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Verkehrspolitik : Zu unsicher: Radler gegen Kreisverkehr

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Fahrradclub befürchtet einen neuen Unfallschwerpunkt in Kellinghusen: den geplanten Kreisverkehr an der Kreuzung Lehmbergstraße/Straße an der Stör/Breitenberger Straße.

Mehr Unfälle mit kleinen und großen Verkehrsteilnehmern durch einen Kreisverkehr befürchtet Heinz-Jürgen Heidemann. „Es ist abzusehen, dass mit der Einrichtung eines Kreisverkehrs der nächste oder ein neuer Unfallschwerpunkt entsteht“, sagt der ehemalige Landesvorsitzende des Allgemeinden Deutschen Fahrradclubs (ADFC) und Rad-Tourenleiter.

An der Kreuzung Lehmbergstraße/Straße an der Stör/Breitenberger Straße wünscht sich die Stadt schon seit langer Zeit einen Kreisverkehr. Bislang scheiterte das Vorhaben an der Höhe des Verkehrsaufkommens. Verschiedene Verkehrszählungen erbrachten Ergebnisse jeweils unter den erforderlichen Ziffern. Im Rahmen des Neubaus des Nahversorgungszentrums Edeka/Aldi an der Straße an der Stör sowie der geplanten Verlagerung des Lidl-Discounters in die Lehmbergstraße kam das Thema erneut auf. Eine Einwohnerversammlung zeigte jedoch, dass ein „Kreisverkehrsplatz“ (KVP) längst nicht so begeistert begrüßt wird, wie angenommen. Von Bürgern kritisch gesehen wurde dort die Verkehrssicherheit für ältere und junge Verkehrsteilnehmer: Ältere Menschen sowie radelnde Kinder auf dem Weg zum Freibad oder zur Tennisanlage hätten das Nachsehen gegenüber dem motorisierten Verkehr.

Dies unterstreicht auch Heidemann: An einem Kreisverkehr werde der Vorrang des Kfz-Verkehrs besonders deutlich. „Fußgänger und Radfahrer werden sprichwörtlich und tatsächlich an den Rand gedrängt.“ Zwei Dinge hebt der erfahrene Radler in der aktuellen Diskussion um den „Knoten Lehmbergstraße/An der Stör/Breitenberger Straße“ hervor. Glücklicherweise in nur einem Jahr (2011) seit 2006 sei die Kreuzung als Unfallschwerpunkt (drei Unfälle oder mehr) in Erscheinung getreten. Als Konsequenz wurde das „Vorfahrt achten“ in der Breitenberger Straße sowie in der Lehmbergstraße vom Rathaus kommend durch ein „Stopp“ ersetzt.

Im Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer sei die Kreuzung zwar weiterhin gefährlich. Dies führe vermutlich aber auch zu einer erhöhten Aufmerksamkeit von allen Seiten. „Als Unfallschwerpunkt ist der Knotenpunkt seither jedenfalls nicht mehr in Erscheinung getreten.“ Ein Blick in die Unfallstatistik des Kreises Steinburg zeige hingegen: Sieben Mal in den vergangenen zehn Jahren errang der Kreisel am Adler in Itzehoe den traurigen Titel. „2015 waren es neun Unfälle, vier davon mit Beteiligung von Fußgängern oder Radfahrern.“ Zwar liege die Verkehrsfrequenz dort meilenweit über der vor Ort. „Erwähnenswert ist aber, daß die Fahrradunfälle alle in relativ verkehrsarmen Zeiten passierten, so wie sie in unserer Innenstadt als typisch anzusehen sind“, sagt Heidemann.

Seine Meinung: Moderne Stadtentwicklung strebe eine Entschleunigung des Kfz-Verkehrs in den Innenstädten an. „Mit Kreiseln ist das nicht zu schaffen.“ Um den Kreuzungsbereich noch sicherer zu machen, sollte er zusätzlich zu den bewährten Stopp-Schildern auf eine Einspurigkeit zurückgebaut werden. „Itzehoe und Hungriger Wolf haben mit der kostengünstigen Maßnahme bereits gute Erfahrungen gemacht.“ Ein anderes Thema sei die völlig unzureichende Führung des Radverkehrs von der Breitenberger Straße über die Kreuzung in die Straße an der Stör an Gewerbebetrieben vorbei. Seit Jahren vorliegende Verbesserungsvorschläge seien von der Stadt aber leider nicht umgesetzt worden.

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