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Norddeutsche Rundschau

19. August 2017 | 09:40 Uhr

Landwirtschaft : Zum Tanken auf den Bauernhof

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ab morgen gibt es in Wewelsfleth Hollerwettern täglich frische Milch aus dem Automaten.

Der Preiskrise auf dem Milchmarkt setzen Stefanie und Sven Krey jetzt Eigeninitiative entgegen. Das Landwirts-Ehepaar eröffnet in Hollerwerten jetzt den Deichladen. Ab morgen 10 Uhr gibt es hier täglich frische Milch von eigenen Kühen – mit Selbstbedienung an der Milchtankstelle. „Wir haben eine neue Herausforderung gesucht“, begründet der 34-Jährige den Schritt in die Selbstvermarktung. Bislang sind Milchtankstellen in der Region noch rar gesät. „Wir setzen ganz auf regionale Produkte“, erläutert seine 33-jährige Ehefrau das weitere Angebot. An den Automaten in der eigens aufgestellten Blockhütte können neben Milch auch selbstgemachte Marmelade, Honig und Eier erworben werden. Wenn die Grillsaison los geht, soll hier zusätzlich Grillfleisch von Asmussen in Kremperheide ins Sortiment. Äpfel und Kartoffeln, natürlich auch aus der Region, runden das Angebot ab. Der Clou: Vor dem neuen Deichladen gibt es sogar noch eine Stromtankstelle für vorbeikommende Radfahrer, die während einer Pause den Akku ihres E-Bikes aufladen können.

„Es ist alles klein und überschaubar“, richten Familie Krey ganz bewusst keinen großen Hofladen ein. Weil mit den Automaten auch kein Personal gebunden wird, gibt es entsprechend auch Öffnungszeiten rund um die Uhr. Für Stefanie und Sven Krey ist der Deichladen ein weiteres Standbein, um den Familienhof auch für künftige Generationen zu erhalten – obwohl die berufliche Zukunft ihrer Kinder Jette (3) und Stina (5) heute noch nicht absehbar ist. „Für uns geht es immer auch um die Frage: Was hinterlassen wir unseren Kindern?“ sagt Sven Krey. Ungebremstes Wachstum ist dabei für ihn keine Antwort. Auf dem Hof unmittelbar am Elbdeich setzt man deshalb auf mehrere Standbeine. Mit 140 Milchkühen hat der Betrieb die Grenze eines landwirtschaftlichen Familienunternehmens schon fast erreicht. Die Aufnahme von Feriengästen, die Vermietung von Räumen an Monteure und die Solarenergie sind weitere Einnahmequellen.

Das Angebot lokaler und regionaler Produkte soll nach den Vorstellungen der Kreys den Verbraucher auch wieder näher an die Landwirtschaft heranführen. Besucher sind immer herzlich willkommen. Natürlich kann man sich auch die Tiere ansehen, täglich frisch dafür sorgen, dass der Milchtank im Automaten aufgefüllt ist. Im Prinzip funktioniert der übrigens wie der heimische Kühlschrank. Die frische Milch wird auf vier Grad heruntergekühlt. Wirft man einen Euro hinein, bekommt man einen Liter gentechnikfreie Rohmilch mit einem Fettgehalt von 4,2 Prozent, die vor dem Verzehr allerdings abgekocht werden sollte. Gefäße kann man von zuhause mitbringen und leistet so auch noch einen Beitrag zur Müllvermeidung. „Die ist auch ganz wunderbar für Joghurts und Pudding geeignet“, sagt Stefanie Krey. „Und alle Nährstoffe sind noch enthalten und nicht in der Weiterverarbeitung kaputt gemacht“, ergänzt Ehemann Sven.

„Wir wollen zeigen, was wir haben“, geht Familie Krey in Sachen Verbraucheraufklärung in die Offensive. Die Resonanz auf ihre Pläne sei in der Nachbarschaft sehr groß. Nun hoffen sie, dass von ihrer Milchtankstelle reichlich Gebrach gemacht wird. Die Wegweiser am Straßenrand sind jedenfalls nicht zu übersehen. Und schon jetzt laufen auch die Planungen und Überlegungen für den 22. Mai an. Dann macht Familie Krey beim großen Tag des offenen Hofes mit.

Siehe zum Thema Milch auch Bericht auf Seite 12

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erstellt am 11.Dez.2015 | 16:40 Uhr

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