Wilsteraner Gildefest : Zitronen heißbegehrte Trophäen

Eindrucksvolle Vorstellung der drei Fahnenschwenker gestern Morgen auf dem Marktplatz (von links): Thorge Schöne, Jens Gothmann und Christoph Kuhnke.
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Eindrucksvolle Vorstellung der drei Fahnenschwenker gestern Morgen auf dem Marktplatz (von links): Thorge Schöne, Jens Gothmann und Christoph Kuhnke.

Fahnenschwenken besonders bei den Kindern beliebt. Beim Kommers stehen Ehrungen im Mittelpunkt.

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03. Juni 2014, 12:00 Uhr

In den Festumzug der Bürger-Schützen-Gilde reihten sich gestern Vormittag die Grundschulkinder der Wolfgang-Ratke-Schule ein. Sie wurden von der Gilde abgeholt, um als Zuschauer das historische Fahnenschwenken auf dem Markt mitzuerleben. Die von den Fahnenschwenkern mit einem Säbelhieb geteilten Zitronen waren heißbegehrte Trophäen für die Kinder, die sich um die herben Früchte balgten.

Das Fahnenschwenken war ein Höhepunkt des gestrigen Vormittags und wurde von den Schwenkern Thorge Schöne, Christoph Kuhnke und Jens Gothmann ausgeführt. Zum Abschluss der Darbietungen schleuderten sie zunächst einzeln und dann gemeinsam die Fahnentücher mit den Zitronen in die Höhe, um dann – so die Aufgabe – die Zitronen mit dem Hirschfänger zu durchtrennen und die Fahne wieder aufzufangen.

Zuvor war die Gilde in mehreren Ummärschen durch die Stadt gezogen, hatte am Ehrenmal im Stadtpark einen Kranz niedergelegt und dann die Ehrengäste aus dem Rathaus abgeholt. Hier schlossen sich dem vom Blasorchester Wewelsfleth und dem Gildespielmannszug angeführten Festumzug der stellvertretende Bürgermeister Helmut Jacobs, Kreispräsident Peter Labendowicz, Amtsvorsteher Helmut Sievers, die Bürgermeister Delf Bolten aus Wewelsfleth und Elke Göttsche aus Brokdorf sowie Abordnungen der Alten Kremper Stadtgilde, des Schützenvereins Wilster und der Patenkompanie aus dem Lazarett-Regiment 11 aus Seeth/Nordfriesland an. Als Gast begrüßte Hauptmann Thies Wilckens auch die Leiterin der Gemeinschaftsschule, Marlis Krumm-Voeltz. Sie konnte ein Geldgeschenk der Bürgergilde für die Schule entgegen nehmen.

Beim festlichen Kommers, der zum Ausklang des Vormittagsprogramms in der Colosseum-Veranda stattfand, zeichnete Gildeschreiber Gerd Martens den Gildebruder Dr. Boje Eggers für seine 40-jährige Mitgliedschaft in der Traditionsgilde aus und ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Den Gildeorden für 25-jährige Mitgliedschaft verlieh er den Gildebrüdern Heino Junge, Michael Mehrens und Gerhard Voß.

Die Grüße der Stadt brachte Helmut Jacobs als Vertreter von Bürgermeister Walter Schulz zum Ausdruck. Geselligkeit, Freundschaft und Traditionspflege seien Schwerpunkte des Gildelebens, sagte Jacobs. Peter Labendowicz freute sich, nach neun Jahren wieder einmal am Gildefest teilnehmen zu können, das er 1994 zum ersten Mal erlebt habe. Das Exerzieren der Gilde habe er zu keiner Zeit kritisiert, entgegnete er einer Aussage des Gildehauptmanns. Allerdings schränkte er humorvoll ein: „Wenn ich das durch meine militärische Brille sehe, seid ihr die letzten Luschen!“

Uwe Haberland richtete persönliche Dankesworte an Hauptmann Thies Wilckens für seine witzige, emotionale und tiefsinnige Rede während des Hauptmannsfrühstücks am Sonntag. Sein Dank galt außerdem seinen Mitstreitern in der Doos-Gruppe ebenso wie dem Gildeschreiber Gerd Martens. Begeistert sei er auch von dem guten Wetter. „Extra dafür habe ich mit meinem Chef ein Ortsgespräch geführt“, scherzte Haberland, der viele Jahre Pastor in Wilster gewesen und zuletzt in Bornhöved tätig gewesen war. Mit dem Lied vom „Groffschmitt“, das der Spielmannszug zum Besten gab, und dem gemeinsam gesungenen Schleswig-Holstein-Lied klang der Kommers aus.

Am späten Nachmittag versammelten sich die Aktiven auf dem Colosseumplatz, um beim Armbrustschießen auf den hölzernen Adler – bis in den Abend hinein – die neuen Majestäten zu ermitteln. Beim Pfeilwerfen wetteiferten die Gildedamen um die Krone der Gildekönigin.



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