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Stadtmarketing : Zu wenig Mitglieder bei Wir für Itzehoe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Verein finanziert das Stadtmanagement mit – doch das Beitragsaufkommen reicht auf Dauer nicht.

Die Leerstandsquote in der Innenstadt sinkt, Breite Straße und Bekstraße sind vor allem dank Stör-Carree deutlich belebt worden – gute Nachrichten hätten die Mitgliederversammlung von Wir für Itzehoe bestimmen können. Doch der Verein selbst hat Schwierigkeiten: Weil die Zahl der Mitglieder zu niedrig ist, fehlen benötigte Mittel.

Mit 40 000 Euro im Jahr beteiligt sich der Verein an der Finanzierung des Stadtmanagements, Partner ist die Stadt. Doch nur rund 36 800 Euro erhielt Wir für Itzehoe aus den Beiträgen seiner Mitglieder. Deren Zahl sinkt leicht, aber zuletzt kontinuierlich auf nun 146. Noch gibt es Rücklagen für die kommenden Jahre, aber die Möglichkeit einer Insolvenz sprachen sowohl Vorsitzender Helmut Seifert als auch Schatzmeister Jens-Hartwig Göttsch an. In absehbarer Zeit könne es massive Probleme geben, sagte Seifert: „Diese Entwicklung in Bezug auf unseren Verein ist im Moment meine größte Sorge.“

Offenbar verstehe man es nicht genug, ihn so darzustellen, wie er es verdiene. Jedes Mitglied sei gefordert, den Verein kräftiger zu machen, um das Stadtmanagement zu stützen, die Stadt attraktiver zu machen und den Standort zu stärken. „Ziel kann nur sein, dass jeder Einzelhändler in dieser Stadt Mitglied wird“, sagte Sabine Soyka. Nach drei Jahren gab sie den stellvertretenden Vorsitz an Sven Haltermann ab, brach aber eine Lanze für Wir für Itzehoe und das Stadtmanagement: Nicht jede Entscheidung gefalle jedem, aber ohne Stadtmanagement – dessen Arbeit allseits hoch gelobt wurde – wäre es eine „Katastrophe“.

Kritisch erinnerte Günter Beuck daran, dass Wir für Itzehoe kein Verein von Innenstadt-Einzelhändlern sei, sondern einer für die ganze Stadt. Sabine Soyka stimmte zu und setzte insbesondere auf Firmen aus dem Innovationsraum: „Dass die Stadt funktioniert, ist auch für diese Unternehmen von hoher Relevanz.“ Dafür sei die Beitragsstruktur gezielt verändert worden, mit Jahressummen zwischen 150 und 750 Euro, je nach Firmengröße. Privatmitglieder zahlen 50, Vereine und Verbände 125 Euro. Auch Stadtmanagerin Lydia Keune-Sekula wünschte sich einen deutlich stärkeren Verein: „Ich möchte, dass er die Stimme der Wirtschaft wird.“ Diese werde gebraucht: „Wir haben noch so viel zu wuppen.“

Manches wurde aber auch bewegt. Seifert sah einen Stimmungsumschwung durch Stadtjubiläum und KrimiNordica, freute sich über das wiederbelebte Stadtforum und erinnerte daran, dass die Innenstadt-Revitalisierung und die gemeinsamen Ladenschlusszeiten von Wir-für-Itzehoe-Mitgliedern vorangetrieben wurden. Eine Aufbruchstimmung sei deutlich zu spüren.

Die von Haltermann initiierte Öffnung bis 19 Uhr bedeute Aufwand, sagte Martin Ott. Doch es brauche einen längeren Atem, die Zahl der Kunden in dieser letzten Stunde nehme zu. Sein eigentliches Thema war die Wiederbelebung der Innenstadt: Ott hatte private Investoren gefunden, die zusammen mit der Stadt den Einsatz des Hamburgers Justus von Kries und seiner Firma K.G.I. finanzieren. Das zeige Erfolge, und die Matrix mit detaillierten Informationen über die Gebäude der Fußgängerzone sei ein „tolles Instrument“. Die Stadtmanagerin nannte es einen Segen – und motiverte dazu, es zu nutzen.

Bis Ende Juni läuft das Engagement der K.G.I. noch, doch es soll verlängert werden. Nach Otts Worten läuft eine Initiative an, um weitere Geldgeber zu finden, zudem hofften er und Keune-
Sekula, dass die Politik weiter mitzieht. Das Eisen sei warm, so Ott. „Da müssen wir dran bleiben. Es ist gut investiertes Geld.“

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erstellt am 09.Mai.2014 | 11:45 Uhr

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