Fußball : Zukunft hängt am seidenen Faden

Die Vereinsanlage gehört zum Großteil der Stadt. Diese halte sich bei Gesprächen bislang bedeckt, sagt Insolvenzverwalter Penzlin.
1 von 2
Die Vereinsanlage gehört zum Großteil der Stadt. Diese halte sich bei Gesprächen bislang bedeckt, sagt Insolvenzverwalter Penzlin.

Im Mai soll die Insolvenz des Itzehoer SV eröffnet werden. Für möglichen Nachfolgeverein fehlt es zurzeit an engagierten Mitgliedern.

von
03. März 2018, 06:08 Uhr

Die Aussichten sind alles andere als rosig: Der Itzehoer SV wird den Spielbetrieb in dieser Saison noch beenden, aber danach hängt die Zukunft am seidenen Faden. Im Mai soll die Insolvenz eröffnet werden und danach wäre der ISV 09 Geschichte. Dann müsste ein Nachfolgeverein gegründet werden, was aber nur Sinn macht, wenn sich genügend Mitglieder finden, die in dem neuen ISV 2.0 Verantwortung übernehmen würden. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung informierten die vorläufigen Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin und Christian Mikolajczak sowie Notvorstand Stephan Ulrich über die aktuelle Situation beim Traditionsclub vom Lehmwohld.

Um die Saison beenden zu können, ist der Schleswig-Holsteinische Fußballverband dem ISV insofern entgegengekommen, dass der Verein seine Verbindlichkeiten in drei Raten abzahlen kann. Die erste sei angewiesen, berichtete Penzlin, doch es werde nicht einfach, auch die beiden anderen zu bedienen. Gelänge dies nicht, wäre das schon das vorzeitige Aus. Sportlich müsse der ISV dann absteigen. Aber auch wenn im Mai die Insolvenz eröffnet wird, sei nicht klar, wo ein neuer Verein spielen würde.

Ob es aber überhaupt einen neuen ISV geben wird, ist längst nicht sicher. Dafür müsste dann auch eine neue Vorstandsmannschaft gefunden werden. Sicher ist nur, dass Notvorstand Stephan Ulrich keinen Posten mehr übernehmen will. Der im vergangenen Jahr neu gewählte Vorstand ist vom Amtsgericht nicht anerkannt worden, weil er im Block gewählt wurde. Deshalb hatte Dietmar Penzlin Ulrich zum Notvorstand bestellt, der dann weitgehend auf sich allein gestellt war. Seine Kraft scheint nun aufgebraucht.

Dass die Kosten für die Platzanlage den Verein auffressen, ist kein Geheimnis. Gespräche mit der Stadt, die der Eigentümer ist, haben bisher zu keinem Ergebnis geführt. Dort verhalte man sich sehr reserviert, berichtete Penzlin. Die Anlage solle sogar Stück für Stück zurückgegeben werden. Lediglich das Vereinsheim ist im Besitz des ISV. Das wolle man verkaufen. Wird die Insolvenz eröffnet, hätte der Nachfolgeclub aber nichts davon, weil das Geld aus dem Verkauf an die Gläubiger des alten ISV 09 verteilt werden müsste.

Das alles ist nicht gerade Motivation, um in einem neuen Vorstand mitzuarbeiten. Die Bereitschaft ehrenamtlich tätig zu werden, sei derzeit gering. „Wir tun alles, damit es weitergehen kann“, so Dietmar Penzlin. Wenn aber niemand Verantwortung übernehmen wolle, seien alle Anstrengungen umsonst.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen