Itzehoe : Zu viele Haufen: DNA-Test für Hunde

Mit gutem Beispiel voran: 'Lennox' bei der Speichelprobe. Foto: götz
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Mit gutem Beispiel voran: "Lennox" bei der Speichelprobe. Foto: götz

Stadt legt Datenbank an, sammelt Proben und bestraft säumige Kot-Sammler

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01. April 2011, 08:45 Uhr

itzehoe | An der Oelixdorfer Straße, in der Fußgänger zone, Richtung Bahnhof - wo Petra Schöning in Itzehoe auch unterwegs ist, sie sieht vor allem Hundehaufen. "Kaum war der erste Schnee weg, konnte man nicht mehr unbeschwert laufen." Extrem sei es entlang des Wegs, der von der Oelixdorfer Straße in den Wald führt. "Der wird schon ewig nur Ködelweg genannt."

Immer wieder ärgerte sich Petra Schöning wie viele andere Itzehoer über die "Tretminen". In der Familie, im Freundeskreis, in der Nachbarschaft kreisten die Gespräche oft um das Thema. "Es ist wirklich bitter", meint Nachbarin Sybilla Stegemann. Sie räumt die Häufchen ihres Labradors "Lennox" selbstverständlich weg - und ärgert sich, dass andere Hundehalter es nicht tun. "Damit bringen sie alle in Verruf."

Doch das soll sich jetzt ändern. Zufällig las Petra Schöning von der israelischen Stadt Petah Tikva, wo eine Tierärztin die Hunde zum Gentest schickt. Angestellte der örtlichen Behörden sammeln regelmäßig kleine Proben von Hundehaufen ein und vergleichen sie mit der DNA in der Datenbank. Auch in deutschen Städten, etwa Volkach in Unterfranken, wurde diese Methode schon erwogen.

"Das ist die Lösung", dachte Petra Schöning - und schrieb einen Brief an Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen. Der war gleich angetan von der Idee. Schließlich hat er schon im Wahlkampf versprochen, für mehr Sauberkeit in der Stadt zu sorgen. "Das ist in Itzehoe ein leidiges Thema", weiß er. Und nur durch freundliche Appelle sei das Problem offenbar nicht in den Griff zu bekommen.

Im Rathaus wurde diskutiert und gerechnet. Das Ergebnis: "Einen Versuch ist es wert." Und so werden alle Itzehoer, die einen Hund angemeldet haben, in den nächsten Wochen einen Brief bekommen - der Vierbeiner wird zur Speichelprobe aufgefordert. Als Dankeschön für die Teilnahme gibt es ein Paket Tütchen für Hundekot.

Der genetische Pfotenabdruck wird in eine Datenbank eingepflegt. Mitarbeiter des Ordnungsamtes werden dann regelmäßig in der Stadt unterwegs sein und Proben von Häufchen einsammeln. In einem Hamburger Labor werden sie ausgewertet. Die Sünder müssen mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. Bei Wiederholungstätern können sie bis in den hohen dreistelligen Bereich gehen.

"So können wir auf Dauer auch die Kosten wieder reinholen", sagt Koeppen. Er weiß, dass das Vorhaben für Wirbel sorgen wird. "Aber man muss auch einmal ungewöhliche Wege gehen."

Sybilla Stegemann ist bereits mit gutem Beispiel voran gegangen. "Lennox" hat seine Speichelprobe schon abgegeben. "Verantwortungsvolle Hundebesitzer räumen die Häufchen weg. Wir haben uns nichts vorzuwerfen."

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