Zurück in die Zukunft: ISV statt FCI

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Weiterhin Fußball am Lehmwohld: Neues Führungsteam steht bereit

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20. Juni 2014, 05:00 Uhr

Entwarnung beim FC Itzehoe: Der Verein wird nicht aufgelöst. Der Vorstand zog den Antrag zurück, nachdem eine Gruppe um die ehemaligen Vorstandsmitglieder Manfred Koplin und Hauke Ohlsen signalisiert hatte, dass eine neue Führungsmannschaft bereit stehe. Diese wolle Liquiditätsprobleme lösen und dafür das Fundament des Vereins auf eine breitere Basis stellen, damit nachhaltig sorgenfrei auf dem Lehmwohld Fußball gespielt werden könne – letztlich dann wieder unter dem alten Namen Itzehoer SV.

Bevor es so weit war, stellte Kassenwart Karsten Spankow die Situation des Vereins nach dem Rücktritt des 1. Vorsitzenden Roland Jahnke dar. Der FCI sei zwar schuldenfrei, im Moment aber zahlungsunfähig, da es keine Einnahmen gebe. Dies bedeute, dass man etwa 3000 Euro für Verbandsabgaben, Energiekosten etc. nicht zahlen könne. Außerdem seien die Kosten für die Platzanlage nicht gedeckt. Etwa 15 000 Euro fehlen laut Spankow zum Jahresende, obwohl man den Rotstift rigoros eingesetzt und schon 23 000 Euro vor allem an Personalausgaben gestrichen habe.

Die Probleme seien durch den Rückzug von Hauptsponsor Ümit Yener entstanden, der bisher die Betriebskosten gezahlt habe. Yener wolle den Verein nur fördern, wenn er in der Verbandsliga spielt, doch man habe sich entschieden, in der nächsten Saison nur in der Kreisliga anzutreten. Yener habe dann den SV Inter ins Spiel gebracht, der bereit gewesen wäre, als Teil des FCI in der Verbandsliga zu spielen. „Dann wären wir mit unseren Spielern aber nur noch die Nummer zwei im Verein gewesen und wären von Inter abhängig gewesen. Das wollen wir nicht“, so Spankow. Ein Neuanfang in der Kreisliga sei der bessere Weg. Spankow betonte jedoch ausdrücklich, wie sehr der FCI Yener zu Dank verpflichtet sei. „Er hat sehr viel für den Verein getan, den es ohne ihn wohl nicht mehr geben würde.“

Um die hohen Kosten für die Platzanlage einzudämmen, wolle man entweder versuchen, das Erbbaurecht an die Stadt zurückzugeben oder die Stadt dazu zu bewegen, die Betriebskosten von Vereinen mit eigenen Anlagen zu übernehmen. Eine schnelle Lösung sei jedoch nicht zu erwarten, deshalb müsse man sich den Rücken frei halten und vorsorglich den Antrag auf Auflösung des Vereins stellen. Sollte es keine andere Möglichkeit mehr geben, könne man auf einer weiteren Mitgliederversammlung den Verein auflösen. Niemand wolle im Vorstand das Risiko eingehen, wegen Insolvenzverschleppung haftbar gemacht zu werden.

Zur Abstimmung kam es nicht, weil der ehemalige 2. Vorsitzende Koplin andeutete, dass ein neues Führungsteam bereit stehe. Zügig sollten mit dem jetzigen Vorstand die Probleme erörtert und Lösungen gesucht werden. Liquiditätsschwierigkeiten könne die Gruppe sofort lösen. Namen wollte Koplin zwar nicht nennen, es wurde aber deutlich, dass er selbst und Hauke Ohlsen wieder bereit sind, führende Rollen zu übernehmen. Nach einer kurzen Pause wurde der Antrag auf Auflösung zurückgezogen.

Zum Abschluss machte Ohlsen schon einmal deutlich, dass die Sportanlage wieder Lehmwohldstadion heißen und aus dem FCI der alte ISV werden solle. „Hier muss wieder Mannschaftsgeist entstehen. Wir fangen ganz unten an. In den nächsten Jahren soll es aber aufwärts gehen“, so Ohlsen.

Karsten Spankow war die Erleicherung über diese Entwicklung deutlich anzumerken. „Dass es so ausgeht, ist zur Zufriedenheit“, so der Kassenwart, der die Versammlung geleitet hatte.

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