Zukunft planen auf dem „Berufemarkt“

Steinburg Schule informiert über Jobs für Menschen mit Behinderung

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01. Februar 2018, 16:49 Uhr

Viviane sieht ein bisschen aus wie eine kleine Forscherin. Mit auffälliger orangener Jacke, dicker, flauschiger Fellmütze und breitem Grinsen im Gesicht wirkt sie als wäre sie bereit für eine große Expedition. Statt direkt Entdeckerin zu werden, verschafft sich die 15-Jährige jedoch zuerst mal einen Überblick auf dem Berufemarkt für Kinder mit Behinderung der Steinburg-Schule. Ab der neunten bis zur zwölften Klasse können die Schüler sich dort über ihre Zukunftsmöglichkeiten informieren.

„Man muss sich einfach umschauen. Die Kinder sind auf einem Weg, wo sie sich gerade finden. Wir begleiten sie dabei“, sagt Direktorin Maren Lutz. Viviane schaut sich die Stände der Glückstädter und Hohenwestedter Werkstätten genauer an. Dort werden unter anderem Kalender und Textilien bedruckt, Pralinen verpackt oder Montagearbeiten durchgeführt. „Für Autogurte montieren wir kleinste Teile – das ist schon ganz schön anspruchsvoll“, sagt Sozialpädagoge Jan Runge. Viviane interessiert sich aber eher für das Backen oder Dinosaurier. „Würde ich mein Hobby zum Beruf machen, dann wäre ich Dinoforscherin“, sagt sie prompt. Vielleicht wäre daher auch eine Laufbahn in einem Museum denkbar, schlägt Mutter Bianca Amtmann vor.

Susanne Kriener von der Brücke unterstützt solche Gedankenexperimente: „Wir schauen, welche Wünsche die Kinder haben und versuchen dann ein Praktikum zu finden. Langsam öffnet sich der Arbeitsmarkt auch mehr für die Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderung.“

Auch das Regionale Berufsbildungszentrum (RBZ) öffnet sich und präsentiert sein Angebot zum ersten Mal auf dem Berufemarkt. Das RBZ stellt seinen Praxisunterricht vor. Dort können die Steinburg Schüler beispielsweise in einer Fahrradwerkstatt oder einem kleinen Friseursalon arbeiten.

Doch nicht nur der Beruf gehört zur Zukunftsplanung dazu, sondern auch das alleinige wohnen. „Es ist ein Traum der Menschen mit Behinderung, alleine zu wohnen. Dabei brauchen sie zwar Unterstützung, aber es ist schon machbar“, sagt Ann Witchger von Wilma – Wohnen mit Assistenz an ihrem Stand. Neben ihr präsentiert sich die Elmshorner Arbeitsassistenz (Elma). Sie stellt eine Schnittstelle zwischen Werkstatt und Arbeitsmarkt dar und vermittelt Praktika.

Viviane findet alle Stände interessant. Ihre Mutter sammelt fleißig jeden Flyer ein. Sie wandern vom Stand der Norddeutschen Gesellschaft für Diakonie zum Stand des Betreuungsvereins Steinburgs. Danach geht es weiter zur Eingliederungshilfe und dem Sozialamt. Auch den Stand des Erlenhofs und des Integrationsfachdienstes besuchen die beiden interessiert. „Das war ganz schön viel Input, den man erst mal sacken lassen muss“, sagt Altmann.

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