Amtsvorsteher-Wechsel in Wilster : Zum Abschied eine Außenwette

Für jedes Jahr als Amtsvorsteher ein Luftballon: Helmut Sievers bringt sie mit Hilfe eines Radladers in nur einer Minute und 25 Sekunden zum Platzen. Drei Minuten hätte er für die Außenwette Zeit gehabt.
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Für jedes Jahr als Amtsvorsteher ein Luftballon: Helmut Sievers bringt sie mit Hilfe eines Radladers in nur einer Minute und 25 Sekunden zum Platzen. Drei Minuten hätte er für die Außenwette Zeit gehabt.

Viel Lob und Anerkennung für Helmut Sievers bei seiner feierlichen Verabschiedung als Amtsvorsteher.

shz.de von
10. Juli 2018, 05:00 Uhr

Mit einer Außenwette Marke „Wetten, dass...?“ hat die Amtsverwaltung Wilstermarsch ihren langjährigen Amtsvorsteher in den kommunalpolitischen Ruhestand verabschiedet. Helmut Sievers meisterte auch diese Herausforderung souverän. Nach kurzer Einweisung brachte er mit einem kleinen Radlader zehn Luftballons zum Platzen. Personalrat Jürgen Gross moderierte den Spektakel, der live in den Sitzungssaal des Verwaltungsgebäudes übertragen wurde. Dort hatten sich zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens und Wegbegleiter zur feierlichen Verabschiedung eingefunden.

„Er hat die Wilstermarsch in beispielhafter Weise vertreten“, sagte Volker Bolten als stellvertretender Amtsvorsteher. „Uneigennützig, vorbildlich und immer die eigenen Interessen zurückgestellt“, fasste er den Führungsstil von Sievers zusammen. „Eine große Lebensleistung“, pflichtete Volker Susemihl als stellvertretender Kreispräsident bei. „Und dabei immer gut gelaunt“, nannte er noch einen prägenden Charakterzug von Sievers. Das fand auch Clemens Preine als Vorsitzender des Gemeindetages: „Es gibt keinen besseren Amtsvorsteher.“ Dabei wirkte Sievers nicht nur in diesem Ehrenamt. 28 Jahre lang stand er als Bürgermeister an der Spitze der Gemeinde Stördorf. Viele Jahrzehnte war er auch aktiver Feuerwehrmann. Und auch weiterhin kümmert er sich als Vorsitzender des Fördervereins um den Erhalt des Wahrzeichens der Wilstermarsch, die Honigflether Bockmühle.

„Bei ihm stand immer der Dienstleistungsgedanke im Vordergrund“, sagte Heiko Wiese als Leitender Verwaltungsbeamter. Und bei allem habe Helmut Sievers das große Talent gehabt, auf Menschen zugehen zu können. „Seine Devise war immer: Man muss miteinander reden.“ Fazit Wiese: „Ein sehr verlässlicher Chef.“ Wie Volker Bolten listete auch Wiese die herausragenden Momente aus zehn Jahren Amt Wilstermarsch auf. Hier ein paar Beispiele: Flüchtlingswelle, Aktion „Aktiv im Alter“, Klimaschutz-Initiative, Verwaltungsmodernisierung, Wasserwirtschaft, Breitbandausbau und Optimierung der touristischen Infrastruktur.

Generell wurde das vom Amtsvorsteher geförderte sehr familiäre Klima in der Verwaltung wie auch im kommunalpolitischen Miteinander gewürdigt. „Darauf bin ich auch ein bisschen stolz“, so Sievers in seiner Schlussrede. In seiner Zeit, so blickte er noch einmal zurück, habe er stets versucht, Mittler zu sein. Und dabei immer auch gewusst: „Man braucht sich gegenseitig.“ Mit einem Dank für die vielmundige Anerkennung schloss er mit seinem Lebensmotto: „Fehler macht der Mensch, aber Mensch muss der Mensch bleiben.“

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