zur Navigation springen

Zu Fuß von Glückstadt ins dänische Skagen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Däne Lars Berg Møller trägt auf seiner Wanderung eine Flamme von der Elbe zum Mittsommerfest in Fredrikshavn

Der Mann mit der Petroleumlampe ist seit gestern Vormittag unterwegs von Glückstadt nach Skagen – überwiegend zu Fuß. Lars Berg Møller möchte eine Flamme zur Mittsommernachtsfeier in Fredrikshavn tragen, die Glückstadts Bürgermeister Gerhard Blasberg gestern entzündet hat. Der 46-jährige Däne möchte damit die Stadt bei ihren Bemühungen unterstützen, eine Art Partnerschaft mit der norddänischen Stadt aufzubauen.

Motivation für den Regionalplaner aus Aalborg, die 620 Kilometer lange Strecke wandernd und ab Flensburg auf dem Fahrrad zurückzulegen, ist jedoch sein Roman „Portae Vitae“ (lateinisch für: Die Türen des Lebens). Darin geht es um vier Generationen von Menschen in einer fiktiven Stadt. Eine Zehnjährige begleitet ihre Großeltern dorthin. Das Buch, sagt Lars Berg Møller, habe etwas mit Selbstfindung zu tun, damit, „welchen Weg wir im Leben einschlagen“. Sein eigener Weg führt ihn jetzt quer durch Schleswig-Holstein und Dänemark.

Den Kandelaber auf dem historischen Marktplatz in Glückstadt hat er als Startpunkt ausgewählt. Die vor 397 Jahren vom Dänenkönig Christian IV. erbaute Stadt an der Elbe taucht in seinem Roman auf und ist für ihn eine wichtige Verknüpfung zum nördlichen Nachbarland. „Glückstadt ist eine Südschwester“, sagt er.

In der vorigen Woche schrieb er an Gerhard Blasberg, erklärte sein Vorhaben: „Ich habe eure schöne Stadt mit meiner Familie vor drei Jahren besucht.“ Nun wolle er erneut nach Glückstadt kommen, um die Flamme von dort nach Norden zu bringen. Gegenüber unserer Zeitung sagte der Bürgermeister, dass er das Vorhaben des Dänen originell fände. Ende Juni werde er selbst gemeinsam mit Stadtmanager Jingkai Shi nach Fredrikshavn reisen, um dort die Ideen zu Feier des 400. Jahrestags der Stadtgründung Glückstadts vorzustellen.

Vielleicht hilft Lars Berg Møllers aus dem Kreis Steinburg mitgebrachtes Feuer aus der Stadt an der Elbe, in Fredrikshavn tatsächlich Türen zu öffnen. Verlöschen soll die Flamme bis dahin nicht, sagt der dänische Wanderer. „Ich habe genug Öl dabei.“ Auch ein kleines Zelt gehört zu seiner Ausrüstung. Lars Berg Møller hat zwar genaue zeitliche Vorstellungen, wann er wo sein möchte, seine Tagesetappen – gestern führte ihn der Weg über Itzehoe – sind für ihn mehr davon abhängig, wie weit ihn seine Füße tragen. „Wenn ich müde bin, klingele ich irgendwo und frage, ob ich mein Zelt im Garten aufschlagen darf.“

zur Startseite

von
erstellt am 30.Mai.2014 | 14:10 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen