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Demografischer Wandel : Zukunft sichern: Sportler ganz vorne

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Dithmarscher Kreissportverband erarbeitet Sportstätten-Entwicklungsplan. Vereine stellen sich schnell auf Trend-Sportarten ein.

shz.de von
erstellt am 16.Sep.2014 | 17:00 Uhr

Der Kreis Dithmarschen ruft dazu auf, neue Konzepte gegen den demografischen Wandel zu entwickeln (wir berichteten). Die Bevölkerung wird nämlich laut einer Prognose bis 2025 um 7,2 Prozent sinken. Was wird dann aus Schulen, Vereinen, dem Wohnungsangebot oder dem Nahverkehr? In loser Folge stellen wir hier Antworten auf die Fragen vor.

Höher, schneller, weiter – Sportler streben von Natur aus danach, die Nase vorn zu haben. Bei der Suche nach Antworten auf die Probleme des demografischen Wandels liegen sie schon jetzt ziemlich gut im Rennen. So kann Hans-Jürgen von Hemm als Vorsitzender des Kreissportverbandes (KSV) auf etliche frühere und aktuelle Maßnahmen hinweisen, mit denen dem demografischen Wandel teils schon seit Jahren Paroli geboten wird.

Das umfangreichste Vorhaben ist zweifellos die Arbeit an einem Sportstätten-Entwicklungsplan. Anhand eines Katasters jeder Halle, jedes Spielfeldes im Kreisgebiet soll empfohlen werden, wie vorhandene Angebote optimal genutzt werden können, welche Kooperationen möglich sind und ob Sanierungen reichen oder Neubauten notwendig werden.

Profis würden dafür sicher einen Betrag über 100 000 Euro verlangen müssen, schätzt der KSV-Vorsitzende. In Dithmarschen wird so etwas nun aber von sieben ehrenamtlichen Kräften erarbeitet.

Wie nützlich diese Idee ist, zeigt sich daran, dass der Dithmarscher Spitzen-Zehnkämpfer Lennart Biere im Winter stets nach Hamburg gefahren ist, um in einer auch für Hoch- und Weitsprung geeigneten Halle üben zu können. Doch all das ist auch in der Großsporthalle in Meldorf möglich – man muss es nur wissen.

Dithmarscher Sportler sind auch spitze, wenn es um Kooperationen geht. So initiierte Gerald Grimmer (SSV Hennstedt) im Nordosten des Kreises ein Angebot, das sogar mit dem Breitensport-Preis einer Krankenkasse ausgezeichnet wurde. Die Sportvereine in Hennstedt, Delve, Hollingstedt, Linden und Schlichting sind übereingekommen, jeden bei sich trainieren zu lassen, wenn er in einem der Clubs Mitglied ist.

Zu geglückten Kooperationen zählt Hans-Jürgen von Hemm auch die Spielgemeinschaften. Die seien übrigens keineswegs neu. Eine solche gründete der Kreisfußballverband schon Mitte der 90-er Jahre. Bereits 2004 wurden Richtlinien für die Bildung von Sportgemeinschaften herausgegeben. „Das ist alles kein aktuelles Phänomen der Gegenwart“, betont von Hemm. Inzwischen gibt es je vier für Männer und Frauen, 17 für den männlichen und 16 für den weiblichen Nachwuchs auf dem Fußballfeld. Für ihn ein Beleg für den sich verschärfenden Demografie-Wandel.

Der KSV-Chef weist auf das Potenzial hin, über das die 163 im KSV organisierten Sportvereine und elf Fachverbände verfügen. Sie bieten inzwischen 130 Sportarten an. Er selbst trainiert Nordic Walking. „Und was für ein Gedränge herrscht da jedes Mal.“ Doch trotz der Öffnung der Vereine zu Trendsportarten wie dieser oder zu Fitness und Wellness ist der Mitgliederschwund nach wie vor Besorgnis erregend. So sank die Zahl von 2013 auf 2014 um fast 1000 auf jetzt 43 361. Eine Entwicklung überrascht von Hemm und trägt zu seinem Optimismus bei: So gibt es neben den Verlusten über die meisten Altersgruppen hinweg bei den Jüngsten (bis sechs Jahre) einen leichten Zuwachs in den Vereinen. Ob dies allerdings schon als Trendumkehr zu deuten sei, traut sich von Hemm nicht zu sagen.

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