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Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 06:08 Uhr

Nahverkehr : ZOB wird kaum als solcher genutzt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Verkehrsplanungsbüro legt Analyse zur Bedeutung des Busbahnhofs am Theaterplatz vor. Die Verlegung zum Bahnhof ist in der Diskussion.

von
erstellt am 08.Dez.2017 | 05:08 Uhr

Das Umfeld des Theaters ist einer der Schwerpunkte der geplanten Innenstadtsanierung. Damit gerät auch der Zentrale Omnibus-Bahnhof (ZOB) in den Fokus. Denn der wird von vielen nicht als optimal wahrgenommen und benötigt viel Platz, der eventuell für andere Dinge genutzt werden könnte. Im Auftrag der Stadt hat daher das Hamburger Verkehrsplanungsbüro Argus die heutige Bedeutung und die Auswirkungen einer möglichen Verlegung des ZOBs in die Nähe des Bahnhofs untersucht. Die Ergebnisse wurden in der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses vorgestellt.

Im September waren die Verkehrsplaner in Itzehoe unterwegs und befragten Fahrgäste auf allen Buslinien, erläuterte Mitarbeiter Philip Engler das Vorgehen von Argus. Zudem seien eine Analyse der Fahrpläne sowie umfangreiche Videoaufnahmen zu den Verkehrsbewegungen auf dem ZOB in die Untersuchung eingeflossen. Im Ergebnis stellte Engler fest, dass der heutige ZOB zwar eine wichtige Haltestelle für das Erreichen der Innenstadt sei. Die typische Funktion als Knotenpunkt aller Linien und damit zentrale Station zum Umsteigen erfülle er aber nicht. „Der ZOB dient vor allem der Erreichbarkeit der Stadtmitte“, sagte Engler. Die Fahrgäste, die dort aussteigen, sind überwiegend auf dem Weg zu Schulen oder Ärzten oder fahren zum Arbeiten oder Einkaufen dorthin. Zum Umsteigen nutze kaum jemand den ZOB. „Dabei ist die Verbindungsqualität bei den Buslinien sehr gut.“ Was dagegen ebenfalls kaum funktioniere sei die Verbindung zwischen Bus und Schiene: Der Itzehoer Bahnhof spiele bei den Fahrgästen keine Rolle. Kaum jemand nutze die Buslinien der Kreisstadt in Verbindung mit der Bahn.

Klar sei daher aus verkehrsplanerischer Sicht, dass in der Nähe des Theaters weiterhin eine Haltestelle benötigt werde. Allerdings könne die Funktion des Knotenpunkts auch durchaus an andere Stelle, etwa an den Bahnhof verlegt werden. „Dies könnte auch dazu führen, dass die Verbindung zwischen Bus und Bahn gesteigert werden“, so Engler – wobei auch heute schon viele Busse am Bahnhof halten.

Am heutigen ZOB, so zeigte Engler in mehreren denkbaren Varianten, könnten bis zu 1000 Quadratmeter Fläche frei werden, die für eine attraktive Gestaltung des Theaterumfelds genutzt werden könnten. Dagegen sei nicht ganz klar, wo im Bereich des Bahnhofs ausreichend Platz für einen neuen ZOB vorhanden sei. Die von Argus geprüften Optionen im Bereich der Adenauerallee und der Straße Draisine böten tendenziell nur knapp ausreichend Raum, so Engler. Es müssten durch Fahrplanänderungen die Zahl der gleichzeitig am ZOB ankommenden Busse in den Spitzenzeiten reduziert werden.

Aus dem Kreis der Ausschussmitglieder wurde das bisher nicht geprüfte Areal nordwestlich der Wilhelm-Biel-Straße ins Gespräch gebracht, das aus Sicht von Sönke Doll (SPD) geeignet sein könnte, in Verbindung mit dem angrenzenden Parkhaus und einem möglichen HVV-Anschluss zu einem neuen Anlaufpunkt für Pendler zu werden. Entsprechend beauftragte der Ausschuss, diese Option in die weitere Betrachtung einzubeziehen. Bauamtsleiterin Bettina Bühse wies darauf hin, dass in allen Fragen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) auch eine enge Abstimmung mit dem Kreis und dem zuständigen Zweckverband nötig sei. Auch dort seien Überlegungen zur Optimierung des Angebots im Gange. Konkret bleibt aus der aktuellen Sitzung daher vorerst nur die Erkenntnis, dass es möglich wäre, am heutigen ZOB Raum für andere Nutzungen zu gewinnen, wenn im Zuge der Innenstadtsanierung dafür Bedarf gesehen wird.

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