geburtstagsfest – draußen auf dem Campingplatz in der Sonne. Das wird dann eben ein Event zu meinem 59einhalbten Geburtstag.“ Und das dann nur als Christiane und eben nicht als Christkind.

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erstellt am 23.Dez.2015 | 15:42 Uhr

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