Gildefest : Zitronen im Sicherheitskoffer

Darf sich „königlich privilegierter Zitronenlieferant der Alten Kremper Stadtgilde“ nennen: Zitronenlieferant Marco Mein inmitten der Kremper Fahnenschwenker.
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Darf sich „königlich privilegierter Zitronenlieferant der Alten Kremper Stadtgilde“ nennen: Zitronenlieferant Marco Mein inmitten der Kremper Fahnenschwenker.

Mit der Zitronenübergabe begann das traditionelle Kremper Gildefest.

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27. Juni 2015, 16:55 Uhr

Wetter prima. Fahnenschwenker in Hochform. Zuschauer gut gelaunt. Der Auftakt der Kremper Gildefeierlichkeiten hätte nicht besser gelingen können. Mit der Zitronenübergabe fiel am Donnerstagabend der Startschuss des Gildefestes. Rund 200 Schaulustige fanden auf dem Mensa-Vorplatz ein. Hauptakteur des Gilde-Auftaktes war der neue Zitronenlieferant Marco Mein, der vor kurzem im Rahmen der Gilde-Generalversammlung ins ehrenvolle Amt gewählt worden war.

Mein, als Polizist stadtbekannt, überbrachte die Zitronen in Reimform. „Die Aufgabe war nicht leicht, dennoch habe ich das Ziel erreicht“, dichtete er. „Wo kommen nochmal die Zitronen her, ehrlich gesagt, ich weiß es nicht mehr.“ Dafür verlief die Übergabe umso spektakulärer. Zwei Polizisten in voller Montur fuhren im Einsatzwagen vor und stiegen mit einem hochgesicherten schwarzen Koffer aus, der von Mein in Empfang genommen wurde. Darin befanden sich – na klar – die sauren Südfrüchte.

Hauptattraktion des Abends waren wie gewohnt die Fahnenschwenker, die eine knappe halbe Stunde lang ihr Können zeigten, ehe sich die Zuschauer dem Kremper Bittern und dem Klönschnack zuwandten. Den Auftakt machten die Jungfahnenschwenker, ehe die „Großen“ an der Reihe waren. Mit gekonnten Säbelhieben wurden fast alle Zitronen in zwei Hälften geteilt. Noch zweimal zu bestaunen sind die Fahnenschwenker am Montag, wenn sie ab 9 Uhr beziehungsweise 19.30 Uhr auf dem Marktplatz auftreten werden.

Was es mit der Zitronenübergabe genau auf sich hat, können übrigens selbst Ur-Kremper nicht so genau sagen. Logischer wäre ja eigentlich eine heimische Frucht wie Apfel oder Birne, vielleicht auch eine Erdbeere, die ja ohnehin in den kommenden Tagen zu Tausenden in der leckeren Gilde-Erbeerbowle landen wird. Aber die süße Rote ist vermutlich schlicht zu klein, selbst für den besten Säbelschwinger.

Marco Mein darf sich übrigens noch bis zur Generalversammlung im kommenden Jahr mit dem Titel „königlich privilegierter Zitronenlieferant der Alten Kremper Stadtgilde“ schmücken. Dann wird traditionell ein neuer Lieferant aus den Reihen der Gildebrüder auserkoren. 

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