zur Navigation springen

einzelhandel : Zum Nikolaus: Geschenke trotz Sturm

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Itzehoer Einzelhändler ziehen positive Bilanz nach Orkan „Xaver“: Kunden meiden die Innenstadt auch bei Wind, Regen und Hagel nicht.

shz.de von
erstellt am 07.Dez.2013 | 08:00 Uhr

Heftiger Wind, peitschender Regen und düsterer Himmel prägten am Donnerstag die Wetterlage. Sturm „Xaver“ schlug auch in der Kreisstadt zu und sorgte nicht nur für Schulausfälle, sondern auch für eine menschenleere Innenstadt.

Bei einigen Einzelhändlern machte sich das schlechte Wetter im Nikolausgeschäft bemerkbar. „Nachmittags war keine Menschenseele mehr in der Stadt unterwegs“, so Ilse Hansen, Inhaberin des gleichnamigen Blumengeschäfts in der Breiten Straße. Normalerweise liefen „kleine Nettigkeiten“ zum Nikolaus gerade am Vortag sehr gut – nur in diesem Jahr nicht. „Trotzdem haben wir bis 18 Uhr durchgehalten“, so die Floristin. Auch am Nikolaustag lief das Geschäft eher ruhig an: „Man merkt, dass die Leute Angst haben.“

Nebenan bei Spielwaren Rathjen wurde Donnerstag um 14 Uhr geschlossen, „damit die Kollegen von außerhalb heil nach Hause kommen“, so Mitarbeiterin Kerstin Piel. Das Nikolausgeschäft sei dadurch jedoch nicht beeinträchtigt worden.

Andernorts liefen die Geschäfte trotz des Sturm gutes. „Wider Erwarten“, meinte Brigitte Stender, Mitarbeiterin im Juweliergeschäft Hobe Hein in der Feldschmiede. „Viele haben sich auf das Wetter eingestellt und sind morgens gekommen.“ Ob die Flaute am Nachmittag tatsächlich mit dem Sturm zusammenhing, könne man schlecht beurteilen, denn einen Einkaufstag wie früher gebe es heute nicht mehr. „Es war zwar ruhig, aber wir waren trotzdem zufrieden.“

Einen ähnlichen Eindruck hatte Goldschmiedin Carolin Kröhnke. In ihrem Geschäft wurden auch bei Wind und Regen Nikolausgeschenke erworben. „Wir können uns nicht beklagen.“ Sogar um halb sechs seien noch Kunden gekommen – „extra, weil so schön wenig los sei“. Der Grund für die Leere in der Stadt lag für Kröhnke auf der Hand: Weil bereits im Voraus große Aufregung wegen des Sturms herrschte, traute sich kaum jemand aus dem Haus. „Das ist besonders für die Geschäftsleute schwierig, die auf das Weihnachtsgeschäft angewiesen sind“, meinte sie.

Auch in der Parfümerie Douglas war laut Julia Herdt „etwas weniger als sonst“ los, aber die alljährlich gefragten Nikolausgeschenke seien trotzdem über den Tresen gegangen.

Nicht trotz, sondern gerade wegen Xaver durfte sich Juwelier Volker Spliedt über guten Umsatz freuen: „Wir hatten gleich morgens einen Kunden, der zum Sturmeinsatz nach Hamburg beordert wurde und bei uns einen teuren Ring für seine Frau gekauft hat.“ Auch nachmittags sei noch genug Betrieb in seinem Geschäft gewesen, so Spliedt.

Der Nikolaus selbst hatte gegen „Xaver“ allerdings keine Chance. Weil ihm wegen des Sturms der Bart weggeweht wäre, konnte er nicht wie geplant in der oberen Feldschmiede zum Einsatz kommen. Er hat seinen Besuch auf heute und auf das kommende Wochenende, Freitag und Sonnabend, verschoben.

Die Stiefel im Kinderweihnachtsland des Stadtmanagements in der Breiten Straße musste er ebenfalls mit etwas Verspätung füllen: Mit reichlich Süßigkeiten waren Lilli Fischer, Manfred Jauß und Monika Künzl-Jauß gestern auf einen Ansturm eingestellt. Doch der blieb aus, nur eine Handvoll Kinder kamen vorbei. Dafür freute sich Lisa-Sophie Eggers umso mehr über das Angebot. „Ich bin schon zum zweiten Mal dabei“, erzählte die Zehnjährige. „Ich finde es hier sehr schön für die Kinder, es ist nett.“>

Mehr zu „Xaver“ und den Folgen: Seite 15.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen