DRK : Zu Hause rumsitzen? „Kann ich nicht“

Will dem DRK in Glückstadt neuen Schwung verleihen: die neue Vorsitzende Brigitte Krombach.
Will dem DRK in Glückstadt neuen Schwung verleihen: die neue Vorsitzende Brigitte Krombach.

Brigitte Krombach ist seit April 2014 Vorsitzende des DRK Glückstadt. Mittlerweile hat sie sich gut in die neue Aufgabe eingefunden.

shz.de von
13. Januar 2015, 08:00 Uhr

Eigentlich wollte Brigitte Krombach (64) Anfang des vergangenen Jahres nur an einem gemütlichen Nachmittag im „Tivoli“ teilnehmen. Dann wurde daraus aber der Anfang ihrer jetzigen Tätigkeit: „Zum Vorsitz beim Glückstädter DRK kam ich wie die Jungfrau zum Kinde“, sagt sie und muss beim Gedanken daran immer noch lächeln.

Ihre Vorgängerin, die langjährige Vorsitzende Roswitha Junge, setzte sich auf der Suche nach einer Nachfolgerin beim Kaffeetrinken einfach neben sie und fragte, ob sie es nicht machen wolle, erzählt Brigitte Krombach. „Ich weiß gar nicht, wie sie auf mich gekommen ist, denn ich war ja noch gar kein DRK-Mitglied.“ Dafür war sie beim Tanzkreis beim DRK aktiv und ging hier auch seit 2010 zur Gymnastik, sie kannten sich also vom Sehen. „Weil ich mir nichts darunter vorstellen konnte, was die Arbeit als Vorsitzende ausmacht, habe ich sie zu Hause besucht.“ Es stellte sich heraus, dass beide ursprünglich aus der Oberpfalz stammen, aus Orten nur wenige Kilometer von einander entfernt. „Da haben wir erst mal beide gelacht.“ Und nachdem sie noch einmal darüber geschlafen hatte, war sie einverstanden, den Vorsitz zu übernehmen. Noch auf der Hauptversammlung im April 2014, auf der sie einstimmig gewählt wurde, füllte Brigitte Krombach ihre Beitrittserklärung aus.

Ursprünglich aus Bayern/Oberpfalz stammend, kam sie durch ihren Mann vor 46 Jahren nach Glückstadt. Die Mutter eines Sohnes und Großmutter zweier Enkel (16 und 14) hat hier sieben Jahre lang beim Steuerberater gearbeitet, auch bei Karstadt als Lohnbuchhalterin und war ab 1980 dann 20 Jahre lang als Fernschreiberin bei der Bundeswehr, auch in Hamburg, tätig. Nach Ablauf ihrer Altersteilzeit ist sie seit dem 1. Januar Rentnerin.

Brigitte Krombach hat nicht nur in ihrem Beruf umfangreiche Fähigkeiten erworben, sondern sich schon immer auch für die Belange anderer eingesetzt. Für ihr Engagement bei der Bundeswehr erhielt sie 2010 das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold (wir berichteten). Nachdem ihr Mann vor sieben Jahren gestorben ist, suchte sie eine Betätigung, „denn zu Hause die Wände anstarren kann ich nicht.“ Brigitte Krombach spendet schon seit 1969 Blut, hat am 25. August 2014 beim DRK in Glückstadt den 100. Spendetermin gehabt und dafür eine Auszeichnung und eine Urkunde erhalten.

Nun ist sie seit April 2014 Vorsitzende für den 200 Mitglieder umfassenden Ortsverein mitsamt seinen Mitgliedern, dem Vorstand und der Bereitschaft. Die Aufgabe macht ihr Spaß, auch wenn sie sich an einiges, vor allem die Bürokratie, erst noch gewöhnen muss. Schon die Eintragung als neue Amtsinhaberin im Vereinsregister hat von März bis August gedauert. Da sie noch gar keine Ahnung hatte, was auf sie zukommt, wurden ihr einige Ordner mitgegeben, über die sie sich einen Überblick verschaffte. „Ich habe einige um- und aussortiert und viel gelesen.“

Derzeit ist mehr zu tun, als sie sich vorstellte. „Ich muss erst viele kennen lernen, wurde aber sehr gut aufgenommen und kann immer jeden fragen.“ Im Juni 2014 hatte sie die erste von bis zu vier Vorstandssitzungen im Jahr, wo vieles besprochen werden musste. Da Glückstadt nicht so groß ist, kannte sie viele Mitglieder bereits – aus dem Sportverein, vom Steuerberater, der Bundeswehr. „Die Eingewöhnung war nicht so schwer.“

Hauptsächlich geht es in der Arbeit darum, vieles zu koordinieren und den Überblick über das Gesamtgefüge zu erhalten. „Sitzungen zu leiten, kenne ich noch von der Personalvertretung bei der Bundeswehr“, erzählt sie. Und so war es für Brigitte Krombach auch kein Problem, die Hauptversammlung, auf der sie gewählt wurde, sofort zu übernehmen. „Ich habe die Satzung gelesen und kenne die Gepflogenheiten. Jetzt sitze ich jeden Tag am Computer und lese meine Mails.“

Bei der Bundeswehr hat sie gelernt, Menschen auch etwas Unangenehmes zu sagen, ohne sie dabei zu kränken. „Das kann ich auch heute noch. Ich habe immer mit allen gesprochen und versuche einen vernünftigen Umgang.“ Sie will dem Ortsverein neuen Schwung geben, „denn ich bin gegen das Eingefahrene.“ So hat sie das „Kartenwesen“ mit Glückwunsch- und Trauerkarten neu geordnet, den Informationskasten in der Kremper Straße neu gestaltet und Anregungen für die Umgestaltung der Website (www.drk-glueckstadt.de) gegeben. „Das kostet natürlich alles Zeit.“ Und sie will zu Aktivitäten in den Gruppen und zum Mitmachen anregen. Auch um neue Mitglieder zu werben, seien Maßnahmen geplant. „Ich mag nicht hören: ,Ihr macht ja nichts'“, sagt sie.

Ihre Aufgabe will Brigitte Krombach nun bis zum Ende der Wahlperiode ausführen. „Wenn es bis dahin gut klappt, stelle ich mich auch zur Wiederwahl, denn man bleibt auch fit“, hat sie erkannt. „Wie gesagt: Ich kann nicht zu Hause sitzen und aus dem Fenster gucken.“

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