Leichtathletik : Zusammen gegen den „Schweinehund“

Versprühen Lebensfreude pur: Happy Feet-Läufer – hier beim jüngsten Silvesterlauf in Lägerdorf.
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Versprühen Lebensfreude pur: Happy Feet-Läufer – hier beim jüngsten Silvesterlauf in Lägerdorf.

Beim Lauftreff „Happy Feet“ sind Aktive zwischen 18 und 80 Jahren bei regionalen und bundesweiten Events gemeinsam unterwegs.

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10. Februar 2018, 04:52 Uhr

Die Zeit der Feiertage um den Jahreswechsel herum bleibt gewichtsmäßig oft nicht ohne Folgen. Da kommt schnell der Vorsatz, sich mit mehr Bewegung wieder in Form zu bringen. Doch in Gesellschaft macht zum Beispiel das Laufen viel mehr Spaß als allein. Deshalb stellen wir in einer lockeren Serie Lauftreffs im Kreis Steinburg vor.

„Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde.“ Wenn Friedrich von Bodenstedt, dem Schriftsteller wird dieses Zitat als Urheber zugesprochen, sich auch für das Laufen interessiert hätte, dann hätte er es möglicherweise noch um die Wörter „und auf den eigenen Füßen“ erweitert. Nichts dagegen einzuwenden gehabt hätten mit Sicherheit viele, insbesondere diejenigen Steinburger Frauen und Männer nicht, die sich getreu ihrer Gefühle beim Laufen den Namen „Happy Feet“ gegeben haben.

Urheber dieses Begriffes sind die Hohenlockstedterin Martina Findeisen und die Itzehoerin Stefanie Elfert. Sie kreierten ihn, nachdem sie und andere Laufbegeisterte von Lauftreffs aus Itzehoe und Hohenlockstedt 2013 beschlossen hatten, zukünftig gemeinsame Wege einzuschlagen – sowohl bei der Vorbereitung auf Ausdauerwettbewerbe als auch bei Wettkämpfen.

Gemeinsam miterlebt haben die rund zwei Dutzend Läuferinnen und Läufer im Alter zwischen 18 und 80 Jahren, die aus allen Teilen unseres Kreises kommen, seitdem eine ganze Menge. Sie reisten über die Jahre gesehen als Gruppe zu den großen Stadtläufen nach Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt und München und haben sich vorgenommen, in diesem Jahr in Hannover zu starten. Dorthin fahren sie wie in der Vergangenheit gemeinsam mit dem Zug und übernachten in einem preisgünstigen Hotel. Doch nicht nur die großen Events in Deutschland ziehen die Lauftreffmitglieder an. Ebenso gerne fahren sie zu den Läufen der Steinburg-Cup-Serie oder nehmen andernorts an Veranstaltungen teil. Ziele waren unter anderem der Nachtlauf von Bornhöved, der Air-Port-Run in Hamburg, der Einfelder Nikolauslauf, der Sylt-Lauf von Hörnum nach List oder der Münsterdorfer Sternmarathon.

Auch wenn das Laufen für alle stets eine Herausforderung ist, bei der nicht selten der „innere Schweinehund“ überwunden werden muss, so herrscht innerhalb der Gruppe kein Leistungsdruck. „Ein ‚Muss’ gibt es bei uns nicht, alles ist freiwillig. Es ist nicht der sportliche Ernst, der hinter uns steht, sondern der Spaß und die Gemeinschaft“, stellt Lauftreffleiter Thomas Ehrenberg den Geist innerhalb der Bewegung heraus. Deutlich werde er beim gemeinsamen wöchentlichen Training, das in der dunklen Jahreszeit am Hanseatenplatz in Itzehoe und in den übrigen Monaten an wechselnden Stellen wie Edendorf, Wellenkamp, Hohenlockstedt oder Amönenwarte gestartet wird. „Wir laufen den Kilometer in einem 7er-Schnitt, da kommen alle mit“, sagt Teammitglied Doris Ehrenberg. Ansonsten, so stellt Thomas Ehrenberg heraus, werde in Vorbereitung auf wichtige Läufe auch in Kleingruppen trainiert. „Dann kann es auch deutlich schneller werden.“

Gemeinschaft verspüren die „Happy-Feet“-Akteure aber keineswegs nur für sich. Sozial sind sie auch mit Blick auf andere. 2015 beteiligten sie sich am Spendenlauf für das Hamburger Kinderhospiz „Sternenbrücke“. Die Spendensumme, die sie für den dritten Platz im Gesamtklassement erhielten, überließen sie der „Sternenbrücke“ für soziale Zwecke.

Auch wenn sich der Lauftreff in erster Linie als „am Breitensport orientiert“ sieht: Bei den Wettkämpfen gibt jeder stets sein Bestes. Das muss nicht in erster Linie beim Marathon oder bei noch längeren Distanzen sein, denn auch für die gleichzeitig angebotenen Unterdistanzen, einschließlich der Staffeln, melden sich Happy-Feet-Läufer an. „Wir haben ein breites Leistungsspektrum“, erklärt Thomas Ehrenberg. Nicht jeder innerhalb der Gruppe hat die längsten Distanzen für sich reklamiert. Dass auch kürzere Läufe Zufriedenheit bringen können, machen unter anderem Kirsten Chionidis, Jürgen Kirschning, Angelika Christiane Pump und Kevin Gehring sowie Anke und Axel Fricke deutlich, die im Rahmen der jährlichen Steinburg-Cup-Serie in ihren Altersklassen zu den Besten zählten.

So offen und frei, wie der Lauftreff mit sich selbst umgeht, handhabt er es auch mit denen, die noch nicht Teil der Bewegung sind. „Wir sind offen für andere und integrieren jeden, unabhängig von seinem Leistungsvermögen“, sagt Thomas Ehrenberg. Stimmen müsse aber die „Chemie“. Und bekräftigend fügt Doris Ehrenberg hinzu: „Wer will, kann bei uns reinschnuppern.“

>Kontakt zu „Happy Feet“: Ehrenberg-Thomas@web.de

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