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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 23:46 Uhr

Seemannsmission : Zum Fest gibt es Spiele

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Werner Leyffer betreut in Glückstadt in Deutschlands wohl kleinster Anlaufstelle für Seeleute Menschen aus aller Welt. Auch über die Festtage ist er ehrenamtlich im Einsatz.

shz.de von
erstellt am 26.Dez.2013 | 16:00 Uhr

Seit April unterhält die Seemannsmission Brunsbüttel in Glückstadt einen Clubraum. Auch wenn der Seefahrer-Club auf dem Gelände von Glückstadt Ports erst im Sommer offiziell eingeweiht wurde, versieht Werner Leyffer bereits seit über einem Jahr seinen ehrenamtlichen Dienst. „Die Entwicklung ist positiv und die Seeleute nehmen unser Angebot gerne an“, berichtet er.

Leyffer kennt die Seefahrt und ist den vorwiegend philippinischen Seeleuten eine große Hilfe. „Ich hatte in 2013 90 Schiffsbesuche auf insgesamt 70 Schiffen“, führt er Statistik. Auch Wewelsfleth gehört zu seinem Bezirk, im dortigen Hafen hat er immerhin zehn Besuche absolviert. Trotz moderner Kommunikationstechnik an Bord ist seine Arbeit im Hafen erforderlich. „Viele Kapitäne gestatten ihrer Besatzung die Nutzung von Internet und Telefon“, berichtet Leyffer. Gerade auf den holländischen Schiffen herrscht ein harmonischer Umgang miteinander, ist seine Erfahrung. Glückstadt wird von kleineren Frachtschiffen mit sechs bis acht Mann Besatzung angelaufen. Die Schiffe löschen ihre Fracht, können ihren Müll entsorgen und werden auf die nächste Charter vorbereitet. Viele Matrosen nutzen die Einkaufsmöglichkeiten im nahen Stadtgebiet bei einem Landgang, der ihnen von ihren Vorgesetzten gewährt wird.

Neben Deutschen und Engländern handelt es sich um Seeleute aus Polen, Russland, Litauen, Lettland, der Ukraine, den Philippinen und von den kapverdischen Inseln. „Wir sind ein internationaler Hafen mit Schiffen unter internationalen Flaggen“, so Werner Leyffer. Ihm gefällt der ehrenamtliche Dienst in der Station und die Zusammenarbeit mit dem Hauptsitz in Brunsbüttel. „Ich betreue den kleinsten Seemannsclub in Deutschland.“

Bis Weihnachten bringen noch verschiedene Kümos ihre Waren nach Glückstadt. Die „Gotland“ mit Heimathafen Stade wird mit ihrer sechsköpfigen Mannschaft noch bis nach den Festtagen im Glückstädter Außenhafen liegen. „Das Schiff war auf der Fahrt von Büsum nach Hamburg und hatte kurz vor Cuxhaven einen Maschinenschaden“, soWerner Leyffer. Die Gotland wurde für die Reparatur nach Glückstadt geschleppt. Leyffer geht jeden zweiten Tag an Bord, versorgt die Matrosen mit allem nötigen, unter anderem mit philippinischen Zeitungen.

Dass die Seeleute fern der Heimat den Kontakt nach Hause nicht verlieren, dafür stehen die Seemannsmissionen in aller Welt. Werner Leyffer ist überwältigt von dem Vertrauen, dass die fremden Männer ihm entgegen bringen.

„Die vertrauen mir ihre Heuer an, um sie an ihre Familien zu überweisen.“ Zu Weihnachten verteilt er Spielesammlungen an die einzelnen Schiffsbesatzungen, um die Gemeinschaft an Bord zu fördern. Außerdem sind die Glückstädter Gäste am 2. Weihnachtsfeiertag in der Seemannsmission in Brunsbüttel zur Christmas-Party eingeladen.

 

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