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Norddeutsche Rundschau

22. August 2017 | 09:31 Uhr

Lokführer-Streik : Zugausfälle in Itzehoe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Probleme am Itzehoer Bahnhof halten sich in Grenzen: Reisende steigen auf Züge der Nord-Ostsee-Bahn um.

„Zug fällt aus“ – dieser Hinweis war gestern Nachmittag, als ein Streik der Lokführer-Gewerkschaft begann, auch auf den Anzeigetafeln am Bahnhof in Itzehoe zu sehen. Betroffen waren die Regionalzüge der Deutschen Bahn von und nach Hamburg sowie einige Intercity-Züge. Die Züge der Nord-Ostsee-Bahn fuhren dagegen planmäßig, teilweise mit wenigen Minuten Verspätung. „Ich hatte keine Probleme“, sagte Stephan Nowak (42), der mit der Nord-Ostsee-Bahn von Heide nach Itzehoe gekommen war.

Viele Reisende hatten sich auf die Ausfälle eingestellt und wichen auf die Züge der Nord-Ostsee-Bahn aus. Wer unvorbereitet zum Bahnhof kam, wurde durch Ansagen auf alternative Reisemöglichkeiten aufmerksam gemacht.

Besonders hart hatte es Dörte Speil aus Wanne-Eickel getroffen, die in ihre Heimat zurückreisen wollte. Eigentlich hatte sie geplant, ihre Fahrt um 14.37 Uhr anzutreten. Auf Empfehlung des Bahnpersonals und wegen ausgefallener Anschlusszüge in Hamburg nahm sie jedoch den Intercity um 15.55 Uhr, sodass sie über eine Stunde mit ihrem Sohn am Bahnsteig warten musste.

Klaus-Peter Börtzler (66) aus Berlin hatte sich auf die Probleme vorbereitet. Er trat seine Reise in die Hauptstadt pünktlich mit einem Zug der Nord-Ostsee-Bahn an. Da von Hamburg aus keine Fernzüge nach Berlin verkehrten, wollte er dort auf einen Bus umsteigen. Das Ticket hatte er bereits in der Tasche. Statt zweieinhalb Stunden von Hamburg nach Berlin sei er dann dreieinhalb Stunden unterwegs. Börtzler reagierte gelassen: „Für den Streik habe ich vollstes Verständnis. Ich bin selber gewerkschaftlich organisiert.“

Auf wütende oder orientierungslose Reisende hatten sich die Mitarbeiter der Bahnhofsmission eingestellt. Die blieben zum Glück aus. „Wir haben den Eindruck, dass die Leute gut vorbereitet sind. Der Streik wurde ja groß in den Medien angekündigt“, sagten die beiden Ehrenamtler Eva Adebahr und Sieghardt Käsch. Ihrer Erfahrung nach würden Streiks am Nachmittag meist reibungslos ablaufen. „Wenn die Lokführer morgens streiken würden, das würde richtig weh tun“, meinte Sieghardt Käsch.

Weh tun könnte es daher am heutigen Donnerstagmorgen: Der Streik soll zwar um vier Uhr beendet sein, allerdings könne es nach Auskunft eines Bahnsprechers auch später noch zu Zugausfällen und Verspätungen kommen. „Wir werden Donnerstagmorgen so schnell wie möglich versuchen, wieder den Normalbetrieb aufzunehmen“, so der Sprecher. Pendlern rate er, für den heutigen Weg zur Arbeit mehr Zeit einzuplanen.

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erstellt am 16.Okt.2014 | 05:00 Uhr

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