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Norddeutsche Rundschau

14. Dezember 2017 | 05:57 Uhr

Wacken Open Air : Zurück bleibt jede Menge Müll

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das WOA 2014 ist Geschichte – es bleiben Zelte, Polstermöbel, Plantschbecken, Kondome, Kühlschränke, Grills – und zwei Wohnwagen. Für 178 freiwillige Helfer begann jetzt das große Aufräumen.

Teilweise gleicht das Gelände einem Schlachtfeld. Der Gestank von Urin, abgestandenem Bier, vergammelter Wurst oder schimmeligem Brot ist wahrzunehmen. Das Wacken Open Air ist beendet – der Müll bleibt. Und davon lassen 75 000 Festival-Besucher eine Menge zurück.

„Da müssen wir durch“, sagt ein Jugendlicher, der sich mit dem Müllsammeln nach dem WOA sein Taschengeld aufbessert. 178 freiwillige Müllsammler haben sich bei der ICS-Festival GmbH angemeldet, um die 220 Hektar große Fläche von Unrat zu befreien. „Wir bearbeiten die mehr als 20 Flächen in Teams, die aus bis zu 20 Helfern bestehen“, erklärt der Head of Stewards, Björn Stücker. Er betont, dass nach der Saubermach-Aktion nichts mehr vom Festival zu sehen sei. „Die Koppeln werden so gereinigt, das wirklich nix mehr liegen bleibt.“

Vor Arbeitsbeginn werden von den Stewards an die Helfer, die in zwei Schichten arbeiten, Müllsäcke und teilweise auch Einmal-Handschuhe verteilt. Die Helfer wissen, wie sie den Müll sortieren müssen. „Alles, was in die Säcke passt, kommt dort hinein, größere Teile werden auf einen Haufen gelegt“, erklärt Stücker und fügt hinzu, dass anschließend mit Hilfe eines Gabelstaplers die Säcke zu großen Containern befördert werden. So kämpfen sich die Mülltrupps trotz sengender Hitze wacker voran.

„Ich mache das nicht zum ersten Mal“, sagt Franziska, die die Aktion als einen Ferienjob ansieht. Auch Ansgar aus Nortorf ist motiviert. Trotz Hitze kämpft er sich mit seinen Mitstreitern durch die Müllmassen hindurch. Stück für Stück. „Das mache ich, um Geld zu verdienen“, sagt der Jugendliche. Was sich zwischen dem Müll noch alles finden lässt, übertrifft bei dem einen oder anderen die Erwartungen: Zelte, Polstermöbel, Plantschbecken, Zeltstangen, Pavillons, Kondome, Kühlschränke, Grills, Plastikflaschen und jede Menge Dosen werden zu Türmen gehäuft.

„Zwei Wohnwagen haben wir auch schon gesichtet“, erzählt Stücker und lächelt. Manchmal bekomme man anhand der Fahrgestellnummer noch den Halter heraus. Dieser werde dann angeschrieben. Man könne ja mal freundlich daran erinnern, dass er sein Fahrzeug in Wacken vergessen habe. Sei der Halter nicht auffindbar, werden die einstigen Festivalbehausungen fachgerecht entsorgt. Unter den Hinterlassenschaften der Festival-Besucher finden die Reinigungstrupps nicht selten auch Geldbörsen, Handys oder gar Personalausweise. „14 Tage lang verwaltet die Produktion die Fundsachen, danach gehen die Stücke dann ins örtliche Fundbüro“, so Stücker weiter.

Um die von jeweils zwei Stewards beaufsichtigten Teams zum Müllsammeln zu motivieren, werde in zwei Schichten gearbeitet. „Morgens drei und nachmittags drei Stunden“, sagt der Head of Stewards. Zudem sei immer ein Versorger mit Erfrischungsgetränken auf den Flächen unterwegs, der die meist jüngeren Müllsammler in ihren Pausen mit ausreichend Flüssigkeit versorgt. „Es ist zwar jede Menge Müll, der hier zusammen kommt – aber schon weniger als in den Vorjahren“, ist sich Björn Stücker sicher. Bis Donnerstagabend sollen die Flächen dann wieder so aussehen, wie vor dem Festival – bis zum nächsten Jahr.

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