Zu Gast beim Theater-Jahrmarkt

Keine Chance für Ermüdungserscheinungen: Katinka Springborn (l.) und Ulrike Schanko während der 90-minütigen Präsentation.
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Keine Chance für Ermüdungserscheinungen: Katinka Springborn (l.) und Ulrike Schanko während der 90-minütigen Präsentation.

Programm für Spielzeit 2018/19 präsentiert / Mehr als 125 Veranstaltungen geplant

shz.de von
18. Mai 2018, 05:00 Uhr

Toll: Goethes „Faust“ kommt in der nächsten Spielzeit in dieses Theater. Großartig: Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ als Ballett! Phantastisch: Preußlers „Die kleine Hexe“ gibt es als Weihnachtsmärchen. Und die „Feuerzangenbowle“ zu Silvester. Und Lessing. Und Kleist. Und Brecht! Und die Musik erst: Klassisch, Oper, Operette, Musical! Dazu ein umfassendes Extra-Programm für Kinder und Jugendliche.

Während die Vorfreude so richtig aufwallt während dieser Spielplanpräsentation im fast vollen Theater Itzehoe, merkt man allmählich, dass die Ballung an Programm-Bonbons spätestens nach einem Dutzend von Erwartungshöhepunkten etwas erlahmen könnte. Deswegen hat sich Theaterchefin Ulrike Schanko wieder etwas gegen ermüdende Dauer-Wow-Effekte einfallen lassen. Unmöglich, die mehr als 125 Veranstaltungen einzeln aufzuzählen. Gäbe sie jeder eine Minute Präsentation, dann würden die ersten Zuschauer nach 20 Minuten ermüdet vom Stuhl fallen.

Schanko dreht den Spieß deswegen um. Genau den Sketch vom einnickenden Publikum servieren Katinka Springborn und Johannes Kirchberg zur Einleitung. Anschließend lädt die Chefin zum Jahrmarktsbummel ein, zu den Musik-Karussells mit sechs Sinfoniekonzerten. Herausragend hier: Die Bremer Philharmoniker treten erstmals in Itzehoe auf, unter anderem mit Barbers „Adagio for strings“, jenem Stück, das im Verdacht steht, die traurigste aller Kompositionen zu sein. Helen Schneider singt in diesem Konzert Songs von Gershwin, Weill und Lloyd-Webber.

Weiter geht der Bummel ins Panoptikum, wo mit „Charleys Tante“ ein echter Lach-Klassiker das Publikum unterhält. Bei „Hau den Lukas!“ gibt es viele Volltreffer, am knalligsten hier: „Faust!“ als experimentelle Kammerspielfassung. Der Jahrmarktsbummel geht weiter. „Singing in the rain“, „Zweikampfhasen“, „Ein Walzertraum“. Gibt es auch eine ernste Ecke? Oh ja: Kleists „Michael Kohlhaas“, Bölls „Ansichten eines Clowns“, Puccinis „Manon Lescaut“. Und Unterhaltung mit Tiefgang? Auch das: „Shakespeare in Love“ und „Die Reifeprüfung“ präsentiert das Theater nach den weltbekannten Filmen als Bühnenfassung.

Während des Bummels rezitiert Kirchberg Hintergründig-Kluges von Erich Kästner. Es gibt schön Gesungenes von Amelie Müller und Kai-Moritz Blankenburg und Bonmots vom Landestheater-Intendanten Peter Grisebach, der das Schanko-Spielzeit-Programm enthusiastisch reimend adelt: „So ein Programm finden Sie nur im Theater Itzehoe. Herzlichen Glückwunsch, Frau Schanko!“

Was selbstredend auch für das Programm des Kinder- und Jugendtheaters gilt, das Theaterpädagogin Britta Schramm präsentiert. Nach 90 Minuten beendet ein Kästner-Schanko-Kirchberg-Ohrwurm den Jahrmarktsbummel durch die kommende Spielzeit: „Abo ist gut!“


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Alle Infos im Spielzeitheft mit Figuren-Skizzen von Silke von Patay und im Heft für das Kinder- und Jugendtheater, außerdem unter www.theater-itzehoe.de. Die sieben Abos werden ab sofort an der Theaterkasse verkauft: 04821/670931, theaterkasse@itzehoe.de


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