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Zum plattdeutschen Abend zu Fuß von Itzehoe nach Wilster

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2015 | 10:29 Uhr

Plattdeutsche Lieder und Texte – da denkt man unwillkürlich an Ohnsorg-Theater, Godewind und Hannes Wader, die Meilensteine niederdeutschen Liedguts und Vortrags. Aber, dass es auch junge Nachwuchssänger gibt, die sich ebenso dem Plattdeutschen gewidmet haben, das bewies jetzt der Hamburger Sänger, Songwriter und Musiker Gerrit Hoss (ursprünglich aus Itzehoe) in Wilster. Im „Stamm-Haus & Meer“ am Markt brachte er bei seinem Plattdeutschen Abend innerhalb der vom Heimatverband veranstalteten Steinburger Kulturtage Stimmung und Schwung in die Stadt.

Vor einer kleinen, aber feinen Kulisse von etwa 20 Zuhörern präsentierte der Hamburger Musiker zwei Stunden lang Songs und Texte ausschließlich in plattdeutscher Sprache. Er bewies damit, dass es möglich ist, eine traditionelle Sprache mit modernen Klängen zu vereinen. Gemeinsam mit seinem Begleit-Duo Alexander Hopff (Keyboards) und Julia Stegk (Bass) stellte er vor allem seine jüngste Veröffentlichung „PLATT!“ (2015) vor. „Auf meiner neuen CD habe ich meine Klassiker aus der Jugendzeit verarbeitet“, berichtete er, hauptsächlich vom renommierten Hamburger Volkssänger und Komponisten Richard Germer (1900-1993). Seit drei Jahren ist Hoss im Radio in der NDR-Sendung „Hör mal’n beten to“ zu hören. In Wilster versah er seine Beiträge mit Lokalkolorit: So gab er ein Gedicht über eine Begegnung mit einem Mädchen in der Wilstermarsch zum Besten. „Das habe ich einmal für einen Poetry Slam geschrieben“, erzählte er. Zu dem Mut, seine Songs komplett auf Platt zu verfassen, kam er erst auf Umwegen. Der Musiker, der mit zehn Jahren seine erste eigene Gitarre besaß und mit 16 die erste Band gründete, hörte während seines Studiums in München eine Band, die in bayrischer Mundart sang. Zurück in Hamburg, begann er, erste Songs auch auf Plattdeutsch zu schreiben. An der Hochschule für Musik und Theater Hamburg belegte er den Kontaktstudiengang Popularmusik, hatte Radio- und TV-Auftritte, absolvierte eine Gesangs- und Sprecher-Ausbildung und gründete seine eigene Band.

Das Konzert in Wilster wird ihm in guter Erinnerung bleiben, sagte er. „Die Sprache und der Ort – das passt gut zusammen, es ist total nett hier“, befand er. Ebenso wie Gastgeber Holger Stamm waren auch die Gäste voll des Lobes. Für das Konzert haben Zuhörer einiges auf sich genommen. So kam Jürgen Bellin mit seiner Frau zu Fuß aus Itzehoe zum Konzert. „Wir waren fast zwei Stunden unterwegs, aber es hat sich gelohnt“, sagte er. Zurück wollten sie aber mit dem Taxi fahren. Auch Kathrin Wiesenberg aus Münsterdorf war schwer angetan vom Gehörten: „Die Texte, die Musik, die Atmosphäre – es passt alles in die Umgebung.“

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