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Berufsleben : Zukunftsperspektiven für Schüler

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Brunsbütteler Gemeinschaftsschule will im Rahmen der Berufsorientierung neue Wege gehen: Kooperation mit Unternehmen läuft jetzt an

Bereits im Juni läutete der Leiter der Gemeinschaftsschule Hans-Peter Stein die Alarmglocke. Von 79 Schulabgängern hatten 18 Mädchen und Jungen keinerlei berufliche Zukunftsperspektiven, während die übrigen Schüler einen höheren Schulabschluss, eine Ausbildung oder eine berufsvorbereitende Maßnahme antraten. „Die Gemeinschaftsschule möchte und muss im Rahmen der Berufsorientierung neue Wege gehen“, betonte daraufhin der Leiter der Gemeinschaftsschule Brunsbüttel. Es dürfe nicht sein, dass rund 30 Prozent der Abschlussschüler in Dithmarschen nicht wüssten, wie es beruflich mit ihnen weitergehen soll.

Zu rund 120 Unternehmen und Betrieben aus dem Wirtschaftsraum der Schleusenstadt wurde der Kontakt gesucht. Jedoch erklärten sich lediglich 30 Unternehmen unmittelbar bereit, gemeinsam mit der Schule ein Konzept zu entwickeln, um den drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken und die Schüler die vielseitigen beruflichen Perspektiven rund um Brunsbüttel näher zu bringen. „Angesichts der Prognose der Bundesagentur für Arbeit, die eine Beteiligung von maximal zehn Prozent der angeschriebenen Firmen vorhersagten, sind für schon ganz glücklich, jedoch geben wir uns mit dieser Zahl längst nicht zufrieden“, unterstrich Stein.

Das erste Ergebnis der Kooperation zwischen der Schule und den teilnehmenden Betrieben wurde den Schülern jetzt präsentiert. Über 15 Stellwände zieren künftig die Flure der Schule im Rahmen einer ständigen Berufsmesse. Diese werden auf ganz individueller Weise von den Kooperationspartnern genutzt, um sich, aber vor allem die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten den Schülern näher zu bringen. „Wir haben in diesem Jahr 24 Auszubildende eingestellt aber immer noch sechs offene Plätze. Noch bis Dezember haben wir die Möglichkeit, die freien Ausbildungsstellen zu besetzten“, so Alexandra Werner, zuständig für die Auszubildenden der Bäckerei Balzer. „Bei uns können sich auch Schüler mit einem schlechten Zeugnis bewerben, denn vorrangig zählt bei uns der Mensch.“ Um jungen Menschen einen zusätzlichen Anreiz zu bieten, lockt das Marner Bäckereiunternehmen mit einer Beteiligung an den Kosten für einen Führerschein, sofern dieser während der Ausbildung gemacht wird.

Wenig überrascht über die Zahlen jener Schüler, die nach ihrem Schulabschluss keinerlei berufliche Perspektiven haben, zeigte sich unter anderen Bayer-Ausbildungsleiter Knut Pommerenke. „Wir haben 28 Auszubildende eingestellt, dabei jedoch Schwierigkeiten die technischen Berufe zu besetzen. Darüber hinaus haben wir die Erfahrung gemacht, dass sich die Brunsbütteler Schüler grundsätzlich sehr, sehr spät bewerben und sie eigentlich so gut wie nichts über die Abläufe in einem Industrieunternehmen wissen.“ Bayer MaterialSciense will daher verstärkt Berufe wie Industriemechaniker oder Elektroniker für Automatisierungstechnik bewerben und die Schüler im Zuge der ständigen Ausbildungsmesse künftig dahingehend animieren, sich frühzeitig um einen Ausbildungsplatz zu bewerben.

Zwölf unterschiedliche Ausbildungsberufe bietet derzeit Brunsbüttel Port. „Die Initiative von Herrn Stein finde ich sehr gut. Wir müssen die Schulen frühzeitig mit den Unternehmen zusammenführen, damit die Schüler zeitig auch in der Praxis erleben, was sich hinter den Betrieben verbirgt“, sagte Frank Schnabel, Geschäftsführer des Brunsbütteler Unternehmen für Hafen Logistik. „Wenn wir ausbilden, dann wollen wir die Auszubildenden natürlich auch gerne übernehmen. Der Fachkräftebedarf in unserem stark wachsenden Unternehmen ist vorhanden.“

Künftig sollen auch die Eltern vermehrt in das Engagement der Schule und der Kooperationspartner mit eingebunden werden. „Wenn wir Lehrer schon nicht alle Betriebe uns Ausbildungsmöglichkeiten in der Region kennen, wie sollen dies dann die Eltern können“, sagte Hans-Peter Stein und kündigte an neben den Schülern auch die Eltern zunehmen zu informieren, aber auch in ihre Pflicht zu nehmen, ihre Kinder auf ihren Weg in eine berufliche Zukunft zu begleiten.

 

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