Hohenlockstedt : Zurück zur Normalität

Alles wieder normal: Bäckermeister Markus Hoppe und Fleischermeister Bernd Schröder sind froh, endlich wieder das Wasser aus der Leitung nutzen zu können.
Alles wieder normal: Bäckermeister Markus Hoppe und Fleischermeister Bernd Schröder sind froh, endlich wieder das Wasser aus der Leitung nutzen zu können.

Betriebe in Hohenlockstedt atmen auf, denn keimverseuchtes Wasser sorgte für Herausforderungen.

shz.de von
02. Juni 2018, 15:45 Uhr

„Das war schon eine anstrengende Zeit“, blickt Fleischermeister Bernd Schröder auf die vergangenen Wochen, in denen wegen der Kolibakterien das Trinkwasser nur abgekocht zu sich genommen werden durfte, zurück. Bei einer Routinekontrolle im Wasserwerk in Hohenlockstedt hatten Mitarbeiter im April koliforme Keime im Wasser gefunden.

Die vorgeschriebenen Vorsichtsmaßnahmen brachten nicht nur den Alltag von Privatpersonen durcheinander, auch habe es Auswirkungen auf viele Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens gehabt. Bestätigen können das auch Bäckermeister Markus Hoppe von der Bäckerei Soth und der 48-jährige Fleischermeister, der nach Bekanntwerden des verunreinigten Trinkwasser sofort Eigeninitiative ergriff. „Wir haben kurzerhand die Wochenproduktion und alles was bis dahin mit Fremdwasser produziert worden war, aus dem Verkauf genommen“, sagt Schröder und weist darauf hin, dass Wasser für die Produktion seiner Fleisch- und Wurstwaren wichtig sei. „Außerdem habe ich sofort das Veterinäramt kontaktiert und um Rat gebeten.“

Gleichzeitig habe sich Ehefrau Camila mit Proben auf den Weg ins Kieler Lufa-Labor gemacht. „Erst eine Woche später erhielten wir die Ergebnisse und grünes Licht – bis auf zwei Produkte konnte alles wieder in den Verkauf gehen“, sagt Schröder und fügt hinzu, dass lediglich die mit Eiswasser gefertigten Wurstartikel dazu gehörten. „Für alles andere wurde ohnehin mehr als 80 Grad heißes Wasser benötigt“. Um allerdings die Produktion fortführen zu können, kaufte die Schlachterei Schröder palettenweise stilles Wasser aus Hamburg ein. „Sogar das Eis haben wir uns liefern lassen.“ Die ohnehin täglich zu reinigende Schlachterei, in der neben der Fleischproduktion jeden Montag die Schweineschlachtung stattfindet, wurde aus Sicherheitsgründen täglich desinfiziert. „Mehrmals wöchentlich werden derzeit bei uns noch Wasserproben entnommen. Nur so kann festgestellt werden, dass der Grenzwert nicht überschritten wird“, sagt Schröder, der für seine Produktion täglich rund 6000 Liter Frischwasser benötigt.

Ein Zehntel dieser Menge verbraucht die Bäckerei Soth für die Produktion. „Der Aufwand war enorm“, sagt Tanja Nordhaus, die Lebensgefährtin von Bäckermeister Hoppe. Mehrere Gaskocher und die Herdplatten im eigenen Haushalt liefen auf Hochtouren, um das verunreinigte Trinkwasser abzukochen. „Für die Produktion unserer Backwaren benötigen wir jedoch kein heißes Wasser, so dass wir das kochende Wasser erst einmal wieder abkühlen lassen mussten“, sagt Hoppe. Inzwischen habe sich die Lage glücklicherweise wieder weitestgehend beruhigt. „Am 4. Mai haben wir vom Gesundheitsamt ein Schreiben erhalten, in dem mitgeteilt wurde, dass vom Trinkwasser in Hohenlockstedt keine Gesundheitsgefahren mehr ausgehen. Untersuchungen hätten ergeben, dass das Trinkwasser wieder dem Standard entspricht.“

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