zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 11:27 Uhr

Zu viel Pardon, zu wenig Gesang

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2013 | 00:31 Uhr

„Macht hoch die Tür“ nennt der Bariton Christoph von Weitzel sein Programm, in dem er eine „Weihnachtsgeschichte in Liedern“ präsentieren will. Die Titelzeile dieses ökumenischen Adventlieds weckt hohe Erwartungen, zumal der Sänger im theater itzehoe mit seinem Volksliedprogramm vor gut eineinhalb Jahren einen prägenden Eindruck hinterließ.

Aber an diesem Abend war der Künstler indisponiert. Ein paar Lieder singen, zwischendrin plaudern und kulturgeschichtliche Informationen über das Genre des Weihnachtsliedes zu geben – so hatte er sich das wohl vorgestellt. Aber schon früh verhaspelte er sich, vergaß zum Beispiel den Liedtext von „Ihr Kinderlein kommet“. Je mehr von Weitzel sich entschuldigte, desto heftiger wurde die Unsicherheit spürbar, der auch Ulrich Pakusch am Flügel durch musikalisch ausgeklügelte und sinnreiche Begleitung nicht abhelfen konnte.

Dabei benötigt das Weihnachtslied Ruhe und Stille. Die Lösung, einfach nicht mehr zu reden, sondern nur noch zu singen, wäre besser gewesen als das dauernde Entschuldigen. Denn im Gesang wusste von Weitzel zu überzeugen. Das getragene „Es kommt ein Schiff geladen“ ließ er mit dem lebhaften „Es ist ein Ros’ entsprungen“ korrespondieren, um es durch ein wunderbares, auch in den Zwischentönen schwebendes „Maria durch ein Dornwald ging“ zu krönen. Er präsentierte auch die Kunstlied-Varianten des Weihnachtsliedes mit Beispielen von Peter Cornelius. Und zum Schluss vertraute er im mittelprächtig besetzten Studio der Textsicherheit seines Publikums, mit dem er bekannte Lieder sang. Fazit: Abhaken! Auf den nächsten Auftritt fokussieren!



Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen