„Zuwanderer sind in der Wilstermarsch willkommen“

Gemeinsamer Neujahrsempfgang von Stadt und Amt / Zahl der Asylbewerber stieg auf aktuell 48 Menschen

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25. Januar 2015, 13:29 Uhr

„Hass, Rache und Gewalt sind keine guten Wegbegleiter. Das wollen wir nicht.“ Diese Botschaft war Bürgermeister Walter Schulz eine Herzensangelegenheit – und dafür bekam er beim gemeinsamen Neujahrsempfang von Stadt Wilster und Amt Wilstermarsch gestern im Neuen Rathaus spontanen Beifall. Gemeinsam mit Amtsvorsteher Helmut Sievers freute sich das Stadtoberhaupt über ein volles Haus. Auch Wilster stand dabei noch unter dem Eindruck der Terroranschläge in Paris. Schulz: „Jeder Angriff auf die Demokratie und die Grundrechte, wie hier die Pressefreiheit, ist nicht akzeptabel.“

Ansonsten standen Wilster und die Marschgemeinden, vor allem aber die hier lebenden Menschen, im Vordergrund. Zwar ist die Einwohnerzahl in der Stadt mit rund 4400 nach wie vor konstant. Im Amtsbereich setze sich, wie Helmut Sievers herausstellte, aber der Abwärtstrend weiter fort. Die letzte amtliche Zahl stammt vom 31. Dezember 2013: genau 6801 Einwohner. Im vergangenen Jahr sind allerdings zahlreiche Neubürger hinzugekommen. Wie im übrigen Landesgebiet ist die Zahl der Asylbewerber auch in der Wilstermarsch stark angestiegen. 2013 zählten die Behörden noch zehn Menschen, im Jahr darauf waren es schon 33. Aktuell leben in der Wilstermarsch 48 Menschen aus Syrien, Afghanistan, Iran, Eritrea, Indien, Kosovo, Armenien, Marokko, Russland und Aserbaidschan. Sie haben in 25 Bedarfsgemeinschaften vorwiegend in amtseigenen Gebäuden in Dammfleth und Wewelsfleth, aber auch auf dem freien Wohnungsmarkt, überwiegend in Wilster, eine Bleibe gefunden. Zwar, so Sievers, habe die Amtsverwaltung auf den Zustrom reagiert und durch die Einrichtung einer Beratungsstelle für Migrationsangelegenheiten eine verbesserte Betreuung erreicht. „Dennoch wird das Amt keine Betreuung in allen Lebenslagen leisten können.“ Umso mehr dankte der Amtsvorsteher all den Menschen, die sich schon hier auf diesem Gebiet ehrenamtlich angegieren. „Interessierte weitere Mitbürger können sich gerne im Sozialamt der Amtsverwaltung melden“, hofft Sievers auf eine möglichst breite Unterstützung aus den Reihen der Einwohner. „Alle Zuwanderer sind uns herzlich willkommen“, betonte er abschließend.Amtsvorsteher Sievers ermunterte in seinem Schlusswort die Zuhörer zu einem engen Schulterschluss von Stadt und Gemeinden mit allen Institutionen, Vereinen und Verbänden, wobei er sich für einen offenen Dialog aller Beteiligten stark machte. Am Beispiel der Diskussionen zum Thema Windenergie sprach er sich dabei für einen sachlichen Umgang miteinander aus.

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