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Norddeutsche Rundschau

24. November 2017 | 21:34 Uhr

Inklusion : Ziel: Ein stolperfreier Marktplatz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Glückstadts Gleichstellungsbeauftragte Sigrun Wiecha wünscht sich den Ausbau des Marktplatzes – auch für Sehbehinderte.

von
erstellt am 12.Sep.2017 | 05:05 Uhr

Sigrun Wiecha hat viel zu tun. Ein Thema zurzeit ist für sie der Marktplatz. „Es ist wichtig, diesen neu zu pflastern. Aber das ist nur der erste Schritt.“ Seit Mai ist die pensionierte Hauptkommissarin Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Glückstadt und Ansprechpartnerin für das Thema Inklusion. Inklusion bedeutet, dass alle Menschen gleichberechtigt am Leben teilhaben können. Im Fall des Marktplatzes heißt das: Jeder muss ihn benutzen können. Und das ist zurzeit angesichts der Unebenheiten der Pflasterung nicht gegeben.

Bei ihren Recherchen hat sie festgestellt: „Der Marktplatz hat vor 1987 nie so ausgesehen wie jetzt.“ Vielmehr sei der Marktplatz vor 1987 immer flach gewesen. Wichtig sei jetzt, die Fläche so zu gestalten, dass sie für alle begehbar ist. Auch für Sehbehinderte. Für die müsse es Markierungen geben, an denen sie sich orientieren können. „Mein Job ist, dass es Thema wird. Mein Traum ist, dass es einen Stadtplan für Sehbehinderte an einem zentralen Ort gibt.“ Ihr schwebt ein Modell aus Bronze vor, so wie in anderen Städten. Doch dafür bräuchte sie Sponsoren, die Stadt habe dafür kein Geld. Vor Kurzem war sie in Polen. „Dort ist es normal, behindertengerecht zu bauen“, sagt sie. Sie denkt auch jetzt bereits darüber nach, dass Ampeln so ausgerüstet werden, dass diese für Sehbehinderte akustische Signale geben.

„Es gibt unendliche viele Dinge, die beachtet werden müssen. Die Planer müssen sich daran gewöhnen, dass ich jetzt über die Planungen gucke.“ So habe sie bereits bei dem geplanten Kinderspielplatz in Glückstadt-Nord Vorschläge mit eingebracht. Was sie freut, ist die gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Stadt.

In ihrer Funktion als Gleichstellungsbeauftragte hat sie ebenfalls einiges vor. Am 25. Oktober findet auf ihre Initiative hin um 19 Uhr in der Familienbildungsstätte ein Informationsabend statt. Das Thema heißt: „Frauen gleich Altersarmut.“ Referent ist Ronald Manske vom Sozialverband Deutschland. Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Frauen, die noch nicht im Rentenalter sind. „Damit sie nicht in die Situation der Altersarmut kommen“, sagt Sigrun Wiecha.

Sie weiß in Verbindung mit Familie und Beruf: „Männer machen weiter wie bisher. Frauen gehen in Teilzeit und bekommen so automatisch weniger Rente.“ Und wichtig sei, dass Stellen nicht festgeschrieben werden. Das heißt, dass aus einer Teilzeitstelle wieder eine Vollzeitstelle werden kann. „Flexibel bleiben“, ist für Sigrun Wiecha hier Voraussetzung. Solche Probleme kennt sie aus ihrer Tätigkeit bei der Polizei, wo sie bereits ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte war.

Wichtig ist ihr auch, dass sie angesprochen wird. Erreichbar ist Sigrun Wiecha im Rathaus dienstags von 9.30   bis 15.30 Uhr sowie donnerstags von 13 bis 17 Uhr. Da sie täglich ihre E-Mails auch von zu Hause abruft, bittet sie diesen Kontakt zu nutzen: S.Wiecha@glueckstadt.de, oder den Anrufbeantworter. „Ich bin auch bereit, mich außerhalb von den festen Zeiten zu treffen.“

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