Wenzel Hablik : Zurück aus Berlin

Schwerstarbeit für die Spezial-Spedition: Neben Gemälden und Zeichnungen werden auch von Hablik designte Möbelstücke wieder in den Räumen des Museums ausgepackt und aufgebaut.
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Schwerstarbeit für die Spezial-Spedition: Neben Gemälden und Zeichnungen werden auch von Hablik designte Möbelstücke wieder in den Räumen des Museums ausgepackt und aufgebaut.

Mehr als 300 Exponate werden nach dem Ende der Ausstellung im Martin-Gropius-Bau wieder ins Wenzel-Hablik-Museum nach Itzehoe gebracht.

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24. Januar 2018, 05:00 Uhr

Es sieht nach Umzug aus: Überall stehen Kisten und verpackte Gemälde. In den Ecken stapeln sich Pappen und Packpapier. Mitarbeiter einer Spezialspedition tragen gerade ein schweres Möbelstück ins Foyer. Wenzel Habliks Werk ist unübersehbar zurück im Museum an der Reichenstraße.

Vergangene Woche endete die große Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau. In drei Lastwagen verpackt kamen die Exponate zurück nach Itzehoe. „So weit wir bisher überblicken können, ohne größere Probleme“, sagt Museumsleiterin Katrin Maibaum. Doch im Detail werden die Gemälde, Möbel, Zeichnungen und Designobjekte noch, wie vor dem Abtransport, von Restauratorin Annette Stams-Schmitt genau unter die Lupe genommen. Jede kleine Veränderung wird dokumentiert.

Dann wird umgebaut. Denn während der Berliner Ausstellung zeigte das Hablik-Museum in Itzehoe viele Werke, die sonst nicht zur Dauerausstellung gehören. Sie werden nun wieder ausgetauscht. Doch auch rund 70 Prozent der Rückkehrer aus Berlin wandern direkt ins Depot, erklärt Maibaum. Im großzügigen Gropius-Bau wurde viel mehr von Habliks Werk gezeigt, als dies in den deutlich kleineren Räumen des Museums möglich ist. Wenn alles gut läuft, werde die Dauerausstellung am Wochenende wieder eröffnet – „so als wäre nichts gewesen“.

Das Fazit vom Ausflug nach Berlin fällt im Museum durchweg positiv aus: 20.000 Menschen hätten die Schau besucht, sagt Maibaum. „Damit bin ich sehr zufrieden.“ Sehr viel mehr noch dürften die vielen Rezensionen in überregionalen Medien erreicht haben. „Und auch die positiven Rückmeldungen von vielen Itzehoern, die die Schau besucht haben, freuen uns sehr“, fügt Harald Brommer, Vorsitzender der Wenzel-Hablik-Stiftung, hinzu.

Viele hätten ihm mit „leuchtenden Augen“ berichtet, sie hätten einen neuen Blick auf den Itzehoer Künstler gewonnen. Das bestätigt Dörte Marquardt, die als Vorsitzende des Itzehoer Kulturrings eine Fahrt nach Berlin für dessen Mitglieder organisiert hat. In den ungewöhnlich großen Ausstellungsräume hätten gerade die großflächigen Exponate ihre volle Wirkung entfalten können, so Marquardt. Bei den Gästen aus der Störstadt sei sogleich der Traum von ähnlichen Ausstellungsräumen in Itzehoe entstanden. Und ein gewisses „Gefühl von Stolz und Lokalpatriotismus: So viele Leute um uns herum, die sich für das Werk von Wenzel Hablik interessierten.“

Von der vielen Arbeit rund um die „wahre Mammutschau“ (Berliner Morgenpost) im Gropius-Bau wird das Museum noch lange profitieren. „Alles, was wir jetzt an Protokollen, Fotos und so weiter erstellt haben, wird natürlich archiviert und muss dann bei künftigen Leihen nur aktualisiert werden“, sagt Maibaum. Mindestens ebenso wichtig sind aber die Kontakte und die Aufmerksamkeit, die das Itzehoer Museum bekommen hat. Es sei ein neues Interesse der Fachwelt spürbar, das helfen werde, Habliks Werk auch künftig einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Und natürlich hoffen wir, dass wir das gestiegene Interesse auch an den Besucherzahlen im Haus bemerken werden.“

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